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Grimmen Kirchenbibliothek ist älter als gedacht
Vorpommern Grimmen Kirchenbibliothek ist älter als gedacht
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03:30 28.08.2013
Barth: Die für die Kirchenbibliothek St. Marien ehrenamtlich tätige Bibliothekarin Hiltrud Uphues freut sich über den heutigen Zustand des Buchschatzes von St. Marien. Quelle: Uwe Roßner
Barth

Spektakuläre Entdeckung zur Kirchenbibliothek in Barth: War bisher das Jahr 1451 für deren erste Erwähnung genannt worden, so kann man jetzt vom Jahr 1398 sprechen. Dr. Falk Eisermann von der Staatsbibliothek Berlin — er ist Mitglied des Fördervereins Kirchenbibliothek St. Marien Barth — stieß auf eine Quelle, die belegt, dass die wertvolle Büchersammlung bereits über 50 Jahre früher existiert hat. „Am 3. Juni 1398 vermachte der Barther Pfarrer Hermann Hut in seinem Testament der Barther Kirche eine Reihe von Büchern“, hat Dr. Falk Eisermann bei der Suche in historischer Forschungsliteratur entdeckt. „Die Barther Büchersammlung gehört damit zu den frühesten nachweisbaren Kirchenbibliotheken in Deutschland und ist ganz bestimmt die älteste ununterbrochen am selben Ort bestehende Pfarrbibliothek“, betont Dr. Falk Eisermann.

„Das ist für uns ziemlich spektakulär, aber eigentlich gar kein Neufund“, wägt Eisermann ab. „Huts Testament wurde schon 1911 im Mecklenburgischen Urkundenbuch publiziert. Ich bin darauf eher zufällig bei der Lektüre eines hervorragenden Werks über alte deutsche Kirchenbibliotheken gestoßen, das unser Kollege Dr. Uwe Czubatynski vom Domstiftsarchiv Brandenburg verfasst und schon 1998 publiziert hat.“ Dort heißt es bereits: „Der Hinweis, dass die Barther Bibliothek schon 1451/54 bezeugt sei, geht nicht weit genug zurück“. Jedoch, so Eisermann, habe die regionale Forschung zur Barther Bibliothek bislang weder das Urkundenbuch noch Czubatynski zur Kenntnis genommen. Zumindest sei das Datum 1398 bislang nach seiner Kenntnis nicht diskutiert worden. „Aber besser jetzt als nie. Es ist besonders schön, dass wir im Jahr der feierlichen Wiedereröffnung der Marienbibliothek auf diese fundamental zu nennende Quelle gestoßen sind.“

Huts Schenkung von 1398 umfasste vor allem Predigten, unter anderem von dem Prämonstratenser Johannes von Abbeville, sowie ein Buch, das Hut als „viaticum meum“ bezeichnet. Es soll, so legt er fest, im Chor der Kirche zum Nutzen der Kleriker aufbewahrt und angekettet werden. Bemerkenswert in dem umfangreichen lateinischen Testament ist der Umstand, dass Hut von einer „wiederherzustellenden Bibliothek“ (liberaria restauranda) spricht. Offenbar war also ein älterer Buchbestand zuvor bereits vorhanden und in irgendeiner Weise vernachlässigt worden.

• Internet:

www.barthbibliothek.de

Uralte Bücher
1250 — in diesem Jahr soll der Grundstein für die Sankt-Marien-Kirche in der Stadt Barth gelegt worden sein. Die Deckenbemalung stammt von 1350, die bronzene Tauffünte aus dem 14. Jahrhundert.

4000 Handschriften, Inkunablen und Drucke des späten Mittelalters, der Reformationszeit sowie des Barock und der Aufklärung gehören zur Barther Kirchenbibliothek. Seit dem Jahr 2009 gibt es eigens für dieses Kleinod einen Bibliotheksförderverein.

Hans-Joachim Meusel

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