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Kulturhauptstadt: Stralsund will EU-Fördertopf anzapfen

Stralsund Kulturhauptstadt: Stralsund will EU-Fördertopf anzapfen

Der Antrag soll gemeinsam mit den vorpommerschen Landkreisen und polnischen Partnern bereits im Juli gestellt werden

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Das Wikinger-Gold im Stralsund Museum gehört zu den kulturellen Highlights in der Hansestadt.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Stralsund. Die Bemühungen um eine Kulturhauptstadt-Region Pommern erhalten in den nächsten Tagen offenbar einen neuen Impuls. Bereits im Juli 2016 will Stralsund zusammen mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen, dem Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Partnerstadt Stargard, Stettin und der Woywodschaft Westpommern bei der EU Fördermittel beantragen, um die Entwicklung einer Kulturhauptstadtregion voranzubringen.

Im März dieses Jahres fand in diesem Zusammenhang auf Initiative der Hansestadt in Stralsund ein internationaler Workshop zum Thema „Euroregion Pomerania – Stand, Chancen und Perspektiven zur Entwicklung einer dauerhaften grenzüberschreitenden Kulturkooperation“ statt. Frühere Bestrebungen, Stralsund könnte sich zusammen mit dem Welterbe-Partner Wismar um den Titel Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2025 bewerben, waren Anfang 2015 verworfen worden.

Die Idee einer Kulturhauptstadt-Bewerbung geht allerdings auf die Grünen in Stralsund zurück. Bereits im Herbst 2014 war ein entsprechender Vorschlag unterbreitet worden. Damals gab es allerdings in der Bürgerschaft heftigen Gegenwind aus mehreren politischen Lagern. Ann Christin von Allwörden (CDU/FDP-Fraktion) sagte damals: „Kosten und Nutzen einer Bewerbung um den Titel stehen in keinen vertretbaren Verhältnis. Wir haben in der Stadt andere Prioritäten.“ Auch die SPD betrachtete das Vorhaben ursprünglich kritisch. „Es fehlt an belastbaren Zahlen. Ohne die können wir der Idee von Stralsund als Kulturhauptstadt nicht zustimmen“, sagte Ute Bartel.

Tatsächlich ist die Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas mit erheblichen Kosten verbunden. In Essen wurden 2010 zum Beispiel 61 Millionen Euro benötigt. 18 Millionen Euro stellte der Bund zur Verfügung, jeweils 12 Millionen das Land Nordrhein-Westfalen und der Regionalverband Ruhr, sechs Millionen die Stadt Essen und 1,5 Millionen die Europäische Union. Die verbleibenden 11,5 Millionen Euro wurden von privaten Sponsoren eingeworben.

Immer wieder wird aber auch auf den Nutzen einer Kulturhauptstadt-Bewerbung verwiesen. Obwohl beispielsweise Görlitz mit seiner Bewerbung gescheitert war, kommen jährlich viermal mehr Touristen als vorher in die Stadt. Diese Argumente scheinen in den vergangenen Monaten in Stralsund zu einem Umdenken geführt zu haben. Friederike Fechner, Kulturmanagerin in Stralsund und grünes Bürgerschaftsmitglied: „Es ist gerade in diesen schwierigen Zeiten für unsere Kulturlandschaft besonders wichtig die Initiative zu ergreifen und mit einem verbindenden Projekt die Region kulturell weiterzuentwickeln.“

Derzeit ist es das Ziel, möglichst viele Vereine, Organisationen und Personen auf das Vorhaben hinzuweisen und ein großes Netzwerk mit Akteuren zu bilden.

Nächste Chance erst 2040

Die Europäische Union benennt seit 1985 Kulturhauptstädte. 1988 war es West-Berlin, 1999 Weimar und 2010

Essen zusammen mit der Ruhr-Region.

2025 ist Deutschland neben Slowenien wieder an der Reihe, eine von zwei Kulturhauptstädten zu stellen. Bis zum Jahre 2019 muss eine entsprechende Bewerbung vorliegen. Dresden, Magdeburg und Nürnberg haben bereits ein Interesse signalisiert.

Die nächste Chance auf eine deutsche Kulturhauptstadt gibt es 2040.

In diesem Jahr sind San Sebastian

in Spanien und das polnische Wroclaw Kulturhauptstadt Europas. Nächstes Jahr werden es Aarhus in Dänemark und Paphos auf Zypern sein.

Jens-Peter Woldt

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