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Grimmen Kämpfen lernen im Kanzlerinnen-Wahlkreis
Vorpommern Grimmen Kämpfen lernen im Kanzlerinnen-Wahlkreis
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00:27 12.06.2018

Es gehört zu den Reflexen von Parteien, dass Kandidaten und Vorsitzende nach verlorenen Wahlen laut über persönliche Konsequenzen nachdenken oder diese im besseren Fall rasch vollziehen. Mit einem halbwegs glaubhaften Neustart ist so ein Schritt vor allem verbunden, wenn der abtretende Kandidat zugleich den Vorsitz innehat. Dann sieht’s nach noch mehr Erneuerung aus. Dies ist der letzte Dienst, den ein zunächst gehypter, später gescheiterter Politiker seiner Partei erbringen kann. Martin Schulz (SPD) hat dies später auf Druck auch geschafft.

Von Benjamin Fischer

Insofern steht die CDU im Osten von MV vor der schwierigen Frage, wie es ihr gelingen soll, wieder den politischen Boden unter die Füße zu bekommen, den die Union in der gesamten Region verliert.

Bürgermeisterposten in Bergen: weg; in Greifswald ebenso; Neubrandenburg auch; jetzt sogar der Landratsstuhl in der politischen Heimat der Kanzlerin. Für die CDU setzt hier die gleiche politische Erosion ein, die die SPD bereits vor Jahren erfasst hat, selbst wenn mit Stefan Kerth ein SPD-Mann gezeigt hat: Leute, es geht. Man muss nur ordentlich kämpfen – zur Not lieber ohne Parteilogo auf den Plakaten. In der Breite, den Gemeindevertretungen und Kreistagen, fehlen auch den Sozialdemokraten engagierte Mitglieder. Die Christdemokraten könnten dem entgegenhalten: Ja, aber wir haben den Landratsposten in Vorpommern-Greifswald hinzugewonnen. Stimmt, dort waren allerdings die Gegner so schwach, dass die CDU dies als Geschenk verbuchen sollte.

Im Endeffekt muss sich die CDU fragen lassen, ob der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn mit seinem Weiter-so-Wahlkampf nicht zu viel Langeweile gesät hat und die Wähler vor allem deshalb zu Hause geblieben sind, während die Kerth-Anhänger im Wahllokal waren, weil Kerth eine deutlich größere Portion politische Frische versprüht hat.

In Ermangelung eines Parteiamtes auf der Kreisebene kann Kuhn von Nichts zurücktreten. Harry Glawe könnte man vorwerfen, selbst zwar Standpauken gehalten, sonst aber aktiv wenig zum Wahlkampf beigetragen zu haben. Aber wer sollte ihm als Kreisparteivorsitzender folgen? Insofern ist die Union gut beraten, sich zunächst daran zu gewöhnen, auch in einem Kanzlerinnen-Wahlkreis zu kämpfen.

OZ

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