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Gläserne Kunst und gläserne Künstler

Griebenow Gläserne Kunst und gläserne Künstler

Hunderte Besucher kamen am Wochenende zur Pfingstaktion „Kunst:Offen“ in die Ateliers der Region

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Bei 1200 Grad Celsius im Ofen beginnt die Arbeit von Glaskünstler Holger Schultze in Griebenow. Fotos (4): Raik Mielke

Griebenow. „Wenn man es nicht richtig entspannen lässt, können Spannungen selbst nach Hunderten Jahren noch auftreten und plötzlich reißt so ein Glas, obwohl es zuvor scheinbar unversehrt in einer Museumsvitrine stand“, erklärte Holger Schultze den Gästen. Seit Jahren ist der Griebenower Glaskünstler ein fester Bestandteil der jährlich stattfindenden Pfingstaktion Kunst:Offen.

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Hunderte Besucher kamen am Wochenende zur Pfingstaktion „Kunst:Offen“ in die Ateliers der Region

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Große Vielfalt

258 Künstlerinnen und Künstler aus Vorpommern öffneten am vergangenen Pfingstwochenende ihre Ateliers und Kunsthallen und beteiligten sich damit an der jährlich stattfindenden Aktion „Kunst:Offen“, die auch in diesem Jahr viele Leute besuchten.

Hunderte Besucher strömten am Wochenende in die Ateliers und Kunsthallen der Region. Das Spannende für die meisten Besucher war der Prozess, in dem ein Kunstwerk entsteht. „Wenn man außerhalb dieser Veranstaltung in ein Atelier geht, sieht man meistens nur das fertige Produkt. Hat man etwas Glück, kann man mit dem Künstler ins Gespräch kommen. Aber mitzuerleben, welche Techniken ein Künstler verwendet – dies habe ich so bisher nur bei Kunst:Offen erlebt”, schwärmte Kunstliebhaberin Ute Gohlke aus Jarmen. In der Griebenower Glashütte war sie am Sonntag eine von Hunderten Besuchern, die zusahen, wie Holger Schultze den Ofen öffnete. „Im Inneren habe ich eine Temperatur von genau 1200 Grad Celsius“, erklärte er, holte das geschmolzene Glas raus und begann leicht zu blasen. „Um diesen ersten Bearbeitungsschritt zu beherrschen, braucht man während seiner Ausbildung als Glasbläser etwa ein Jahr”, nannte er eine beeindruckende Zahl. Als die Frage aufkam, was er denn gerade anfertigt, antwortete er mit einem Lächeln auf den Lippen: „Dies wird eine Kölschstange, ein zylindrisches Behältnis aus dem die Kölner gerne ihr Bier trinken.”

Vor der Glashütte kam derweilen die nächste Radgruppe an. „Kunst:Offen ist eine gute Gelegenheit, die ländlichen Gegenden der Region zu erkunden. Dass man dann hin und wieder an einem Atelier vorbeikommt, hat einen positiven Nebeneffekt”, sagte Ursula Kellner und verriet: „Meistens kann man dort kurz Halt machen, ein Tasse Kaffee trinken und ein Stückchen Kuchen essen und gestärkt weiterradeln.“

Für viele Kunstinteressierte ist es aber vor allem die Vielfalt, die Kunst:Offen bereithält. „Man hat die Chance, einen Glasbläser bei der Arbeit zu sehen, wenig später einem Holzkünstler über die Schulter zu schauen und am selben Tag noch mit einem Maler ins Gespräch zu kommen“, schwärmte Michael Jürgens und unterhielt sich im Schloss Griebenow mit Aquarell-Künstler Frank Koebsch. „Ich komme aus Sanitz und male seit etwa 18 Jahren. Seit fünf Jahren kann ich von meiner Kunst leben”, erzählte Koebsch stolz. Dass er diese künstlerische Leidenschaft mit seiner Frau teilt, berichtete er den Besuchern bei einen Blick auf die Werke. „Wir lieben die Natur und sind oft mit der Kamera unterwegs. Aus mehreren entstandenen Fotografien entsteht im Anschluss ein gemaltes Kunstwerk. Die Natur ist aber immer der Ideengeber”, sagte der Aquarell- und Pastellkünstler, der den Besuchern zeigte, wie er mit den verschiedensten Wisch- und Tupftechniken Kontraste entstehen lässt. Bei der Frage nach der Motivauswahl, musste Frank Koebsch dann lachen. „Im Frühjahr beginnt man immer mit Blumen, weil man nach dem langen grauen Winter von der Farbenpracht jedes Jahr aufs Neue berauscht ist.“

Vielleicht weniger berauscht, aber umso unternehmungslustiger strömten am Sonntagnachmittag immer mehr Besucher in die Ausstellungsorte. „Im Frühjahr will man einfach raus und wieder etwas unternehmen. Ich finde, dass Kunst:Offen” eine schöne Möglichkeit ist, auch versteckte Ecken unseres schönes Landes zu entdecken”, fand Erika Bollmann.

Raik Mielke

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