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„Hin und Her“: Theater auf einer Brücke

Willerswalde „Hin und Her“: Theater auf einer Brücke

Comedia Povre spielte Horváths Komödie in der Willerswalder Kapelle

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„Hin und Her“ in Willerswalde

Die Darsteller Hellmut Schauseil, Brugunde Dragheim und Steffi Ahrndt in Aktion.

Willerswalde. „Hin und Her“ ging es am Montagabend in der kleinen Willerswalder Kapelle. „Schuld“ an dem Chaos war die Theatergruppe „Comedia Povre“. Die Laienspieltruppe, die seit bereits 23 Jahren existiert, brachte in der kleinen Kapelle die gleichnamige Komödie des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth aus dem Jahr 1933 dort zur Aufführung.

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Comedia Povre spielte Horváths Komödie in der Willerswalder Kapelle

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„Es nicht immer einfach, ein Stück zu finden, bei dem Schauspielerzahl und die Länge gut passen.“Kerstin Notzke

Horváth seinerzeit galt als „unerwünschte Person“, seine Bücher wurden mit der nationalsozialistischen Machtergreifung verbrannt. Er musste nach Budapest reisen, um seine ungarische Staatsangehörigkeit zu erneuern. Dieses Erlebnis inspirierte ihn zu seiner Komödie „Hin und Her“. Doch auch heute ist das Stück auf Grund seiner Thematik noch immer topaktuell.

Trotz ernsten Hintergrunds setzte das Ensemble das Thema unterhaltsam und amüsant um: Die Handlung spielt auf einer einfachen Holzbrücke, die – über einen Grenzfluss führend – zwei nicht benannte Staaten miteinander verbindet. Auf der einen Seite wacht am Brückenende der Grenzer Thomas Szamek (Hellmut Schauseil), am gegenüberliegenden Ende das Grenzorgan Konstantin. Im Mittelpunkt steht Ferdinand Havlicek, dargestellt von Ingrid Gersdorf.

Havlicek wurde nach dem Konkurs seiner Drogerie aus dem Staat, in dem er ein halbes Jahrhundert gelebt hatte, abgeschoben. Über die Brücke wollte er zurück in sein Geburtsland. Jedoch hatte er vergessen, dort die alle fünf Jahre erforderliche Erneuerung der dortigen Staatsbürgerschaft vorzunehmen. Grenzorgan Konstantin (Burgunde Dragheim), ein überaus korrekter Beamter, hatte kein Erbarmen und sagte deutlich: „Schon vor zwanzig Jahren ist ein Gesetz erlassen, das sich ein jeder Staatsbürger, der dauernd im Ausland lebt, innerhalb von fünf Jahren beim zuständigen Konsulat melden muss.

Andernfalls verliert er seine Staatsbürgerschaft und zwar automatisch.“

Das Publikum amüsierte sich über Ferdinand Havlicek, der auf der Brücke schlafen musste und dennoch in so manch brenzlige Situation geriet. Es gibt in dem Stück ein geheimes Ministertreffen, dem Alkohol zugetane Grenzposten und die Liebe kommen auch nicht zu kurz. Am Ende wird durch die Mithilfe von Havlicek ein Schmugglerpaar überführt und er erhält neben einer Einreisegenehmigung noch eine Belohnung.

Die Laienschauspieler der „Comedia Povre“ spielten wie gewohnt auf kleinstem Raum und mit hervorragender Kulisse. Diese muss einfach und wegen der verschiedenen Auftrittsorte unkompliziert zu transportieren sein. „Es ist nicht immer einfach, ein Stück zu finden, wo die Schauspielerzahl und die Länge gut passen“, erzählt Kerstin Notzke, die dieses Theaterstück entdeckte und für die Texte verantwortlich war. Sie verkörperte die Frau Hanusch, eine Witwe, die sich am Ende den Ferdinand Havlicek angelt.

In der Kapelle in Willerswalde wurde seit Ende April geprobt. Und selbstverständlich findet die erste Aufführung auch immer dort statt. Die organisatorischen Fäden liegen in der Hand von Ingrid Gersdorf, die die männliche Hauptrolle spielte. Dass die Generalprobe in vollem Haus gelungen war, bewies der tosende Applaus des Publikums.

Nächste Vorstellung am kommenden Montag

„Hin und Her“ heißt das aktuelle Stück der „Comedia Povre“.

Die Laienspieltruppe „Comedia Povre“ gibt es bereits seit über 20 Jahren, zwei Stücke studiert sie pro Jahr ein.

Die Komödie stammt aus der Feder des ungarisch-österreichischen Schriftstellers Ödön von Horváth. Er schrieb das Stück 1933.

13 Darsteller erzählen die Geschichte des Ferdinand Havlicek, der in die Mühlen der Bürokratie gerät. Eintritt wird nie genommen, Spenden sind aber gern gesehen.

Nächste Vorstellungen: 8. August im Wohnheim Franzburg, 15. August im Pfarrhaus Rakow, 29. August in Wüsteney (jeweils um 19 Uhr); 20. August SOS-Dorf Hohenwieden (15 Uhr)

Roswitha Pendzinsky

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