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Jeder lebt für sich, trotzdem ist was los

Dönnie Jeder lebt für sich, trotzdem ist was los

Einwohner lieben die Ruhe / Im Gutshaus werden Gästezimmer angeboten

Dönnie. Der kleine Süderholzer Ort Dönnie wirkt – gerade jetzt zu dieser Jahreszeit – ein wenig verschlafen. Menschen sind kaum draußen anzutreffen. Nur der haltende Schulbus verrät, in Dönnie lässt es sich für Familien leben. Fünf Knirpse steigen allein am frühen Nachmittag aus. „Im Großen und Ganzen lebt hier aber jeder für sich“, meint Roswitha Doss. Die 60-Jährige lebt seit 2001 in dem Ort, ist damals von Grimmen dorthin gezogen. „Früher, wenn wir mit dem Fahrrad durchgefahren sind, haben wir gesagt ’Hier möchte ich nicht mal begraben sein’“, erzählt sie und lacht. Denn heute sieht das ganz anders aus. Heute sagt sie: „Hier möchte ich nie wieder weg!“

Dass in dem kleinen Dorf nichts passiert, auch das stimme nicht. „Im Gutshaus werden Zimmer vermietet. Erst vergangene Woche habe ich mit einem Paar aus Dresden gesprochen, das dort übernachtet hat.

Sie fanden es toll hier“, erzählt sie. Und so gehe es ihr auch. Die Ruhe, die Landschaft, die Möglichkeit, sich teilweise selbst zu versorgen – all das schätzt Roswitha Doss an ihrem Leben in Dönnie.

Die Ruhe sei tatsächlich nur jahreszeitbedingt. Seit sie nach Dönnie gezogen ist, habe sich einiges getan – im ganzen Ort. Das Gutshaus macht von außen wieder etwas her. In den alten Gemäuern werden Gastezimmer- und Wohnungen angeboten, und auch in einer Blockhütte kann eine kleine Auszeit gebucht werden. Ihren lang gehegten Traum hat sich Denise Schulz in Dönnie verwirklicht. Seit zehn Jahren wohnt sie in Dönnie, betreibt seit Ende des vergangenen Jahres ihren Reiterhof „Islandpferde Süderholz“ als Haupterwerb und bietet Reitstunden an.

„Das Dorf hat sich gemacht“, findet Roswitha Doss. „Als wir hergezogen sind, gab es vor dem Haus nur einen Modderweg“, erinnert sie sich zurück. Jetzt hat sie einen gepflasterten Weg vor der Tür. Und auch die Dorfstraßen wurden erneuert. Sie selbst geht viel in den nahen Wald, unternimmt Radtouren oder „ich puzzel hier auf dem Hof rum“, wie sie selbst sagt. Und Tiere habe sie schließlich auch noch zu versorgen.

Für den Ort wünsche sie sich eigentlich nur eins, dass am Dorfteich etwas passiert. „Leider wächst er immer mehr zu“, bedauert sie. Schwäne, die sonst dort gebrütet haben, habe sie im vergangenen Jahr nicht gesehen. Auch ein paar Bänke könne sie sich am Teich gut vorstellen. „Es fahren so viele Radfahrer durchs Dorf, ich bin mir sicher, viele von ihnen würden ihre Rast oder sogar ein Picknick machen“, sagt sie.

Ansonsten vermisse sie im Ort nichts, Grimmen sei schließlich beinahe vor der Tür. Und nebenan, da wohne ihre Tochter mit Familie. „Was will man sich mehr wünschen!“k

Anja Krüger

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