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Plädoyer für Sibylla Schwarz

Greifswald Plädoyer für Sibylla Schwarz

Texte der Greifswalder Dichterin bekamen musikalisch barocke Kleider

Greifswald. Nein, es ist kein Sensationsfund aus dem 17. Jahrhundert, was da vorgestern in Greifswalds Fallada-Haus erklang — quasi Barockes aber schon! Dr. Peter Tenhaef, stilkundiger Musikwissenschaftler und Komponist aus Neigung zum augenzwinkernden „Setzen von Tönen“ hat der Versuchung nicht widerstehen können, Gedichten der Greifswalderin Sibylla Schwarz (1621-1638) stilgerecht „barocke“ Kleidung anzumessen. Nicht zum ersten Male, aber nun gebündelt und mit Auszügen aus Schwarz‘ Schäfererzählung „Faunus“ gekoppelt, war das Ergebnis am Donnerstagabend im Zusammenhang mit der Präsentation der Sibylla Schwarz-Ausstellung (Monika Schneikart/Andrea Werner) zu erleben.

Im rappelvollen und beifallsfreudigen Saal musizierte das Ensemble „Amaltea“ also Textvertonungen der besonderen Art insofern, als Tenhaef dem barocken Grundmustern etwa des Strophenliedes folgte und auch der Affekthaftigkeit des Zeitgeistes Tribut zollte, die Grenzen des Stils aber nicht zu eng zog. Für die Texte selbst fand er je nach Ausdrucksbereich durchaus so adäquate wie variable Vertonungen. Kein Zweifel, Sibylla Schwarz‘ vorwiegend gefühlvoll poetische, aber auch handfest lebensfrohe Texte vertragen solcherart Transformation in das Medium eines fast volkstümlichen Strophenliedes. Allerdings wären Textvorlagen für das Publikum gut gewesen, auch wenn es Mechthild Kornow (Sopran) und Markus Gärtner (Tenor) an notwendiger stimmlicher Geradlinigkeit und Textverständlichkeit nicht mangeln ließen.

Die instrumentale, meist im stilgerechten Wechsel von Generalbassbegleitung und Ritornellen (Flöten) agierende Besetzung von zwei Blockflöten, Cembalo, Laute und Gambe — in der zugegebenermaßen heiklen Intonation nicht immer optimal — passte natürlich auch. Pluspunkte also für Sibylla Schwarz und „Amaltea“.

Von E. Ochs

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