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Grimmen Kommunen fordern Hilfe bei Überflutungen
Vorpommern Grimmen Kommunen fordern Hilfe bei Überflutungen
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07:06 26.04.2018
Wie hier bei Bad Sülze waren und sind weite Flächen im Amtsgebiet Recknitz-Trebeltal überflutet. Die Kommunen setzen für die Zukunft auf gemeinsames Vorgehen und Hilfe vom Land. Quelle: Almut Jaekel
Deyelsdorf/Grammendorf/Tribsees/Bad Sülze

Wassermassen wurden in den meisten Gemeinden des Amtes Recknitz-Trebeltal in diesem Frühjahr zum Problem. Und in einigen Kommunen ist es das immer noch. Beispielsweise sind die Recknitz-Wiesen vor Bad Sülze weiterhin überflutet. „Der alte Deich in den Wiesen ist gebrochen, als durch Regen und Schneeschmelze die Recknitz weit über die Ufer trat“, sagt Doris Schmutzer (BfB), Bürgermeisterin von Bad Sülze bei der Sitzung des Amtsausschusses Recknitz-Trebeltal am Dienstagabend. Bereits im Herbst 2017 stand der Kurpark nach Starkregenfällen unter Wasser.

Deshalb fordert Schmutzer, dass sich die Kommunen und deren Vertreter generell Gedanken machen, wie sie diesen Naturereignissen entgegen treten und in Extremsituationen wieder schnell Herr der Lage werden. „Wie lange hält beispielsweise die Straße in Richtung Eixen die Wasserbelastung aus, bevor sie bricht?“, fragt sie.

Auch in der Gemeinde Deyelsdorf habe es starke Wasserschäden gegeben“, berichtet Deyelsdorfs Bürgermeisterin Sandra Boy (Wählergemeinschaft). Die Trebel trat ebenso wie Gräben über die Ufer, Keller liefen voll Wasser. Boy: „Wir müssen etwas tun.“

„Die Ortsentwässerung und die Unmengen an Niederschlagswasser waren in fast allen Gemeinden des Amtes im Herbst und jetzt im Frühjahr ein Problem“, sagt auch die Leitende Verwaltungsbeamtin Anke Haß. Deshalb würden viele Bürger von der Amtsverwaltung fordern, dass die sich darum kümmere. „Das ist aber nur übergemeindlich zu lösen“, sagt Haß. Und auch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Stralsund und der Landkreis Vorpommern-Rügen müsse an Lösungen mitwirken, fordert sie. Denn Flüsse wie Recknitz und Trebel sind Gewässer 1. Ordnung und liegen deshalb in der Verantwortung des Stalu. Die Deiche jedoch nicht. Haß: „Es wäre eine große Entlastung für die Gemeinden, wenn auch die Verantwortung für die Deiche beim Land liegen würde.“ Die Kommunen allein könnten das nicht schultern, ist Haß überzeugt.

Einen gemeinsamen Vor Ort-Termin an der Recknitz soll es am Donnerstag geben. Geklärt werden sollte auch, wo beispielsweise Leitungsdimensionen vergrößert werden müssten. Allerdings sei ihr klar, dass nicht mehr viel möglich sei, wenn die Flüsse voll sind.

„Wir haben uns dieses Problem mit der Renaturierung der Trebel vor Jahren erst hereingeholt“, sagt Grammendorfs Bürgermeister Udo Peters (CDU). Und fest stehe für ihn auch, dass sich alle künftig auf mehr Wasser, auf mehr Niederschlag einstellen müssten. Peters: „Wichtig ist es deshalb, die Flüsse regelmäßig und gründlich zu krauten, damit das Wasser überhaupt abfließen kann.“

Tribsees’ Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) in diesem Jahr bei einer Veranstaltung zu den Auswirkungen der Trebel-Renaturierung versichert hatte, dass diese Maßnahmen nicht ursächlich für Hochwasser seien. Aber auch er fordert, zu prüfen, ob einiges rückgängig gemacht werden könne. Außerdem regte er an, die Wasser- und Bodenverbände ins Boot zu holen. „Die Zusammenarbeit mit allen drei Wasser- und Bodenverbänden im Amtsgebiet ist sehr gut“, bestätigt daraufhin Anke Haß. Sie mache sich in diesem Zusammenhang eher Sorgen, dass sich das Stalu aus der Verantwortung ziehen könnte.

Jaekel Almut

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