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Grimmen Frischer Wind in der Gemeinde Papenhagen
Vorpommern Grimmen Frischer Wind in der Gemeinde Papenhagen
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16:55 15.04.2019
Kerstin Rossberg möchte Bürgermeisterin in der Gemeinde Papenhagen werden. Quelle: Carolin Riemer
Papenhagen

25 Jahre lang leitet Ilona Kindler (Wählergemeinschaft) als Bürgermeisterin die Geschicke in der Gemeinde Papenhagen. Doch bei der nächsten Kommunalwahl am 26. Mai tritt sie nicht noch einmal an. Es sei der richtige Zeitpunkt, sagt sie und erklärt: „Es wird Zeit für andere Köpfe und neue Ideen. Außerdem wollte ich selbst entscheiden, wann ich gehe und nicht eines Tages ,gegangen werden’ oder Gefahr laufen, betriebsblind zu werden“.

Ilona Kindler und ihr Mann ziehen in den nächsten Wochen nach Stralsund um. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „32 Jahre lang habe ich in der Gemeinde gelebt und mich sehr wohl gefühlt.“ Ihrem Nachfolger gibt sie einige gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg: „Durchhaltevermögen und Mut haben, eine eigene Meinung zu vertreten. Trotzdem sollte man auch immer darauf achten, dass die Gemeindevertreter hinter einem stehen.“

Es gibt nur eine Frau, die als Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl antritt: Die parteilose Kerstin Rossberg (36) lebt seit zehn Jahren in Sievertshagen, ist Mutter zweier Töchter arbeitet als Finanz-Beamtin in Stralsund. Ilona Kindler kennt sie nur flüchtig, sagt aber: „Sie ist eine nette Erscheinung und man kann sich gut mit ihr unterhalten.“ Die scheidende Bürgermeisterin hofft, dass die potenzielle neue Bürgermeisterin sich, genau wie sie es mehr als zehn Jahre lang erfolgreich tat, gegen den Bau von Windrädern in der Gemeinde einsetzt.

Doch diesem Thema möchte Kerstin Rossberg erst einmal neutral gegenüber treten und sich zu gegebener Zeit Einblicke in die Unterlagen verschaffen. Ihr liegen erste einmal andere Themen am Herzen: „Die Feuerwehr stärken und erhalten, das Gemeindeleben und den Zusammenhalt unter den Einwohnern der sechs Ortsteile weiter verbessern.“ Zwar sei sie ein Neuling in der Kommunalpolitik doch als Finanz-Beamtin sei sie vertraut mit Gesetzen und habe ein Händchen im Umgang mit Geld. Das beweist sie seit neun Jahren in ihrer Funktion als Kassenwart im Karate-Verein „Sakura Karate Stralsund“ in dem sie auch als Trainerin aktiv ist.

An einem Wochenende nach Ostern wird sie sich persönlich mit ihren Kindern und ihrem Mann bei den Anwohnern der Gemeinde vorstellen. „Ich werde an den Haustüren klingeln, damit auch diejenigen mich kennenlernen, die bislang noch kein Gesicht zu mir haben.“ Eine Bürgermeisterin zum Anfassen möchte Kerstin Rossberg sein, die sich selbst als „gesellig, tolerant und sozial“ beschreibt. Der Entschluss, sich als Bürgermeisterkandidatin aufstellen zu lassen, fiel gemeinsam mit ihrem Mann Jens Rossberg, der sich um ein Mandat in der Wählergemeinschaft bewirbt und in diesem Jahr auch in die Feuerwehr eintrat. „Wir wollen uns aktiv einbringen, denn wir sind jung, haben Kinder und leben gern hier.“ Und von diesen jungen Familien gebe es in der Gemeinde eine ganze Menge.

Viele neue Gesichter wird es auch in der Gemeindevertretung geben. Nachdem einige ältere Mitglieder sich zurückziehen, konnten viele neue Kandidaten gewonnen werden. So tritt erstmals Gabriele Stamm von der CDU an, um einen von neun Plätzen in der Gemeindevertretung zu ergattern. Viel frisches Blut gibt es auch in der Wählergemeinschaft: Christian Kussin, Christian Nagel, Sabine Kiparr, Jens Rossberg und Kerstin Aurisch meldeten sich zur Wahl. Als Einzelbewerberin tritt Andrea Elsner an.

Die Ziele der CDU formuliert Andreas Gerds: „Hauptaugenmerk liegt darauf, den Bau von Windrädern zu verhindern und Bauvorhaben von Zugezogenen wohlwollend begleiten.“ Große Einigkeit herrscht, wenn Gerds und Mathias Ringenberg von der Wählergemeinschaft sagen, dass sie durch Kultur und Feste das Dorfleben rege gestalten, Gehwege und Straße in Ordnung halten und den Breitband Ausbau fördern möchten.

Besonderheit bei der Wahl

Tritt nur ein Kandidat zur Bürgermeisterwahl an, gibt es Besonderheiten: Auf dem Wahlzettel müssen die 1198 Wahlberechtigten der Gemeinde Papenhagen die Frage, ob sie den Kandidaten wählen wollen, mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Erhält der Einzelkandidat die absolute Mehrheit, ist die Wahl entschieden. Erreicht er weniger als 50 Prozent der Stimmen, wählen die Gemeindevertreter intern aus ihren Reihen einen Bürgermeister. Dabei kann es sich durchaus auch um den Kandidaten handeln, der bei der ersten Wahl nicht die Mehrheit erreichte.

Diese Einwohner bewerben sich um eines der neun Mandate in der Gemeindevertretung:

Für die CDU treten Kai-Uwe Hille, Andreas Gerds und Gabriele Stamm an.

Für die Wählergemeinschaft sind es: Jens Rossberg, Christian Kussin, Christian Nagel, Mathias Ringenberg, Uwe von Mengersen, Sabine Kiparr, Kerstin Aurisch

Als Einzelbewerber gehen Andrea Elsner und Kerstin Rossberg ins Rennen.

Carolin Riemer

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