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Kampf gegen Graffiti: Initiative in Stralsund nimmt neu Anlauf

Stralsund Kampf gegen Graffiti: Initiative in Stralsund nimmt neu Anlauf

Hauseigentümer und Verein bezahlen die schnelle Beseitigung der Schmierereien an den Fassaden

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Seit Monaten beschmiert: die Rückseite des Hauses Wasserstraße 48 gleich neben der Heilgeistkirche.

Quelle: Foto: Jens-Peter Woldt

Stralsund. Graffiti-Schmierer scheinen Stralsund fest im Griff zu haben. Immer mehr Hauswände auch in der Altstadt tragen die hässlichen Spuren der Sprayer. Es gibt wohl kaum einen Stromkasten , der nicht die Farben des im Mittelmaß versinkenden FC Hansa trägt.

Dabei gibt es seit drei Jahren in Stralsund ein Konzept gegen diese Form der Sachbeschädigung. Vorgestellt wurde es am 13. März 2014 von der Initiative „Sta(tt)dt gestalten“. Doch das hat bislang nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Peter Bischoff, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kriminalitätsprävention, der die Initiative maßgeblich unterstützt, kündigte jetzt im Bürgerschaftsausschuss für Familie, Sicherheit und Gleichstellung an, erneut in die Offensive zu gehen.

Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass das Übel am besten bekämpft wird, wenn es so schnell wie möglich entfernt wird. Bischoff: „Ein Sprayer sucht mit seinem Graffito die Öffentlichkeit, er will Aufmerksamkeit. Wenn er die nicht bekommt, weil seine Botschaft nicht ankommt, meidet er entsprechende Gegenden.“ Und das könnte dann zum Beispiel Stralsund sein.

Wichtigstes Glied in der Kette verschiedener Protagonisten bei der Umsetzung des Konzepts ist der Hauseigentümer. Stellt der ein Graffito an der Fassade fest, erstattet er sofort Anzeige bei der Polizei. Mit der Vorgangsnummer meldet er sich beim Stadtmarketingverein, der organisiert einen Maler-Betrieb, der die Schmiererei beseitigt. Der Hauseigentümer beteiligt sich mit 20 Euro an den Kosten, den Rest zahlt der Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention mit Hilfe von Spenden.

Dass dieser Weg bislang nur selten beschritten wurde, führt Bischoff auf Unkenntnis zurück. „Wir wollen deshalb jetzt Hauseigentümer genauer informieren, vor allem auch jene, die nicht in Stralsund wohnen und das Konzept gar nicht kennen können.

Die Schaffung legaler Flächen für die Selbstverwirklichung der Sprayer hält Stralsunds Ordnungsamtschef Heino Tanschus für nicht sinnvoll, um illegale Graffiti zu verhindern. Dabei berief er sich im Ausschuss auf eine Studie aus Halle, die nachgewiesen hat, dass dort, wo legal gesprüht wird, sogar noch mehr verbotene Schmierereien im Umfeld gefunden wurden.

jpw

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