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Grimmen Gemeinde bekennt sich zum Fangelturm
Vorpommern Grimmen Gemeinde bekennt sich zum Fangelturm
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00:00 09.09.2015
Der stark bröckelnde Fangelturm in Nehringen könnte nach seiner Sanierung eine Attraktion für Touristen werden. Quelle: Peter Franke
Grammendorf

Nun haben sich die Grammendorfer Gemeindevertreter doch zum Erhalt des denkmalgeschützten Fangelturms in Nehringen bekannt. Vom zuständigen Amt Recknitz-Trebeltal soll dazu nun ein Förderantrag erarbeitet werden.

Der Turm, in alten Unterlagen erstmals 1310 erwähnt, könnte im Rahmen eines Projektes mit finanzieller Unterstützung der Kommunalgemeinschaft Pomerania saniert und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Alexander von Pachelbel, Eigentümer der Nehringer Gutsanlage, auf dessen Grundstück sich der Fangelturm befindet, steht dem Unterfangen überaus positiv gegenüber. In der vorangegangenen Sitzung hatten die Gemeindevertreter allerdings Beschlüsse zum Pomerania-Projekt und zum Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages mit dem Turmbesitzer vertagt.

In ihrer jüngsten Sitzung sprachen sich die Gemeindevertreter nun mit sechs zu zwei Stimmen für die Maßnahme „Sanierung Fangelturm Nehringen“ aus. Und auch dafür, Fördergeld über ein Projekt der Pomerania zu beantragen sowie mit Grundstückseigentümer von Pachelbel weitere Gespräche zum Erbbaurechtsvertrag zu führen, um die Förderbedingungen erfüllen zu können. Der Vertrag soll nach OZ-Informationen kurz vor dem Abschluss stehen.

Nach Einschätzung eines Stralsunder Bauingenieurs muss mit Kosten von insgesamt fast 700000 Euro gerechnet werden, wenn der Turm mit einer Außentreppe sowie einem Podest versehen wird. Der Eigenanteil der Grammendorfer würde mehr als 100000 Euro betragen, wobei vom Amt jetzt die Möglichkeit einer sogenannten Kofinanzierung geprüft wird. Dabei würde die Gemeinde um bis zu 75 Prozent finanziell entlastet werden.

Die Diskussion in der jüngsten Gemeinderatssitzung drehte sich nicht zuletzt auch darum, wie viel Denkmal sich eine Gemeinde leisten kann. „Es gibt nichts, was gegen das Projekt spricht, aber man muss auch das große Ganze sehen“, sagte Gemeindevertreterin Linda Seidel-Lass (Wählergemeinschaft) der OZ. Die Grammendorferin verweist dabei auf den schlimmen Zustand der Straße zwischen Nehringen und Dorow, die löchrige Piste in Rodde und die Heizungen der kommunalen Wohnblöcke in Grammendorf, die erneuert werden müssten. „Wir schaffen es in der Gemeinde nicht mal, unsere Pflichtaufgaben zu erfüllen und gehen immer neue Projekte an“, kritisiert Linda Seidel-Lass.

„Wichtig ist, dass wir das Fangelturm-Projekt jetzt zusammen mit dem Eigentümer, interessierten Nehringern und der Denkmalschutzbehörde angehen“, sagt hingegen Bürgermeister Udo Peters (CDU), der von einem „einmaligen Turm“ spricht: „Wenn wir es nicht machen, dann macht es keiner mehr.“ Gemeindevertreterin Angela Matthies (Pro Grammendorf) ist sicher: „Das wird für Touristen ein weiterer Anziehungspunkt in der Gemeinde.“ So einen Fangelturm habe schließlich nicht jeder.

„Es ist gut, dass sich jetzt etwas bewegt“, sagt Alexander von Pachelbel, Besitzer des Parks, in dem der Fangelturm steht. Der Turm sei ein wesentliches Denkmal für das Land und „sollte erlebbar sein für den Tourismus.“

„Turmhügel gibt es viele, aber weit und breit keine mit Bebauung“, weiß Henry Schmuhl, Fachgebietsleiter bei der Denkmalschutzbehörde des Kreises, um die Bedeutung des Nehringer Bauwerkes. Schmuhl spricht dabei von einem Alleinstellungsmerkmal: „Von uns wird jede Aktivität begrüßt, den Turm zu erhalten.“

Wir schaffen es nicht mal, unsere Pflichtaufgaben zu erfüllen, und gehen immer neue Projekte an.“Linda Seidel-Lass (Wählergemeinschaft), Gemeindevertreterin
Wichtig ist, dass wir das Projekt jetzt angehen. Wenn wir es nicht machen, macht es keiner mehr.“ Udo Peters (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Grammendorf



Peter Franke

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