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Keine Lust auf Villa: Revolte im Sozialamt

Stralsund Keine Lust auf Villa: Revolte im Sozialamt

In Stralsund sorgen Umzugspläne für Ärger

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Villa mit Garten: In dieses Haus (Knieperdamm 3) soll das Sozialamt einziehen.

Quelle: Stefan Sauer

Stralsund. Aufruhr im Sozialamt in Stralsund: Die Beschäftigten wehren sich gegen den Umzug ihrer Behörde von der Marienstraße an den Knieperdamm. Anonyme Protestbriefe seien bereits bei mehreren Stellen eingegangen, sagt Landkreissprecher Olaf Manzke. Das Sozialamt gehört zur Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen.

In dem Schreiben bemängeln offenbar Mitarbeiter des Sozialamtes, dass sie nach dem Umzug in einem Gebäude untergebracht seien, das nicht behindertengerecht sei. Wörtlich heißt es: „Bürger, die zum Beispiel eine Gehbehinderung haben, sollen mit einem Lastenaufzug (der auch vom Veterinäramt genutzt wird) in den Keller zum Gespräch gebracht werden, in einen dunklen, muffigen Raum.“ Der Wartebereich dort sei „viel zu klein für die Menge an Bürgern, die regelmäßig zu uns kommt. Parkplätze sind kaum vorhanden, die Entfernung zur nächsten Bushaltestelle ist viel zu weit für kranke, behinderte und alte Menschen.“

Im zweiten Teils des Briefes werden dann überraschenderweise aus Neid sowie Angst vor Benachteiligung gespeiste Auffassungen gegen die Pläne des Landkreises bemüht und einheimische gegen zugewanderte Bedürftige ausgespielt: „Aber das Schlimmste an der ganzen Situation ist, dass unsere Bürger, die schwächsten unserer Gesellschaft, die am meisten Hilfe benötigen, den Asylanten weichen sollen.“

Grund für den Umzug des Sozialamtes sei allein, dass die Ausländer- und die Asylbewerberleistungsbehörde an einem Standort zusammengezogen werden sollen, weil es zwischen beiden Ämtern viele Schnittpunkte gebe, sagt Manzke. Dafür sei das Gebäude in der Marienstraße vorgesehen, in dem bislang das Sozialamt untergebracht ist. Allerdings sei der Umzug noch nicht beschlossen, sondern werde zurzeit nur geprüft. Zudem werde die alte Villa am Knieperdamm, sollte das Sozialamt dort wirklich einziehen, gründlich renoviert.

Bis zur Kreisreform war darin das Gesundheitsamt der Stadt Stralsund untergebracht. Eine Aufgabe, die 2011 den Landkreisen zugeordnet worden ist. Mit dem Aufzug, der dort noch von der Stralsunder Stadtverwaltung installiert wurde, sei lediglich ein Höhenunterschied von 75 Zentimetern zu überwinden, sagt Manzke. „Und vom Veterinäramt ist der noch nie benutzt worden.“

Benjamin Fischer

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