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Grimmen Lesestoff rund um die Uhr: „Bücherklappe“ vor Borner Hof
Vorpommern Grimmen Lesestoff rund um die Uhr: „Bücherklappe“ vor Borner Hof
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00:00 22.03.2014
Renate Paschen (l.) mit Leserin Almut Springe in der Bibliothek im „Borner Hof“. Hier wird noch mit Karteikarten gearbeitet. Quelle: Elke Erdmann

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett.“ Dieses Lied aus der 1962 inszenierten Komödie unter der Regie von Franz Antel könnte auch Almut Springer singen. Regelmäßig geht die 75-Jährige in die Borner Bibliothek und holt sich neuen Lesestoff, am liebsten Krimis.

Seit August 2004 verwaltet Renate Paschen den Bestand von jetzt 3400 Büchern. Nach alter Manier führt sie Karteikarten für ihre 215 aktiven Leser. Das geht schnell, ist übersichtlich und schont die Augen. In jedes Buch klebt sie einen Begleitzettel, trägt Abgabetermin und Kürzel des Lesers ein.

Doch die Bibliothek will auch neue Wege gehen. Vor dem Borner Hof wurde in dieser Woche eine sogenannte „Bücherklappe“aufgestellt. „Im Auftrag der Kurverwaltung hat Raik Vicent vom Stralsunder Dänholm aus Eiche eine Stele mit vier Schiebefenstern für 800 Euro gebaut“, berichtet Yves Scharmberg von der Borner Kurverwaltung. Unabhängig von Öffnungszeiten der Bibliothek können hier Bücher Tag und Nacht ausgeliehen werden. Die Romane aus der „Bücherklappe“ können Leseratten aber auch behalten.

Zur Saison soll zudem noch ein dritter Öffnungstag der Bibliothek hinzukommen. „Im Sommer geht es hier lebhaft zu“, sagt Renate Paschen. „Dann fühle ich mich mitunter wie im Auskunftsbüro. Doch leider kommen keine Borner Kinder. Das war anders, als im Dorf noch eine Schule war. Da kamen ganze Klassen und jedes Kind nahm sich ein Buch mit.“

Paschen hat dennoch sehr viele Stammgäste. „Mein Hauptleser ist Arno Holz. Der holt sich zehn Bücher im Monat und liest sie auch alle. In vielen Büchern steht schon ein ‚Ho‘ drin.“ Die 73-Jährige informiert sich am aktuellen Büchermarkt, geht aber auch darauf ein, was die Leser wollen. Sie kauft Krimis, die in der Region spielen wie „Die verborgene Kammer“, ein Romantic Thrill von Corinna Kastner — Mischung aus Romantik und Spannung. Für Almut Springer „dürfen die Bücher nicht zu dick sein, die Schrift darf nicht zu klein sein. Ich gucke rein, und wenn mich der Inhalt nicht anspricht, bringe ich sie gleich zurück.“

Die Gemeinde muss die Bibliothek nicht mehr unterstützen. Im vergangenen Jahr investierte sie noch einmal 200 Euro. Renate Paschen, Ingenieur-Ökonomin mit vierjähriger Auslandserfahrung in Marokko, nimmt durch den Verkauf von Büchern für jeweils einen Euro Geld für den Neukauf ein.

„Ich habe bestimmt mehr als 200 Bücher, die doppelt sind. Gute Bücher, die Einwohner oder Gäste bringen. Bücher wegschmeißen, das bringe ich nicht fertig“, sagt sie überzeugend. Sie ist selbst eine Leseratte, verschlingt seit frühester Kindheit Märchen und Heldensagen und liest gern Romane. Lieblingsautorin vieler Leser ist Charlotte Link, das zeigen die Kürzel in den Büchern „Der Verehrer“ oder „Der fremde Gast“. Gern gelesen wird auch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing. Regionalliteratur steht im Foyer des Hauses, wo gerade eine Ausstellung über „125 Jahre Tonnenabschlagen“

in Born präsentiert wird. „Typisch deutsch bin ich auch, die Bücher müssen alle akkurat im Regal stehen“, sagt die Bibliothekarin.

Bücher wegschmeißen, das bringe ich nicht fertig.“Renate Paschen, Biblio- theksmitarbeiterin



Elke Erdmann

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