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Angela Dwyers dritter Frühling

Born Angela Dwyers dritter Frühling

Vom Pacific über die Spree an den Bodden. Künstlerin stellt in der Galerie Born aus.

Born. „The tree is broken“, ist die Ausstellung mit Malerei in der Galerie Born nach einem titelgleichen Bild überschrieben. „Der Baum bricht, wenn er die Früchte nicht tragen kann”, sagt die Künstlerin Angela Dwyer. „So ist es mit allem, was zu viel ist.“ Gedanken, die sie zu diesem Thema beschäftigen, hat sie auf das blutrot bemalte Papier gebracht. „We are broken.” Wir sind gebrochen. Auch dieser Satz findet sich auf dem Blatt, das mehrfach geschichtet und geklebt ist.

Die Künstlerin ist eine Sinnsucherin. Sie benutzt Zitate, etwa von Herta Müller, nimmt sie aus dem Kontext und setzt sie in ihren Schriftarbeiten neu zusammen. Sie fordert den Betrachter mit ihren Fragmenten in deutscher, englischer oder in der Sprache der Maori, die sie handschriftlich aufs Blatt bringt wie in dem Bild „Whatungarongaro“. Die Maori, Ureinwohner, lebten schon auf dem Inselland Neuseeland bevor die Briten eintrafen. Von dort stammt Angela Dwyer, wurde 1961 in Palmerston North geboren, studierte in Dunedin und erhielt das „Diplom of Fine Arts“, lebt und arbeitet seit 1984 in Berlin.

Whatungarongaro te Tangata toi tu te Whenua. Das heißt: „Menschen kommen und gehen, das Land bleibt.“ Dieses große Gemälde in Mischtechnik auf Papier, das Herz der Exposition, hat sie dem neuseeländischen Maler Ralf Hotere gewidmet. „Er war sehr wichtig in meinem Leben. Hat mich zu meinem künstlerischen Weg ermutigt.“ Farbenprächtig und frisch sind ihre Ölbilder auf Leinwand. Sie explodieren und wirken aus der Ferne besonders. „Carmelita“, titelt sie ein Bild, das den Reigen anführt. „Die Stimmung dafür habe ich mir aus dem gleichnamigen Lied des US-amerikanischen Sängers Warren Zevon geholt.“ Alle Farben sind gemischt, mit Pinsel, Spachtel und Fingern aufgetragen. Angela Dwyer ist Meisterin im Zusammenstellen von Farben. Und zwar so, dass die Komposition nicht auseinander fällt. Sie nutzt geometrische Grundformen und kombiniert immer neue Farben. Mal fügt sie Quadrate schachbrettartig zusammen, mal ist es das Spiel mit den Dreiecken.

Galerist Matthias Fuhrmann sagte am Sonnabend zur ersten Vernissage der Saison und dritten mit Angela Dwyer, die bereits im Frühling 2009 und 2012 in Born ihre Werke zeigte: „Wir haben versucht, eine Ausstellung zu bauen, in der jedes Bild für sich allein steht, aber im Dialog zueinander.“

Galerie Born, Ausstellung bis zum 11. Mai. Südstraße 22, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr.

 



OZ

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