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Grimmen Besucherzahlen haben sich vervielfacht
Vorpommern Grimmen Besucherzahlen haben sich vervielfacht
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00:11 17.01.2015
Ulrike Volkhardt aus Hannover in der Barther Kirchenbibliothek. Der Förderverein bemüht sich um den Erhalt, die Restaurierung und Erschließung der historischen Bibliothek. Quelle: Detlef Lübcke

Barth — Prof. Ulrike Volkhardt ist Vorsitzende des Fördervereins Kirchenbibliothek St. Marien. Mit ihr sprach die OZ über den Europa Nostra Award, gestiegene Besucherzahlen und die kulturgeschichtlich reiche Boddenstadt.

OSTSEE-ZEITUNG: Wie verlief 2014 für den Förderverein?

Ulrike Volkhardt: Es war ein großartiges Jahr. Wir empfanden die Zueignung des Europa Nostra Awards 2014 als eine ganz besondere Ehrung. Die Barther Kirchenbibliothek hat durch den europäischen Preis für kulturelles Erbe eine starke internationale Aufmerksamkeit bekommen.

OZ: Was war daran besonders?

Volkhardt: Einerseits waren wir das einzige ausgewählte deutsche Projekt und anderseits im Vergleich zu den anderen klein. Beispielsweise der Erhalt einer Kirche in Rumänien oder der eines Theaters in Bologna sind andere Dimensionen. Die Entscheidung hebt hervor, was für einen internationalen Stellenwert die Barther Kirchenbibliothek hat. Damit ist der Preis ist auch eine Anerkennung für die Stadt.

OZ: Wie empfanden Sie die Verleihung im renommierten Wiener Burgtheater mit Plácido Domingo als Vorsitzenden des Europa Nostra Awards?

Volkhardt: Es war ein Highlight. Die aus über 20 Ländern stammenden Preisträger konnten zudem ihre Projekte an der Universität Wien der Öffentlichkeit und den Medienvertretern vorstellen.

Insgesamt haben wir dadurch richtige Freunde in Europa gefunden.

OZ: Welches Ansehen genießt die Barther Kirchenbibliothek?

Volkhardt: In Barth, in der Region und in Mecklenburg-Vorpommern wird sie geschätzt. Das geht über die Landesgrenzen in die Bundesrepublik hinaus. Weltweit hat sie bei Forschern einen guten Namen.

OZ: Was strebt der Verein zukünftig an?

Volkhardt: Die Besucherzahlen haben sich im Vergleich zu 2013 deutlich vervielfacht. Deshalb bilden wir derzeit eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern aus, die künftig Termine für Führungen oder zur individuellen Betreuung von Nutzern anbieten können. Denn sowohl das touristische als auch das wissenschaftliche Interesse am Bestand ist da. Wir konnten einzelne Exponate bereits verleihen.

OZ: Wen will der Verein mit seiner Arbeit ansprechen?

Volkhardt: An die Jugendlichen vor Ort wollen wir herantreten. Auch sie sollen verstehen und erleben, was für ein Pfund die Kirchenbibliothek für sie und Barth ist. Hier zeigt sich, bürgerschaftliches Engagement lohnt sich für eine gute Sache. Darauf beruht unser bisheriger Erfolg als Verein. Ein Zusatz noch: Laut Bibliothekswissenschaft ist die Kirchenbibliothek eine ruhende Traditionsbibliothek. Ihr Bestand verändert sich ja nicht. Als Verein wollen wir eine lebendige Bibliothek mit Tradition daraus machen.

OZ: Welches kulturgeschichtliche Gewicht könnte Barth entfalten?

Volkhardt: Die Aktivitäten rund um die Kirchenbibliothek haben die Bemühungen des Kirchbauvereins geholfen, den Status von St. Marien als Denkmal von nationaler Bedeutung zu untermauern.

Barth ist eine kulturell reiche Stadt und sollte dies zeigen. Diese Boddenstadt gehörte mit zu den wichtigen Zentren des Ostseeraums. In jedem Falle ist Barth keine Stadt wie alle anderen.

OZ: Welche Forschungsprojekte laufen gegenwärtig vor Ort?

Volkhardt: Das Augenmerk liegt auf Theologie, Musik und Sprachgeschichte. Hinzu kommt die aktuelle Klärung der Frage, welche Bedeutung die einstige Hofdruckerei des pommerschen Herzogs Bogislaw XIII. hatte.

OZ: Wird der in der Barther Kirchenbibliothek vorhandene Musikbestand wie im August 2014 künftig bei den alljährlich stattfindenden Buchholzorgeltagen erklingen?

Volkhardt: Das ist eine Zukunftsperspektive. Für 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum ein großes Musikprojekt geplant.

OZ: Wie haben die Bemühungen Ihres Vereins bislang gefruchtet?

Volkhardt: Der Grundstein für die Rettung des kulturhistorisch wertvollen Bestandes der Barther Kirchenbibliothek ist gelegt. Die Bücher sind getrocknet und gereinigt. Jetzt ist deren Restaurierung ein großes Thema. Durch die private Spende eines Hamburger Förderers geschieht dies bereits mit den ersten Bänden. Weiterhin freuen wir uns über jede noch so kleine finanzielle Unterstützung.



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