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Komödiantisches Spiel in alter Koserower Feldsteinkirche

Komödiantisches Spiel in alter Koserower Feldsteinkirche

Für die Veranstaltungsreihe „Klassik am Meer“ wird das evangelische Gotteshaus auf der Insel Usedom ab Mittwoch wieder zur Theaterbühne

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Emilia Galotti – gespielt von Laurine Betz – ist in Gotthold Ephraim Lessings gleichnamigem Werk zwischen Tugend und Liebe gefangen. Emilias Vater (Gottfried Richter) soll sie aus dem Dilemma befreien.

Quelle: Star Press/ Robin Loesch

Argan ist krank. Oder zumindest bildet er sich das ein. Allen Anordnungen der quacksalbernden Ärzte unterwirft er sich, egal wie absurd sie erscheinen. Ohne diese eingebildete Krankheit würde Argan, ein gutmütiger Hausvater sein. So aber wird er zum Tyrannen in seiner Familie, während Doktoren und Apotheker ihn übers Ohr hauen.

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Für die Veranstaltungsreihe „Klassik am Meer“ wird das evangelische Gotteshaus auf der Insel Usedom ab Mittwoch wieder zur Theaterbühne

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Mit der Komödie „Der eingebildete Kranke“ des französischen Dramatikers Molière (1622-1673) startet „Klassik am Meer“ in Koserow auf Usedom am Mittwoch in die 18. Spielsaison. In der evangelischen Kirche des Seebades werden an 23 Abenden bis in den September hinein verschiedene Klassiker der Weltliteratur interpretiert.

„Das Stück wurde vor 300 Jahren geschrieben. Es ist aber immer noch aktuell“, erklärt der künstlerische Leiter der Veranstaltungsreihe, Jürgen Kern. „Der Glaube an die Medizin ist auch heute groß, doch gleichzeitig treibt die Pharmaindustrie ihre lukrativen Geschäfte mit der Gesundheit der Menschen“, betont der Theatermann.

Seit 18 Jahren gehören die Aufführungen, bei denen klassische und moderne Weltliteratur dargeboten werden, zu Koserow. „Klassik am Meer ist ein Zugewinn für den Ort“, sagt der 76-Jährige. „Viele Seebäder locken mit Sonne, Strand und Meer – aber ein eigenes Ensemble, das können nicht viele andere bieten.“ Unter den Schauspielern sind unter anderem die an den Berliner Bühnen etablierten Mimen Peter Bause, Ulrich Müller-Hönow und Laurine Betz.

In „Der eingebildete Kranke“ spielt Peter Bause die Hauptrolle – den Argan. Dieser möchte mit einer List seiner habgierigen Frau und den Ärzten auf die Spur kommen. „Peter Bause besitzt das nötige komödiantische Talent, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen“, ist Kern überzeugt. „Über sein Spiel können die Zuschauer sicherlich schmunzeln.“

Neben Molières Komödie können sich die Besucher unter anderem auch auf die Inszenierungen von Gotthold Ephraim Lessings (1729-1781) Werk „Emilia Galotti“ und Wilhelm Hauffs (1802-1827) „Das Wirtshaus im Spessart“ freuen. Außerdem werden beispielsweise Gedichte von Heinrich Heine (1797-1856) vorgetragen.

Als Theaterbühne dient jeweils von Donnerstag bis Sonnabend die etwa 760 Jahre alte Feldsteinkirche Koserows. 140 Plätze bietet das Gemäuer, in dem sonntags weiterhin Gottesdienste stattfinden.

„Als ich in meinem Urlaub vor 18 Jahren an dem Gotteshaus vorbeifuhr, dachte ich mir sofort, dass es ideal zum Theaterspielen ist“, erklärt Kern. Die Kirche ist klein und erscheint intim, sodass sie wie ein Kammertheater wirkt. „Die Atmosphäre und die Akustik sind zudem in dem Gemäuer sehr gut“, verdeutlicht der Schauspieler und Regisseur.

Die Idee – hier Theater zu spielen – stieß beim Evangelischen Pfarramt auf Zustimmung. Hugo von Hofmannsthals (1874-1929) „Jedermann“ war das erste Theaterstück, das in dieser Kirche aufgeführt wurde.

„Ich bin froh über die Offenheit und das Vertrauen der Pastorin Bettina Morkel“, sagt Kern. „Denn nicht jede Komödie eignet sich, um in einem derartigen Raum gespielt zu werden.“

Programm

Adresse

Evangelische Kirche

Fischerstraße 35

17459 Koserow

Eintritt

14 bis 22 Euro

Ticket-Hotline

☎ 01805 / 700733

• Internet: www.klassik-am-meer.de Der eingebildete Kranke

7., 8., 15., 28. und 29. Juli, 5., 12., 19. und 26. August, 2., 9. und 16. September jeweils 19.30 Uhr

Emilia Galotti

14. und 21. Juli, 4., 11. und 25. August, 8. September jeweils 19.30 Uhr

Die Sandrock und Arthur Schnitzler

22. Juli, 19.30 Uhr

Wie trinkt man einen Rotwein?

30. Juli, 19.30 Uhr

Das Wirtshaus im Spessart

18. August, 19.30 Uhr Bummel durch Deutschland

1. September, 19.30 Uhr

Herz, mein Herz sei nicht

beklomme n

15. September, 19.30 Uhr

DREI FRAGEN AN...

1 Herr Bause, Sie spielten lange am Deutschen Theater in Berlin sowie in TV-Serien, wie „Polizeiruf 110“ und „Unter uns“. Was verschlägt Sie nach Koserow? Jürgen Kern, der „Klassik am Meer“ ins Leben gerufen hat, ist ein alter Studienkollege und hat mich eingeladen. Seit fünf Jahren bin ich mittlerweile schon dabei. Ich habe diese Kirche in dieser Zeit lieben gelernt.

2 Was macht das evangelische Gotteshaus im Ostseebad als Bühne so besonders? Wir Schauspieler sind den Zuschauern in der Kirche sehr nah – das hat man heute nicht mehr oft. Sonst trennen immer breite Orchestergräben die

Bühne vom Saal.

In Koserow spielen wir sozusagen auf Augenhöhe mit den Besuchern. Das macht es nicht unbedingt einfacher, weil ich aus diesem Grund jede Bewegung, jede Mimik besonders überdenken muss. Es soll beim Zuschauer schließlich authentisch rüberkommen.

3 Mit Molières Stück „Der eingebildete Kranke“ wird „Klassik am Meer“ eröffnet. Sie spielen die Hauptrolle – den Argan. Können Sie sich mit dieser Figur identifizieren?

Argan ist ein Hypochonder und hat ständig unbegründet Angst vor dem Tod. So bin ich überhaupt nicht. Ich ignoriere eher kleinere Wehwehchen als diese zu dramatisieren. Ich versuche, mich soweit fit zu halten, dass es erst gar nicht zu ernsteren Problemen kommt. Dass jemand allerdings so einen Knall hat, kann ich mir gut vorstellen. Argans Übertreibungen werden sicherlich bei den Zuschauern zu einigen Lachern führen. Und genau das möchte ich mit meiner Rolle erreichen. Meine Kollegen und ich wollen mit dem Stück viel Freude verbreiten, sodass wir alle einen schönen Abend in Koserow haben.

Ann-Christin Schneider

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