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Kneipen lockten mit Funk, Soul, Rock und Reggae

Stralsund Kneipen lockten mit Funk, Soul, Rock und Reggae

Zur Honky-Tonk-Nacht waren alle zwölf Veranstaltungsorte dicht umlagert. Bereits im Vorverkauf gingen 2500 Tickets über den Tresen.

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Wilde Tanzszenen spielten sich im Goldenen Löwen ab: Die Reggae-Band Nyabinghia zog die Besucher scharenweise an.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Lange Schlangen bildeten sich Samstagnacht vor diversen Eingangstüren von Stralsunds Kneipen, wo auffallend nette Sicherheitsleute immer wieder Honky-Tonk-Nacht-Besucher um Geduld bitten mussten, weil drinnen einfach kein Platz mehr war.

So brechend volle zwölf Lokale hat es wohl noch nie bei einer solchen Veranstaltung gegeben — bereits im Vorverkauf gingen nach Angaben des Veranstalters über 2500 Karten weg wie warme Semmeln. „Der Service stimmt, aber die Wartezeiten war nervig“, meinte Mario Gleichmann (40), der sich mit seiner Frau Haza schon zu den Stammgängern zählt. Im Fritz-Braugasthaus auf der Kron-Lastadie verweilte das Ehepaar länger, weil hier die räumlichen Kapazitäten sehr großzügig sind. Die Soul- und Funk-Band Jamstreet spielte live im Wintergarten des Hafen-Restaurants, und die Tanzwilligen verfügten über ausreichend Platz für ekstatische rhythmische Bewegungen.

Sehr eng wurde es dagegen im Goldenen Löwen am Alten Markt, was garantiert auch mit an der Reggae-Formation Nyabinghia lag. Als würde die Wiederauferstehung von Bob Marley, der jamaikanischen Reggae-Legende, gefeiert, so enthusiastisch gingen die Besucher mit. Knackige Ska-Punk-Klänge von der Band Rolando Random & The Young Soul Rebels gab es auf die Ohren der Besucher in der Kulturschmiede. Die Sängerin wirkte rein äußerlich wie ein kleines Double von Tina Turner, mit deren Musikrichtung die Künstler aber nicht so viel am Hut hatten.

Dass nicht nur Stralsunder die Honky-Tonk-Kneipennacht besuchten, stellten Nicole Keipke (30) aus Putbus, Paula Felder (25) aus Leipzig und Anne Kerstau (24) aus Rostock unter Beweis. Die Freundinnen fanden die Musiknacht total abwechslungsreich und die einheimischen Besucher sehr angenehm. „Hier gibt es endlich mal wieder richtig gute handgemachte Musik“, meinte Paula Felder und fügte hinzu, dass sich Stralsunds Nachtszene-Aktivitäten vor denen der Messe-Metropole nicht zu verstecken brauchen. Das sahen die Studenten Peter Knechtel (20) und Rafael Domingos (19) ähnlich. „Die Musik ist international ausgerichtet, Langeweile kommt hier nicht auf — das gefällt mir“, sagte Rafael, dessen Familien-Wurzeln in Angola liegen und der jetzt in Wismar Bauingenieurwesen studiert. Sein Stralsunder Kumpel Peter, der an der hiesigen Fachhochschule im zweiten Semester Maschinenbau studiert, hat ihm von der Honky-Tonk-Nacht vorgeschwärmt.

Die Live-Musik ist sehr international. Das gefällt mir. Hier komme ich bestimmt noch einmal her.“Rafael Domingos (19), kommt aus Angola, studiert in Wismar

Christian Rödel

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