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Grimmen „Ja, ich will“ – Rüganerin heiratet im Kreißsaal
Vorpommern Grimmen „Ja, ich will“ – Rüganerin heiratet im Kreißsaal
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10:29 20.05.2017
Hochzeit im Krankenhaus: Jule Hobusch, und ihr Bräutigam Christian. Quelle: Roessler, Lutz
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Lübeck/Sehlen

So hatten sich die gebürtige Rüganerin Jule Hobusch (28) und ihr Bräutigam Christian Klapötke (33) ihre Hochzeit nicht vorgestellt: Die Frau aus Sehlen bei Bergen auf Rügen im Bett des Kreißsaals der Lübecker Uniklinik, er auf einem Stuhl daneben. Doch er trägt einen dunklen Anzug mit roter Fliege, wie es sich gehört. Und die Braut in ihrem weißen Kleid ist hübsch frisiert, in den Händen hält sie einen Blumenstrauß. Beide lächeln glücklich.

„Geplant war die Hochzeit ja heute in der Lindeschen Villa“, erinnert der Standesbeamte, dem eine Hochzeit im Kreißsaal noch nicht untergekommen ist. Auch für die Klinik ist es eine Premiere. Aber was mache das schon: Immerhin gehe es hier ja um Liebe, Vertrauen, Zuneigung. „Und die Überzeugung, dass Sie beide in Zukunft glücklich sind.“

Eigentlich sind sie ja schon zu dritt. Das Kind, ein Mädchen, wollte bereits auf die Welt kommen – nur leider zehn Wochen zu früh, wie Oberärztin Verena Boßung (36) feststellt. „Gestern wurde die Braut als Notfall bei uns eingeliefert.“ Jetzt muss sie im Bett bleiben. „Jeder Tag, den wir auf diese Weise gewinnen, ist kostbar“, sagt die Ärztin.

Das machte einen Strich durch die Pläne des jungen Paares. „Heute Standesamt, morgen Kirche, so war es vorgesehen“, sagt Christian Klapötke. Aber die Gäste waren eingeladen, die Übernachtungen gebucht. „Da dachten wir, warum nicht?“ Klapötke rief zwei Standesbeamte an – sie sagten ab. „Der dritte hat gesagt: , Ja, machen wir.’“

Neun Gäste sind in die Klinik gekommen, darunter die Eltern der Braut. „Für uns war es schon ein Schock, als wir hörten, dass Jule im Krankenhaus ist“, sagt Birgit Hobusch (53), die mit ihrem Mann Uwe (54) von Rügen angereist ist. „Die ganze Schwangerschaft war bis dahin doch so gut gegangen.“ Jetzt aber freue sie sich.

Am Abend werde wohl noch ein wenig gefeiert, überlegt der Bräutigam. „Vielleicht ja auch wieder hier, im Krankenhaus.“ Ohne Sekt. Den gibt es dann später, wenn die kirchliche Hochzeit nachgeholt wird. Wann das Kind zur Welt kommt, wissen die beiden glücklichen Eltern noch nicht. „Theoretisch kann es jeden Tag passieren, aber wir wollen es lieber noch hinauszögern“, sagt Jule Hobusch. Chefarzt Achim Rody (47) gratuliert den beiden. Dem Kind gehe es gut. „Wir sind zuversichtlich.“

Marcus Stöcklin

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