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Grimmen Jurek: Wir schlafen sogar draußen
Vorpommern Grimmen Jurek: Wir schlafen sogar draußen
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00:16 13.06.2018
Die Mitglieder zweier städtischer Ausschüsse besuchten die Wald-Kita-Gruppe in Hohenwieden. Quelle: Fotos: Almut Jaekel
Hohenwieden

Die Mitglieder der städtischen Ausschüsse waren sich gestern Nachmittag einig: Beim nächsten Besuch der Waldkita-Gruppe beim SOS-Dorf Hohenwieden übernimmt Jurek die Führung. Clever und gar nicht scheu wegen des ungewohnten Besuchs zeigte der Dreijährige den Mitgliedern der Ausschüsse für Jugend, Senioren und Soziales sowie Schulen, Sport und Kultur alles, was es mitten im Wald zu sehen und erleben gibt und, was diese Kita-Gruppe so sehr von anderen unterscheidet.

Grimmener Ausschussmitglieder tagen im SOS-Dorf und besuchen die Waldkita

Los ging es mitten im Dorf, wo die Kinder, deren Gruppe zum SOS-Kindergarten „Hermann Gmeiner“ in Grimmen gehört, zwar ein Ausweichquartier für ganz schlechtes Wetter haben, es aber kaum nutzen. „In diesem Winter gab es wohl nur zwei Tage, an denen die Kinder aufgrund von Sturm komplett dort bleiben mussten“, sagte die derzeitige Kita-Leiterin Kathrin Freimuth den Gästen, bevor sich alle auf den Weg in den Wald machten. Auf den Weg, den die Drei- bis Siebenjährigen täglich gehen – gemeinsam mit ihrem Bollerwagen, in dem sie Frühstück und Wasser zum Händewaschen, zum Trinken und bei den hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage, auch mal zum Duschen mitten im Wald mitnehmen. Je nachdem, was die 13 Jungen und zwei Mädchen unterwegs entdecken, brauchen sie mal zehn Minuten, mal fast eine halbe Stunde bis sie angekommen sind, erzählte Kathrin Freimuth. Da müssen Schnecken beobachtet oder Käfer gerettet werden. Die Ausschussmitglieder staunten jedenfalls nicht schlecht, was für eine Strecke die Kinder regelmäßig bewältigen.

Der Weg sei ein Teil des Skulpturenpfades, den Ergebnisse der jährlichen Bildhauerwoche säumen, erzählte Freimuth weiter. Im September wurde die Waldkita eröffnet. „Seitdem haben wir das Areal immer wieder erweitert“, sagte sie. Rote Hände an den Bäumen zeigen, bis wohin die Kinder allein dürfen. „Das klappt“, sagte die Chefin. Die Kinder würden sich selbst erziehen. Und außerdem gäbe es mit den Erzieherinnen, Juana Zierke und Birgit Meier, sehr verantwortungsvolle Kolleginnen.

„Wir spielen, essen und schlafen draußen“, berichtete Jurek. „Bei viel Sonne auch unter der Plane und im Winter in der Schutzhütte“, ergänzte Juana Zierke. Berge von Ästen dienen als Klettergerüst und sind mal Schiff, mal Feuerwehrauto – ganz nach der Fantasie der Kinder. Ein Barfußpfad schult den Tastsinn. Jurek zeigte das neue Weidentor, das in eine verwunschene Strauch-Spielecke einlädt.

Ausgehöhlte Baumstämme dienen als Wasserlauf, an dem die Mädchen und Jungen experimentieren und beobachten. „Zählen, Konzentrieren, Messen, Zuhören und die Feinmotorik schulen – all das lernen die Kinder auch im Wald“, entgegnete Kathrin Freimuth auf die Nachfrage, wie denn die Steppkes auf die Schule vorbereitet werden. Vielleicht mit anderen Hilfsmitteln als anderswo. Warum denn in Regelkindereinrichtungen so viel strengere Regeln gelten müssen, wollte Ute Grünwald wissen. „Es gibt keine Vorschriften für diese Gruppe, weil das Konzept einmalig in der Region ist“, erklärte Uta Zoth aus dem Sozialamt. „Wir werden aber ganz genau an unserer Konzeption gemessen“, ergänzte Kathrin Freimuth. Dann ist noch einmal Jurek dran: Er weiß, wo das Häuschen mit dem Herzchen steht und verabschiedet jeden Besucher per Handschlag. Die Seifenblasen, die es als kleine Geschenke gab, durfte er deshalb als Erster ausprobieren.

Almut Jaekel

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