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Krank im Job: Frauen härter als Männer

Krank im Job: Frauen härter als Männer

DAK-Gesundheitsreport untersucht Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Krankheitsfall

Grimmen. Frauen sind im vergangenen Jahr im Landkreis Vorpommern-Rügen auf 22 Prozent mehr Fehltage wegen Krankheit gekommen als Männer. Das hat der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) herausgefunden. Wie Olaf Reiher, DAK-Chef in Stralsund erklärt, wurden für diese Studie von den Versicherten der Krankenkasse Ausfallzeiten und deren Ursachen analysiert.

Diesmal wurden als Schwerpunkt des Reports die Besonderheiten zwischen Mann und Frau untersucht – sowohl in den Krankheitsprofilen als auch im Umgang mit Krankschreibungen. „Die Studie zeigt, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind“, so Olaf Reiher. So erkranken in Stralsund Männer 17 Prozent häufiger am Herz-Kreislauf-System als Frauen. Diese leiden jedoch mehr als doppelt so oft (plus 135 Prozent) an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Ein Trend, den es so auch im Landkreis gibt. Hier erkranken Männer 31 Prozent häufiger am Herz-Kreislauf-System als Frauen. Die auch im Kreis wegen psychischer Erkrankungen doppelt so oft (plus 109 Prozent) krank geschrieben werden.

Auffällig im Landkreis: Bei den Krebsleiden liegen Frauen drei Prozent über denen der Männer, was durch das relativ frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt sei kann. „Betroffene Frauen stehen dann voll im Erwerbsleben“, erklärt Olaf Reiher. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, tritt hingegen ab etwa 60 Jahren auf. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ja ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst.“

Während sich die unterschiedlichen Statistikwerte bei Krebs im Landkreis noch klar interpretieren lassen, sind die Ursachen für die längeren Ausfallzeiten vielschichtiger. Für Stralsunds DAK-Chef spielt hier auch die Doppelbelastung von Frauen in Beruf und Haushalt eine Rolle. „Dazu kommt, dass Frauen sich für die Betreuung kranker Kinder nach Ablauf der gesetzlichen zehn Tage pro Kind und Partner häufig selbst krankschreiben lassen um den Nachwuchs zu pflegen.“ So erklärte jede vierte Frau in MV, dass sie sich bei Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste.

Und noch eine Besonderheit fand die Studie heraus: Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen dabei von so genanntem Präsentismus: 77 Prozent der Frauen in MV gingen 2015 mindestens einmal krank zur Arbeit, bei den Männern nur 45 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung zum Gesundheitsreport an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (79 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (61 Prozent).

Zweck der jährlichen Studie zum Krankenstand ist unter anderem, dass Unternehmen daraus Erkenntnisse für ihr Gesundheitsmanagement gewinnen können. Reiher: „Um längeren Erkrankungen etwa durch Rückenschmerzen oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir Arbeitgebern Hilfe an.“ Etwa wenn es um Beratung zu Präventionskursen sowie deren finanzieller Unterstützung geht. So gibt es mit dem Kreisdiakonischen Werk gute Kontakte.

Jörg Mattern

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