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Grimmen Jakobsmuschel zeigt den Weg
Vorpommern Grimmen Jakobsmuschel zeigt den Weg
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00:00 16.04.2013
Andrea Grothe-Mettert bespricht mit ihrem Gastgeber Dieter Gruel die nächsten Kilometer auf dem Jakobsweg. Quelle: Roswitha Pendzinsky
Gerdeswalde

„Im vergangenen Jahr übernachteten fast 30 Pilger bei uns. Aus ganz Deutschland kommen die Leute, die hier in Vorpommern pilgern“, erzählt „Herbergsvater“ Dieter Gruel (74) aus Gerdeswalde. Die erste Pilgerin des Jahres 2013 bei den Gruels war jetzt Andrea Grothe-Mettert aus Siegen in Nordrhein-Westfalen.

Sie ist, wie sie berichtet, das erste Mal allein und für geplante vier Wochen unterwegs. Die Sozialpädagogin hat aber schon auf anderen Teilstücken des 3000 Kilometer langen Pilgerpfades in Deutschland Pilgererfahrungen gesammelt. „Ich kann für mich frei entscheiden, wie weit ich gehe oder ob ich mir eine Pause gönne. Ich bin stundenlang allein unterwegs, ohne ein Wort zu sprechen“, resümiert sie nach bisher sechs Tagen auf Tour. So gönnte sich die 55-Jährige auch einen ganzen Tag in der Hansestadt Greifswald, wo sie ein „Gänsehauterlebnis“ hatte, wie sie berichtet. „Als ich im Greifswalder Dom war, spielte plötzlich die Orgel, und eine Sopranistin fing an zu singen. Die Musiker haben zwar nur geprobt, aber das war ganz toll“, erzählt Andrea Grothe-Mettert.

Vor sieben Jahren machte sie auf Usedom Urlaub und wusste, in welcher Landschaft sie pilgern möchte. „Die offene Landschaft ist einfach schön hier. In meinem Alltag muss ich viel sprechen und genieße nun die Ruhe“, erzählt die Frau. Dennoch sind ihr auch die Begegnungen mit den Menschen unterwegs wichtig. „Ich habe so viele unterschiedliche Leute kennen gelernt. Es ist für mich eine interessante Erfahrung.“ In der Regel folgt sie den gelben Pfeilen und den Jakobsmuscheln, hat zur Orientierung aber die Wanderkarte dabei. Im Großen und Ganzen sei die Strecke gut ausgeschildert und die Wege in Ordnung. „Es war aber eine gute Entscheidung, die Stöcke mitzunehmen, denn manchmal musste ich noch durch Schnee stapfen“, erinnert sie sich. Wie weit sie noch gehen wird? „Erstmal nach Rostock, es kann auch Lübeck oder Hamburg werden. Ich habe den ganzen April Zeit“, weiß die Pilgerin. Auch durch ihre Heimatstadt führt ein Teil des Jakobsweges.

„Wir haben schon einige Anmeldungen für Übernachtung, aber die meisten Pilger rufen erst einen Tag vorher an und fragen, ob wir Platz haben“, berichtet Dieter Gruel. Die Mehrheit von ihnen nimmt auch das Angebot einer Kirchenführung in Horst war.

Pilgern reicht weit in Geschichte zurück
Das Pilgern hat eine lange Tradition im Christentum und reicht weit in dessen Geschichte zurück. Die Pilgerwege waren für die Menschen eine Wegstrecke, auf der sie hofften, innere Ruhe und neue Lebenskraft zu finden. Dabei war nicht der Ort am Ende des Pilgerpfads das eigentliche Ziel, sondern vielmehr der Weg dorthin.

Die Pilgerwege verlaufen auf den Routen, die schon vor Jahrhunderten die Pilger nutzten, um zu den Wallfahrtsorten zu gelangen.

In Deutschland gibt es mehrere Jakobswege, die in Richtung Santiago de Compostela (Galicien/Spanien) führen. (Quelle: www.wanderkompass.de)

Roswitha Pendzinsky

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