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Grimmen Kaufen die Grimmener jetzt die Supermärkte leer?
Vorpommern Grimmen Kaufen die Grimmener jetzt die Supermärkte leer?
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00:01 24.08.2016
Besonders groß scheint der Andrang in den Grimmener Supermärkten zumindest gestern nicht gewesen zu sein. Quelle: Raik Mielke

Grimmen Die Bundesregierung fordert die Bevölkerung in ihrem neuen Zivilschutzkonzept zum Anlegen von Lebensmittelvorräten auf, um auf Krisensituationen vorbereitet zu sein. Überrennen die Grimmener jetzt die Supermärkte? Erleben die Verkaufsstellen einen regelrechten Ansturm?

Das ist totaler Quatsch, einfach nur Panikmacherei.“Thorsten Buchholz, Grimmen

„Ich kaufe immer nur einmal in der Woche ein und dann so viel, dass es zur Not auch einen Tag länger hält“, sagt Edith Schwandt. Wie die 78-jährige erklärt, hat dies aber nichts mit irgendwelchen Panikkäufen zu tun. „In meinem Alter geht es einem nicht jeden Tag gleich gut und dann hat man das Nötigste gerne zu Hause“, erklärt die Grimmenerin.

Schon ein wenig beunruhigend findet Manuela Behrend das neue Zivilschutzkonzept. „Der Aufruf zu Hamsterkäufen erweckt schon so ein bisschen den Eindruck, dass es eine sehr konkrete Gefahr gibt“, sagt die 31-Jährige. Jetzt panisch in den Supermarkt stürmen und möglich lange haltende Lebensmittel kaufen, das hält sie aber derzeit noch für übertrieben und auch schwer realisierbar.

„Also als Arbeitssuchende hat man es nicht so dicke, dass man sein Geld für Hamsterkäufe nimmt“, betont sie.

„Totaler Quatsch und einfach nur Panikmacherei“, kann Thorsten Buchholz nicht nachvollziehen, warum die Regierung gerade in diesen Tagen, in denen es im Volk schon eine gewisse Verunsicherung gibt, so einen „Rat“ in Umlauf bringt.

„Es ist eine normale und richtige Vorgehensweise“, findet hingegen Ulf Jahnkow und erklärt: „In Zeiten, in denen die Terrorgefahr dermaßen hoch ist, ist es doch eher beruhigend, dass die Regierung Konzepte hat und auf den Ernstfall vorbereitet ist.“ Lebensmittel hat der 41-Jährige, wie er berichtet, immer ausreichend im Haus. „Nicht deswegen, weil die Regierung mir das empfiehlt, sondern weil ich ungerne einen leeren Kühlschrank habe“, sagt er schmunzelnd. Ist denn in den Lebensmittelmärkten der Stadt irgend etwas zu bemerken von verstärkten Einkäufen der Grimmener? In den Getränkemärkten wohl nicht. Die Regale sind gut gefüllt wie immer.

„Ich habe von unseren Kassiererinnen noch nichts gehört von übermäßig vielen Einkäufen“, sagt Sandra Mainitz, stellvertretende Marktleiterin beim Rewe in Grimmen. Das Einkaufsverhalten sei also ganz normal.

„Wir haben einen normalen Kundenlauf“, bestätigt auch Birgit Görß, Kassiererin im Grimmener Sky-Markt: „Ich glaube auch nicht, dass es Hamsterkäufe geben wird.“ Mit solchen Empfehlungen der Bundesregierung werde nur Angst geschürt. Aber: „Wir leben ja hier im eher ländlichen Bereich, da haben die Leute nicht so schnell Panik“, ist sich Birgit Görß sicher.

Raik Mielke und Peter Franke

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