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Opernale ganz erfinderisch: Mozart trifft auf Platt

Greifswald/Bröllin Opernale ganz erfinderisch: Mozart trifft auf Platt

Regisseurin Henriette Sehmsdorf versammelt derzeit auf Schloss Bröllin 40 Künstler und Mitwirkende / Dort feiert „De Zauberflöt“ am letzten Augustwochenende Premiere

Greifswald/Bröllin. Das wird zauberhaft: Niederdeutsch kreuzt Hochkultur, heißt es Ende August, wenn sich auf Schloss Bröllin der Vorhang zur Opernale hebt. Das „Opernfestival im ländlichen Norden“ trägt 2016 den Titel „De Zauberflöt“. Auf diesen Dreh muss man erst einmal kommen: Mozarts pompöses Meisterwerk „Die Zauberflöte“ in einer Aufführungsversion für eine pommersche Scheune – wirkungsvoll gespickt mit plattdeutschen Dialogen. Henriette Sehmsdorf ist eben immer für eine Überraschung gut.

 

OZ-Bild

Petra Schwaan-Nandke schlüpft in die Rolle der Fieken Dunnerwedder.

Quelle: Fotos: Henriette Sehmsdorf
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Vier der über 30 mitwirkenden Künstler: Dominika Kocis (Zweite Dame), Barbara Ehwald (Erste Dame), Sandra Borgarts (Dritte Dame und Ferdinand Keller (Tamino) auf dem Gelände von Schloss Bröllin.

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Mit reichlicher Erfindungsgabe und engagierten Kooperationspartnern stellt die Regisseurin wieder einmal ein Projekt auf die Beine, zu dem eigentlich nur große Bühnen fähig sind. Doch Idealismus und Mut können Berge versetzen, Geldgeber faszinieren und junge Talente zu herausragenden Leistungen motivieren – wie etwa Ferdinand Keller, der den Tamino gibt.

„Wir haben in diesem Jahr ein so tolles Ensembles“, lobt Sehmsdorf die Akteure. Seit Montag wird auf Schloss Bröllin, 40 Kilometer vor den Toren Stettins, fleißig geprobt, gesungen, gespielt. Rund 30 junge Sänger und Musiker aus Deutschland und Polen wirken an dem Opernspektakel mit, unterstützt von weiteren Mitstreitern. Damit ist es nach dem „Schauspieldirektor“ (2011) und der „Bettleroper“

(2013) die dritte große von bislang sechs Inszenierungen.

Die weitläufige Gutsanlage Bröllin sei nicht nur ein faszinierender Aufführungsort, „sondern ideal für die Probenarbeit mit einer so großen Mannschaft“, sagt Sehmsdorf. Das internationale Produktionszentrum, einst von Künstlern geschaffen, biete Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten, sodass zeitraubende Anfahrten entfallen. „Wir können hochkonzentriert von morgens bis abends arbeiten“, verdeutlicht die 43-Jährige und genießt neben der Atmosphäre auch die Ideen ihrer Projektpartner. Dabei dürfte Petra Schwaan-Nandke in diesem Jahr die wohl wichtigste Person sein: Der Niederdeutsch-Expertin ist es zu verdanken, dass Mozart 2016 auf Platt trifft. „Ich habe sie zufällig mal auf einer Feier erlebt und war von Anfang an total fasziniert“, sagt die Regisseurin.

Petra Schwaan-Nandke selbst schlüpft in die Rolle der Fieken Dunnerwedder und hat für alle, die befürchten, nichts zu verstehen, auch einen guten Tipp: „Wenn man de Uhren mitbringen deiht, kann man wat hüren, un wenn man den'n Kopp mitbringt, denn kann man dat ok allens verstahn“, meint die 51-Jährige augenzwinkernd.

Henriette Sehmsdorf ist sich sicher, dass die niederdeutschen Dialoge nicht zu Irritationen führen. Mozarts Oper kenne nahezu jeder. Und wer nicht: Der Gesang in Verbindung mit den schauspielerischen Künsten kläre hinreichend auf. Mal schauen, wie das Publikum die Sache sieht. Interessenten müssen übrigens nicht unbedingt den Weg nach Bröllin nehmen: Nach dem Premierenwochenende sind sieben Aufführungen in der Turmscheune des Barockschlosses Griebenow geplant. Kunstliebhaber sollten nicht lange überlegen, denn laut Sehmsdorf werde es die letzte große Opernale sein. Trotz Fördermitteln und Spenden sei so ein Projekt mit 200000 Euro Kosten vom Opernaleverein kaum mehr zu stemmen. Der Kulturförderpreisträger von MV und Bundessieger im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“

bräuchte eine langfristige Finanzierung. Doch die ist nicht in Sicht.

Die Opernale 2016 – Termine und Orte

„De Zauberfläut“ feiert am 26. August im Schloss Bröllin Premiere. Los geht es um 18.15 Uhr mit der Stückeinführung, Vorstellungsbeginn: 19 Uhr, gleiches trifft für den 27. August zu.

In Griebenow findet die erste von sieben Aufführungen am 1. September statt. Weitere Termine: 2., 3., 4., 9., 10., 11. September. Dazu gibt es zwei „Newcomer-Konzerte“ (3./10.

September, 15 Uhr) und zwei Benefiz-Nachtkonzerte (2./9. September, 22.30 Uhr). An den Sonntagen können Kinder ab 14 Uhr Instrumente bauen.

Tickets: OZ-Servicecenter, Bachstraße

• www.opernale.de

Petra Hase

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