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Kleine Weißtanne als Gruß aus Thüringen

Tremt Kleine Weißtanne als Gruß aus Thüringen

Die Diamantenen von Tremt: Elsbeth und Kurt Scheel gaben sich vor 60 Jahren das Jawort

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Elsbeth (79) und Kurt Scheel (84) haben vor 60 Jahren geheiratet. Ihr Lieblingsplatz ist heute der Strandkorb.

Quelle: Roswitha Pendzinsky

Tremt. Der Strandkorb ist der Lieblingsplatz von Elsbeth (79) und Kurt Scheel (84). Dort wird in trauter Zweisamkeit Kaffee getrunken und wenn Besuch kommt, dann werden schnell ein paar Stühle dazu gestellt. So war es auch jetzt, beim 60. Hochzeitsjubiläum. Bei herrlichstem Wetter genossen die Senioren im kleinen Familienkreis den Tag der diamantenen Hochzeit. Es war Zeit, das gemeinsame Leben Revue passieren zu lassen, denn Sohn und Tochter hatten mit ihren Familien den Tag perfekt organisiert. Die große Feier fand am Wochenende in Stahlbrode im „Fährhaus“

Ich habe erst mit 42 Jahren Fahrrad fahren gelernt. Und das Schwimmen erst mit den Enkelkindern.“Elsbeth Scheel (79)

statt. „Wir lassen es auf uns zukommen und sind ganz entspannt, was uns erwartet“, versicherte das Ehepaar.

Kennen gelernt haben sich die beiden im Thüringen auf einer Kirmes. Das war im August 1955. Im Mai des darauffolgenden Jahres wurde schon geheiratet. Schnell waren sich Elsbeth und Kurt sicher, dass sie füreinander bestimmt sind. „Aber wir sind beide aus Hinterpommern. Mein Mann kam 1946 nach Tremt und ich 1947 nach Thüringen. Wir wurden mit unseren Familien ausgesiedelt“, erzählt Elsbeth Scheel. Der junge Kurt sah seine berufliche Laufbahn in der Armee. Er war damals in Saalfeld stationiert, wo Elsbeth in der Wäscherei des Armeeobjektes arbeitete. Dass es das junge Paar 1972 zurück auf den elterlichen Hof zog, lag an der schweren Erkrankung des Vaters. Nun hieß es, sich beruflich umzuorientieren und neue Aufgaben zu übernehmen.

Kurt Scheel erlernte das Melken und arbeitete später in der Milchwirtschaft in Greifswald. Elsbeth hat das Ferienheim in Tremt geleitet. Anfangs ging sie den Weg dorthin zu Fuß, erst später ist sie mit dem Fahrrad gefahren.

„Ich habe erst mit 42 Jahren Fahrrad fahren gelernt. Meine Tochter hat mit mir geübt. Und das Schwimmen habe ich erst mit den Enkelkindern gelernt“, berichtet Elsbeth Scheel. Längst ist sie eine gute Schwimmerin. Elsbeth Scheel fühlt sich sehr wohl in ihrem Wohnort, wie sie sagt. „Ich kann die Berge nicht leiden. Und ich mag das Rauschen der Bäume einfach nicht.“ Seinerzeit war es schwer in dem Dorf mit den vielen, entfernt liegenden Höfen, als es noch keine festen Straßen gab. Aber das sind Erinnerungen, die sich die alt eingesessenen Tremter teilen.

Während der Armeezeit hat Kurt Scheel auch seinen Jagdschein gemacht. „Die Prüfung war 1967 in Erfurt. Auf den Truppenübungsplätzen habe ich geschossen. Einmal habe ich fünf Rothirsche an einem Tag erlegt.“ Aber das sei nicht seine Auffassung von Jagd gewesen, unterstreicht er. Später, als die Familie in Tremt wohnte, hat Kurt Scheel viele Jahre im Jagdvorstand des Hegering Bremerhagen mitgearbeitet. Und bis vor zwei Jahren war er der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Kirchdorf. Heute geht der Senior nur noch gelegentlich im Revier des Sohnes auf Pirsch. Die Beine wollen nicht mehr so wie früher. Die Liebe zur Jagd hat er vom Vater übernommen und an den Sohn weiter gegeben.

Als einen besonderen Gruß und Geschenk aus Thüringen gab es eine kleine Weißtanne aus der Schabsheide. Sie ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gewachsen. Wo der Baum nun seinen Platz in Tremt finden wird, darüber muss sich die nächste Generation ihre Gedanken machen, ist sich das diamantene Paar einig. Ein Rezept für eine glückliche Ehe haben die beiden nicht. „Wir nehmen es so, wie es kommt. Man braucht nicht immer was sagen. Es wird sich einfach zusammengebissen.“ Schön, wer das nach sechzig Jahren gemeinsamen Lebens sagen kann.

Zur großen Party war die Familie mit vier Enkeln und fünf Urenkeln komplett. Es wurde mit Freunden und Nachbarn gefeiert und sich über manche Überraschung gefreut.

Roswitha Pendzinsky

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