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Grimmen Kriminalist warnt vor Tricks der Betrüger
Vorpommern Grimmen Kriminalist warnt vor Tricks der Betrüger
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00:00 18.07.2013
Kriminalhauptkommissar Jürgen Rebal gab den Besuchern viele Tipps , wie sie sich vor Betrügern schützen können. Fotos (4): Walter Scholz
Elmenhorst

Vergangener Dienstag zur Mittagszeit in Elmenhorst. Ursula Jahn arbeitet in der Küche, als es an der Haustür klingelt. Zwei junge Männer stehen vor der Tür. „Es gibt Störungen beim Fernsehempfang“, sagen die angeblichen Techniker. Während sich der eine Monteur um die Kabelei kümmert, klaut der andere die Geldbörse von Ursula Jahn. — „Alles im Kasten“, ist zu hören. Es handelt sich um eine gestellte Szene, die das „Nordmagazin“ des NDR gedreht hat.

Kurze Zeit später treffen sich viele Elmenhorster und auch Besucher aus Stralsund im „Haus der Begegnung“ des Ortes. Eingeladen hat der Seniorenbeirat des Landkreises Vorpommern-Rügen. Es geht um das Präventionsprojekt „Senioren als Opfer“. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht, es gab schon 33 Veranstaltungen“, berichtet Fritz Barthel (76), der Projektleiter. Bisher existierte dieses Projekt nur auf der Insel Rügen, nun im gesamten Landkreis.

Andreas Pfaffe (58) ist Moderator der Veranstaltung. Bürgermeister Dr. Rudi Wendorf begrüßt auch Kriminalhauptkommissar Jürgen Rebal von der Polizeiinspektion Stralsund. Als Präventionsberater hat dieser jeden Tag mit Betrugsfällen zu tun. Er hat viel zu erzählen. Warum sind die Senioren eigentlich am häufigsten die Opfer von Betrügern? Oft sind die Menschen zu leichtgläubig, ist zu erfahren.

Sie werden angesprochen, man fragt, wie es ihnen geht, nennt Namen von Verwandten, die es oft nicht gibt und erfragt so nach und nach wichtige persönliche Daten, die man dann für den Betrugsversuch nutzt. Egal, ob es um windige Abos, vermeintliche Lottogewinne oder den bekannten Enkeltrick geht. „Wir möchten, dass Sie sicher leben“, sagt Jürgen Rebal.

Man solle lieber mit Freunden und Bekannten sprechen, wenn man schon irgend einen Vertrag unterschrieben hat, denn die Einspruchsfrist ist schnell abgelaufen. Rebal berichtet, dass es nicht nur jüngere Leute gibt, die ältere über den Tisch ziehen. Es gebe auch in älteren Altersstufen Ganoven, die Tricks anwenden. Bezogen auf Haustürgeschäftemacher habe es sich bewährt, eine Sperrkette an der Tür zu haben. Die Tür sollte nur einen Spalt geöffnet werden — oder man schaut durch den Spion, wenn einer vorhanden ist. „Es ist uns bekannt, dass viele Wohnungsgenossenschaften nicht dulden, dass Sperrketten an der Tür befestigt werden. Es gibt auch andere Möglichkeiten der Sicherung. Wir beraten Sie gerne“, sagt Rebal. „Lassen Sie niemand in die Wohnung, den Sie nicht gerufen haben“, mahnt der Kriminalhauptkommissar. Er nennt weitere Betrugsmaschen, wie Beobachtungen beim Geldabheben, angeblichen Geldwechsel, Taschendiebstahl oder vorgetäuschte, plötzliche Erkrankung, um in die Wohnung zu gelangen.

Ilse Stenzel aus Stralsund berichtet, dass sie mit E-Mails aus Frankreich bombardiert wurde, damit sie bei einer Apotheke eine angebliche Rechnung von 546 Euro begleicht. Trotz Drohung mit Anwälten blieb sie hart und erfuhr im Internet, dass über 100 weitere Personen betroffen waren... Jürgen Rebal verteilte zahlreiche Informationsschriften der Landespolizei an die etwa 40 Besucher.

Es war zweifellos ein interessanter Nachmittag für alle Anwesenden.

Walter Scholz

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