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Literatur im Turm: Tauschbörse lädt zum Lesen ein

Stralsund Literatur im Turm: Tauschbörse lädt zum Lesen ein

Seit gestern steht der öffentliche Bücherschrank in der Frankenvorstadt

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Holzkünstler Raik Vicent (l.) und Benedikt Banaszkiewicz von Kreisdiakonischen Werk stellen den Bücherturm vor dem Maritimen Zentrum Frankenvorstadt am Großen Diebsteig in Stralsund auf. FOTOS (3): JENS-PETER WOLDT

Stralsund. . Die Hansestadt hat seit gestern einen öffentlichen Bücherturm. Die Skulptur aus Eichenholz mit Fächern für Literatur jeder Art zum Tauschen steht vor dem Maritimen Zentrum Frankenvorstadt im Großen Diebsteig. Entstanden ist sie in der Werkstatt des Künstlers Raik Vicent auf dem Dänholm. Mitgewirkt haben während der letzten Herbstferien an dem rund drei Meter hohen Turm mit Sitzbank zum Schmökern Mädchen und Jungen aus Niepars während eines Projekts der Jugendberufshilfe.

 

OZ-Bild

„Wir hoffen auf einen regen Austausch. Es ist alles kostenlos.Jörn Pardeyke, Maritimes Zentrum Frankenvorstadt

Jörn Pardeyke vom Maritimen Zentrum: „Die Idee ist gut ein Jahr alt.“ Tatsächlich war der Gedanke nicht allein in seinem Kopf gewachsen. Auch Georg Günther von der Jungen Union in Stralsund hatte schon längere Zeit über eine solche Büchertauschbörse nachgedacht. „Ich habe mich gefragt, warum es überall Büchertürme gibt, nur bei uns nicht“, sagt er. Über die CDU-Fraktion wurde das Thema in die Bürgerschaft getragen.

Nicht zuletzt war es Raik Vicent selbst, der das Vorhaben vorantrieb. Immerhin baute er in den vergangenen Jahren Literatur-Skulpturen für verschiedene Auftraggeber. Sie stehen unter anderem in Greifswald, auf Usedom, in Born und Anklam. „Seit einem Jahr gibt es eine private Minivariante direkt vor meiner Werkstatt, sie wird gut angenommen“, erklärt er.

Die Dreierkonstellation zog schließlich an einem Strang. Dass es dennoch ein Jahr bis zur Umsetzung dauerte, lag wohl an bürokratischen Hürden, die gemeistert werden mussten, um den Bücherturm im öffentlichen Raum zu platzieren. Pardeyke: „Aber es hat ja alles geklappt.“ Die Stadtverwaltung habe hinter der Idee gestanden und die rund 2700 Euro teure Skulptur ebenso mitfinanziert wie die Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund aus dem Verfügungsfonds „Soziale Stadt“. Die Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft habe als Grundstückseigentümer ebenfalls zugestimmt.

Jetzt warten die kleinen wetterfesten Fächer nur noch auf Lesestoff. Wer den einen oder anderen Roman ausgelesen hat und entbehren kann, darf ihn einfach hineinstellen. Ganz sicher findet sich jemand, der sich auf spannende und unterhaltsame Lektüre freut, ihn für sich entdeckt und dafür ein anders Buch hineinstellt. Pardeyke: „Wir hoffen auf einen regen Austausch. Es ist alles kostenlos.“

Die Pflege übernehmen die Mitarbeiter des Kreisdiakonischen Werks, zu dem das Maritime Zentrum in der Frankenvorstadt gehört. „Vielleicht finden ja auch Bewohner des Stadtteils nicht nur Freude am Büchertausch, sondern helfen uns ehrenamtlich bei der Arbeit“, hofft Pardeyke.

Angst vor Chaos im Schrank oder Vandalismus hat er nicht. „Dann kann man so etwas nicht anschieben“, betont er. Bücherturm-Experte Vicent ergänzt in diesem Zusammenhang: „Ich habe in den vergangenen zehn Jahren nur einmal erlebt, das ein Bücherturm mutwillig beschädigt wurde.“ Der habe in Anklam aber auch in einer sehr finsteren Ecke gestanden.

Weitere öffentliche Büchertauschbörsen sind übrigens am Stadtteiltreff Heuboden in der Tribseer Vorstadt und am Nachbarschaftszentrum in Grünhufe am Entstehen. Beide Einrichtungen gehören ebenfalls zum Kreisdiakonischen Werk. Dort werden allerdings ausgediente und umgebaute Telefonzellen als wetterfester Schutz für die Literatur verwendet.

Und das soll auch nach den Vorstellungen von Pardeyke, Günther, Vicent und allen anderen Verfechtern der Idee nicht das Ende sein. Sie wünschen sich Büchertürme zum Beispiel vor dem Theater, auf der Hafeninsel oder in der Fußgängerzone.

Jens-Peter Woldt

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