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Grimmen Ketten der Liebe auf der Hafeninsel
Vorpommern Grimmen Ketten der Liebe auf der Hafeninsel
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00:01 20.04.2017
Das frisch verheiratete Paar Michaela Wolfschmidt (45) und Axel Grünig (47) aus Bamberg mit ihrem Liebes-Schloss auf der Hafeninsel. Dort soll die Skulptur „Festmacher“ von Reinhard Buch künftig Paaren die Möglichkeit geben, Liebesschlösser anzuketten. Quelle: Foto: Christian Rödel

So emotional kann die Einweihung einer sanierten Straße sein: Als Zeichen ihrer Liebe haben Michaela Wolfschmidt (45) und Axel Grünig (47) gestern am frühen Nachmittag ein Schloss mit ihren Namen an die Skulptur „Festmacher“ auf der nördlichen Hafeninsel gekettet. Das Werk des Bildhauers Reinhard Buch aus Hirschberg bei Ribnitz-Damgarten ist sozusagen künstlerischer Höhepunkt der erneuerten Straße Am Fährkanal zwischen Semlower Brücke und Fährbrücke.

Knapp zwei Stunden vor dem symbolischen Treueschwur des Paares aus Bamberg in Oberfranken hatte es sich auf der „Gorch Fock“ im Stralsunder Hafen von der Standesbeamtin Christiane Mikolajtschik trauen lassen. „Ich bin aktiver Segler und häufig mit meiner Olympiajolle hier oben“, begründete der frisch gebackene Ehemann die Wahl des knapp 700 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernten Standesamtes.

Heino Tanschus, 2. Stellvertreter des Oberbürgermeisters, beglückwünschte das Paar persönlich und vergaß dabei auch nicht zu erwähnen, dass Stralsund mittlerweile mächtig vom Hochzeitstourismus profitiert. „Jedes zweite Paar, das sich hier das Ja-Wort gibt, reist extra zur Trauung an, weil Stralsund so attraktiv ist“, sagte er gestern. „Und jetzt haben wir sogar einen Ankerpunkt für Liebesschlösser.“

Ronny Planke, Geschäftsführerin der Stadterneuerungsgesellschaft (SES), die das Kunstwerk im Zusammenhang mit der Straßensanierung in Auftrag gegeben hatte, wies auf die Gemeinsamkeiten von Bamberg und Stralsund als Welterbe-Stätten hin und betonte ausdrücklich, dass die Ketten des „Festmachers“ tatsächlich für die so genannten Liebesschlösser bestimmt sind, die seit einigen Jahren von Paaren an Brückengeländern oder anderen passenden beziehungsweise unpassenden öffentlichen Orten hinterlassen werden.

Das stählerne, anderthalb Tonnen schwere Kunstwerk war bereits Ende März neben der Fährbrücke aufgestellt worden (die OZ berichtete). Gefertigt haben den „Festmacher“ Metallbauer der Stralsunder Firma Ostseestaal nach den Zeichnungen von Reinhard Buch aus 20 Millimeter dicken Stahlplatten. Bis gestern blieb die Skulptur allerdings verhüllt, um sie vor den Blicken der Öffentlichkeit, aber auch vor möglicher Beschädigung durch Baumaschinen zu schützen. Denn während der vergangenen Wochen wurde dort noch mächtig gewirbelt. Die Arbeiten zur Sanierung des Straßenabschnitts entlang des Kanals hatten im September vergangenen Jahres begonnen. Dabei erhielt er nicht nur ein neues Pflaster, auch steinerne Bänke wurden aufgestellt, Straßenbeleuchtung und Stromversorgungspoller für Schiffe installiert sowie Strom- und Gasleitungen verlegt. Insgesamt 365000 Euro flossen in das Vorhaben. Davon waren 245000 Euro Städtebaufördermittel, die Bund und Land zur Verfügung stellten. 120000 Euro steuerte die Hansestadt aus ihrem Haushalt selbst bei. Die SES als Sanierungsträger setzte das Vorhaben um.

Jens-Peter Woldt

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