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Der letzte Klavierbauer von Stralsund

Stralsund Der letzte Klavierbauer von Stralsund

Peter Sitte lässt Instrumente, die nur noch ein schiefes Leiern von sich geben, neu erklingen

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Klavierbaumeister Peter Sitte stimmt ein Klavier im Keller seines Musikhauses.

Quelle: Fotos: Alexander Müller

Stralsund. Wer durch das Musikhaus von Peter Sitte geht, stößt fast in jedem Raum auf etliche Klaviere. Mancher ist so mit den Instrumenten vollgestopft, dass es unmöglich ist, an ihnen vorbei zu kommen. Es gibt alte und moderne Klaviere, kostbare Sammlerstücke und solche, die ihre besten Tage bereits hinter sich haben. Der 69-Jährige sagt über sich selbst: „Ich bin besessen von Klavieren.“

Peter Sitte ist der letzte Klavierbaumeister von Stralsund – vor 100 Jahren gab es hier noch sechs. In seiner Werkstatt in der Langenstraße repariert er die Instrumente von Musikern in einem Umkreis von 120 Kilometern. Will jemand ein kaputtes Stück loswerden, kauft der Handwerker es auf und richtet es in aufwändiger Kleinstarbeit wieder her. Für etwa 2000 Euro sind sie dann zu haben.

Der Klavierbaumeister klappt das Gehäuse eines Klaviers auf, so dass die Mechanik darin zum Vorschein kommt. Er drückt eine Taste auf der Klaviatur und setzt damit ein komplexes System in Bewegung.

Die Pilote, eine Art Verbindungsstück, schleudert den filzbeschlagenen Hammer nach vorne, der mit hoher Geschwindigkeit auf eine der Saiten schlägt. Die Schwingung wird über den Steg auf den Resonanzkörper übertragen – und heraus kommt der Klang, der die Menschen träumen lässt. Aber nur dann, wenn auch wirklich jedes Teil an seinem Platz sitzt. Ein Klavier besteht laut Peter Sitte aus mehreren Tausend Einzelteilen. Für eine Generalreparatur muss jedes davon ausgebaut, erneuert und wieder eingebaut werden. „Schon eine Verschiebung von Hundertstel-Millimetern kann Auswirkungen auf den Klang haben“, sagt der Experte.

Perfektionismus ist die Grundvoraussetzung für den Beruf des Klavierbaumeisters. Peter Sitte, aufgewachsen in Kröpelin bei Rostock, ist durch seinen Vater dazu gekommen, der Musiker war. Nach einer Ausbildung zu DDR-Zeiten machte Peter Sitte nach der Wende seinen Meister in Stuttgart. Den brauchte er, um mit den ganz edlen Marken arbeiten zu können – Fazioli, Bösendorfer, Steinway. Ein Flügel von letzterem Hersteller kann schon mal 120000 Euro kosten. Ein solches Prachtexemplar steht zum Beispiel im Stralsunder Rathaus und wird von Peter Sitte regelmäßig gestimmt. „Da passt einfach alles. Der Klang ist edler, das Material feiner verarbeitet.“

Der Klavierbaumeister weiß wovon er spricht, denn er ist selbst Musiker. In seiner Band „Sitte un(d) Moral“ spielt er allerdings kein Klavier, sondern Akkordeon und Kontrabass.

Alexander Müller

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