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Krimifestival: Überall Mord und Totschlag

Stralsund Krimifestival: Überall Mord und Totschlag

Veranstalter landen mit ihrem Angebot in Stralsund einen Volltreffer. Hobbyermittler klären Fälle in der Volkshochschule auf.

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Das Team der Küstenkrimi-Games begleitete die Lesung des Strandläufer-Verlags mit schauspielerischen Einlagen. Zwei neue Stralsund-Krimis wurden im STiC-er Theater vorgestellt. Foto (4): Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Seit Donnerstag sind die Straßen Stralsunds von Leichen gesäumt, als trieben gleich mehrere Serientäter ihr Unwesen — zumindest in den Köpfen der Besucher der Veranstaltungen des 1. Stralsunder Krimifestivals ist das so.Bei Hugendubel, im STiC-er Theater und selbst in der Kreisvolkshochschule häufen sich Fälle von Mord und Totschlag.

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Wir haben mehrere Ver- anstaltungen besucht. Schließlich wohnen wir hier in der Altstadt. Da sind wir ja schon mittendrin in den Schauplätzen.“Elke Kasten (38), Krimifan aus Stralsund

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Elke Kasten und Kai Gerlach sind dabei so was wie Wiederholungstäter am Rande der Schauplätze. „Wir waren schon bei der Lesung von Kim Lansky, haben die Buchvorstellungen der Strandläufer mit den schauspielerischen Einlagen von Küstenkrimi-Games verfolgt und werden uns wohl auch noch der Nachtwächterführung und dem Lesemarathon in der Bibliothek anschließen“, erzählte Elke Kasten.

„Schließlich wohnen wir in der Altstadt. Da sind wir ja schon mittendrin in den Schauplätzen“, begründete die 38-Jährige ihren Besuch beim blutrünstigen Treiben.

Selbst die Leiterin der Kreisvolkshochschule outete sich als Krimifan. „Wir hatten schon länger den Wunsch, einen Mitratekrimi zu inszenieren. Jetzt haben wir dafür die richtigen Partner gefunden“, erklärte Sabine Koppe. Das Team der Küstenkrimi-Games, das regelmäßig Krimi-Dinner veranstaltet, hat eines ihrer Stücke für die Volkshochschule umgeschrieben.

„Dem Veranstaltungsort angepasst, wurden diesmal internationale, aus der Literatur bekannte Ermittler eingesetzt“, betonte Spielleiter Daniel Soran. Das erschwerte es den Besuchern, die den Todesfall zu klären versuchten, weil sie nur in der jeweiligen Landessprache des Detektivs die Fragen der Kriminalisten beantworten konnten. „Erstaunlich, wie viel man doch nur anhand von Mimik, Gestik und einigen Wortfetzen erschließen kann“, sagte Besucher Martin Rost, der mit seiner Teamkollegin den wahren Täter entlarven konnte. „Das baut Berührungsängste gegenüber Fremdsprachen ab und verschafft vielleicht Lust, sich selbst dem Erlernen einer neuen Sprache zu widmen“, meinte Sabine Koppe. Dabei wollte sich Sina Ganerke an diesem Abend eigentlich über die Kreativkurse informieren. „Ich war völlig überrascht, hier plötzlich mittendrin zu sein. Aber das ist eine tolle Möglichkeit, mit den anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen“, sagte die 53-Jährige aus Krummenhagen. Sie ist nun auf den Geschmack gekommen, auch andere Aufführungen der Veranstalter zu besuchen.

So wie am Samstag im STiC-er Theater, wo sich Literatur und Schauspiel vereinten, um Buchvorstellungen szenisch zu begleiten. „Man sieht, dass sich mit Büchern durchaus auch immer noch Bühnen füllen lassen“, sagte Katrin Hoffmann, die mit Ehemann Peter die neuesten Werke des Strandläufer-Verlags vorstellte. Auch wenn die Macher der Küstenkrimi-Games Profis sind, es war für die Darsteller eine Herausforderung, Stralsunder Geschichte bildlich umzusetzen. „Es war spannend, in diesem Fall eine vorgegebene Geschichte umzusetzen“, sagte Thilo Klang. Damit sich das Einstudieren auch gelohnt hat, wollen Strandläufer-Verlag und Küstenkrimi-Games diese szenische Lesung zur Langen Nacht des offenen Denkmals im Wulflamhaus wiederholen.

So geht‘s weiter
Zwei weitere Autoren, die sich mit Stralsund-Krimis einen Namen gemacht haben, Gabriela Heidenreich und Thomas Trczinka, lesen heute
um 18 Uhr im Restaurant Pausch
auf der Hafeninsel aus „Tödlicher Tauchgang“.



In der Stadtbibliothek in der Badenstraße 13 beginnt morgen um 18 Uhr der Krimi-Lese-Marathon. Dort stellen Stralsunder ihre Lieblingskrimis vor.



Bei Hugendubel ist morgen, 19 Uhr, Schriftsteller Cornelius Hartz zu Gast und stellt seine Hamburg-Krimis vor.



Die Nachtwächter laden morgen Abend zu Führungen durch die Altstadt ein und erzählen mörderische Geschichten. Treffpunkt: 21 Uhr, Tourismuszentrale, Alter Markt.

 



Wenke Büssow-Krämer

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