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Kostümiertes Wintervergnügen auf dem Darß

Born Kostümiertes Wintervergnügen auf dem Darß

Born lockt mit 21. Fastnachtstonnenabschlagen / Eine Jury prämiert die schönsten und originellsten Kostüme

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Christa Saatmann (85) schneidert unermüdlich Kostüme.

Quelle: Foto: Elke Erdmann

Born. Wenn die Narrenrufe „Helau“ und „Alaaf“ in den Karnevalshochburgen nach Aschermittwoch verstummt sind, heißt es auf dem Darß „Gut Schluck!“ Da weiß man doch gleich, was gemeint ist. Die Kurverwaltung und der Borner Tonnenbund laden für Sonnabend, 17. Februar, zum Wintervergnügen nach Born ein.

„Kostüme sind für alle Aktiven Pflicht“, sagt Holger Becker, Chronist und Vorsitzender des Tonnenbundes. Er ist auch der Initiator des Festes, denn er brachte 1998 nach langer Pause den Funken erneut zum Glühen. Im Barther Tageblatt von 1868 hatte er eine Annonce entdeckt, die von solch einem Wintervergnügen berichtet. Allerdings wurde es damals im benachbarten Wieck ausgetragen. So rattern im Winter überall die Nähmaschinen, wird für die Kulissen gesägt und gehämmert. Alljährlich überrraschen die Tonnenbünde aus den Nachbarorten und einzelne Gruppen mit ihren Kreationen die vielen Schaulustigen, die sich mitunter auch schmücken. Die schönsten und originellsten Kostüme werden prämiert. Dafür ist eine Jury unterwegs, die mittlerweile ein geschultes Auge hat. Um 11 Uhr versammelt sich das närrische Volk auf der Borner Erlebniswiese zum Umzug durch das Dorf. Holger Becker wird alle Narren mit dem Ruf „Gut Schluck!“ begrüßen. Als Antwort erwartet er „Gluck, gluck!“ Damit die Pferde ruhig bleiben, darf nicht zu viel Teufelszeug durch die Kehlen rinnen.

Der Spielmannszug Barth, die Schalmeienkapelle Malchin, die Feuerwehrkapelle Zarrentin und die Kaiserlich-Königliche Regimentskapelle aus Pasewalk sorgen für musikalische Stimmung. Warme Getränke und Brote gibt es bereits am „Restaurant Rieming“ und ausgiebig an der Kurverwaltung. Gegen 14 Uhr kehrt der Zug zum Ausgangspunkt zurück zum dreifachen Tonnenabschlagen. Gut Trainierte schlagen mit dem Knüppel hoch zu Ross oder hernach galoppierend auf Schusters Rappen, was besonders lustig ist. Die Kinder versuchen ihr Glück zu Fuß zeitgleich mit den Reitern. Gegen 16 Uhr werden im beheizten Festzelt die Sieger geehrt und sogleich die Königstänze ausgeführt. Getanzt wird bis 2 Uhr. Zwei Maskenbälle wurden zuvor in der Discothek „BornAqua“ gefeiert. Dort geht ohne Christa Saatmann die Tür nicht zu. „Da muss ich hin. Mich interessieren die Kostüme und auch, wer darunter steckt.“ Außerdem tanzt sie gern und gut. Heiligabend 2017 feierte sie ihren 85. Geburtstag. Kostümiert besuchte sie bereits 15-jährig ihren ersten Maskenball und blieb immer dabei. Unzählige Kledagen nähte sie mit einer alten „Singer“ für sich und andere.

Elke Erdmann

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