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Eine verblüffende Perspektive

Stralsund Eine verblüffende Perspektive

Der neue Immage-Film für die Nordvorpommersche Waldlandschaft soll im Herbst fertig sein

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Blick aus der Ei-Perspektive: Mama Kranich kommt zum Brüten. Der Schnabel scheint fast das Bild zu durchbrechen.

Quelle: Fotos: Jens Klingebiel und Roibin Jähne

Stralsund. Die Bilder sind beeindruckend, die Beschreibung lässt erahnen, was vom Herbst dieses Jahres an über die Bildschirme flimmern wird, wenn sich Naturinteressierte den Immage-Film von Jens Klingebiel aus Twistetal in Hessen und Robin Jähne aus Detmold in Nordrhein-Westfalen über die Nordvorpommersche Waldlandschaft anschauen.

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Der neue Immage-Film für die Nordvorpommersche Waldlandschaft soll im Herbst fertig sein

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Jeder Dreh ist immer wieder ein neues Abenteuer, und natürlich geht auch mal etwas schief.“Robin Jähne

Seit Anfang des Jahres sind die beiden Männer in der Region mit der Kamera unterwegs und fangen einzigartige Aufnahmen ein. Wenn das Ergebnis ihrer Arbeit beschrieben wird, dann liest sich das wie folgt: „Vor dem blauen Himmel setzen sich noch unbelaubte Baumsilhouetten ab. Plötzlich schiebt sich ein Kopf ins Bild. Schnell erkennt nicht nur der Fachmann: Es ist ein Kranich, der sich scheinbar zum Zuschauer herab beugt und ihn fast mit dem Schnabel zu berühren scheint. Dann wird klar: Es handelt sich um eine einzigartige Perspektive, die bisher so noch nicht gefilmt wurde. Es ist die Sicht mitten aus dem Nest, die Sicht eines Kranich-Eies.“

Solche ungewöhnlichen Perspektiven seien die Markenzeichen der beiden Naturfilmer, heißt es in einer Pressemitteilung, die die Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen jetzt herausgegeben hat und die auch der Auftraggeber für den Film ist. Er soll Wildtieraufnahmen enthalten, die Schönheit der Landschaft und interessante kulturellen Stätten zeigen.

Denn die Nordvorpommersche Waldlandschaft, die ein Projekt aus dem Bundesförderprogramm „Chance Natur“ ist, ist Heimat für viele seltene Tiere und Pflanzen. Kraniche, Eisvögel, Fischotter, Schreiadler und Seeadler sind dort zuhause. Klingebiel: „Diese scheuen und sensiblen Tiere gekonnt in Szene zu setzen, dafür bedarf es großer Erfahrung. Es ist unsere Aufgabe, die Tiere so perfekt wie möglich zu filmen.“ Aber ohne die tatkräftige Unterstützung der vielen ortsansässigen Horstbetreuer, Förster und Jäger sei das nicht möglich.

Natürlich greifen die beiden Experten auf eine klassische Ausrüstung zurück. Sie sind mit Kameras, Tarnzelten und riesigen Teleobjektiven unterwegs. Aber sie haben auch Technik entwickelt, die ganz auf ihre Zwecke abgestimmt ist. Jähne: „Das ermöglicht zum einen eine besondere Perspektive und eine hautnahe Begegnung des Zuschauers mit den tierischen Protagonisten, garantiert auf der anderen Seite aber auch ein Minimum an Störungen und Eingriffen in den Lebensraum. Denn der Mensch, der oft das störende Element ist, bleibt auf großer Distanz.“

Ihnen gehe es vor allem darum, Menschen zu informieren und für die Natur zu begeistern. Ein Engagement, das bereits mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt worden sei. „Dabei ist jeder Dreh immer wieder ein neues Abenteuer, und natürlich geht auch mal etwas schief, die Tiere erscheinen nicht, Marder beißen Kabel durch oder das Wetter macht einen Strich durch die Rechnung“, erzählt Jähne. „Da freuen wir uns, dass wir allen Wiedrigkeiten zum Trotz mit einigen ungewöhnlichenKranichaufnahmen aufwarten können, die in den letzten Tagen entstanden sind. Wir führen den Zuschauer sozusagen in die Kinderstube des Kranichs“, so Klingebiel.

Um an die Bilder zu gelangen, tarnten die Naturfilmer unter anderem eine Kamera als Kranichei und schmuggelten es in ein Nest. Der Kranich nahm die Kamera fürsorglich zu seinen anderen Eiern auf und bebrütete sie.

• www.tierfilmer.info und http://robinjaehne.de.

Mit 8,6 Millionen Euro gefördert

2009 gehörte der damalige Landkreis Nordvorpommern mit dem Projekt Nordvorpommersche Waldlandschaft“ zu den Siegern des Wettbewerbes idee.natur.

Das Projekt ist seit dem Teil des Bundesförderprogramms „Chance Natur“. Das Besondere: Naturschutz wird verbunden mit Regionalentwicklung.

507 Quadratkilometer ist das Projektgebiet groß. In diesem Territorium haben insgesamt 18 Gemeinden ihren Sitz.

99 Jahre lang werden in den Kerngebieten der Waldlandschaft so genannte Altholzinseln wirtschaftlich nicht mehr genutzt. 10 Jahre (bis 2025) beträgt die Laufzeit von „Chance Natur“. Das Budget beträgt insgesamt 8,6 Millionen Euro. Infos:

https://www.bfn.de/0203_nordvorpommersche_waldland.html.

Jens-Peter Woldt

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