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Grimmen Kühe als Sammelleidenschaft
Vorpommern Grimmen Kühe als Sammelleidenschaft
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07:03 30.08.2013
Kühe in vielen Variationen sammelt Sigrid Gädtke aus Grimmen. Quelle: Roswitha Pendzinsky

Die Sammelleidenschaft für Kühe und Milchkannen wurde 1990 gelegt. Da bekam Sigrid Gädtke eine kleine handbemalte Kuh geschenkt. Das war der Grundstock für viele weitere.

„Die meisten sind Urlaubsmitbringsel. Ich könnte zu jeder sagen, wo sie herkommt“, berichtet die Frau, die ihr ganzes Arbeitsleben lang mit Milch zu tun hatte.

1963 hat sie in Horst in der Molkerei gelernt, später in Grimmen gearbeitet und ist dann noch dreizehn Jahre lang nach Altentreptow zur modernen Molkerei gefahren, nachdem der Betrieb 1995 geschlossen wurde. Von ihrer Lehre in der Horster Molkerei berichtet sie: „Ich lernte, in einem Holzfass Butter herzustellen. War die fertig, dann wurde die fünftausender Zentrifuge in Betrieb genommen und die angelieferte Rohmilch entrahmt.“ 1969 wurde die Molkerei stillgelegt. Danach arbeitet sie in der Grimmener Molkereigenossenschaft und hat während ihres gesamten Berufslebens über 50 Lehrlinge zu Molkereifacharbeitern ausgebildet. „Zu vielen habe ich heute noch Kontakt. Wir machen Busfahrten und Betriebsbesichtigungen. Gerade waren wir in Bergen wo der bekannte ‚Rügener Badejunge‘ hergestellt wird“, erzählt die 68-Jährige. Fasst ein halbes Jahrhundert hat Sigrid Gädtke in der Milchwirtschaft gearbeitet und die Entwicklung in der Landwirtschaft miterlebt. „Als Rentner verfolge ich noch immer was in der Landwirtschaft passiert.“

Aber nicht nur die aktuelle Entwicklung ist für sie interessant, sondern auch die Geschichte. So weiß die Fachfrau, dass es allein 1923 in Grimmen 26 Kleinmolkereien gab und auch in jedem größeren Dorf gab es eine Molkerei. Ein weiteres Beispiel für die Entwicklung in der Landwirtschaft in den letzten zweihundert Jahren ist die Steigerung der Milchleistung. 1810 betrug der Jahresdurchschnitt etwa 1100 Liter und heute bringt eine Spitzenkuh zwischen 8000 und 10 000 Liter Milch. Die Leidenschaft für Milch und deren große Produktpalette, insbesondere Käse, hat sich Sigrid Gädtke über ihr Berufsleben hinaus bewahrt. Interessierten erzählt sie gerne, wie aus Rohmilch Käse wird oder wie in einer modernen Molkerei gearbeitet wird. Zu Grimmens 725-Jahrfeier hat sie im letzten Jahr eine Fotoausstellung mit Aufnahmen der Molkerei, wo heute das „Kursana“-Pflegeheim steht, zusammengestellt. Und schon hat die agile Frau ein neues Projekt ins Auge gefasst. „Ich erarbeite eine Chronik über die Grimmener Molkereigenossenschaft.“ Impulse bekommt sie sicherlich, wenn sie ihre kleine Kuhsammlung betrachtet.

Wenn auch einige Modelle etwas kitschig daher kommen, so freut sie sich, in welcher Form es die Kühe gibt. Butterdose, Eierbecher, Sahnekännchen, Spardose, Kuschelkissen oder sogar als Seife, in der Menge ist es interessant und amüsant. Das größte Sammelstück ist jedoch eine originale Milchkanne, mit der noch bis Ende der 60-er Jahre die Milch von den Kleinbauern abgeholt wurde. Jeden Morgen holte ein Milchkutscher die auf dem Milchbock abgestellten Kannen ab und brachte sie mit dem Pferdefuhrwerk zur Molkerei. Diese und viele weitere Geschichten wird Sigrid Gädtke sicherlich auch in der Chronik über die Grimmener Molkereigeschichte verarbeiten.

Zu vielen Lehrlingen habe ich heute noch Kontakt.“Sigrid Gädtke

Roswitha Pendzinsky

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