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Schönheitsoperation für „Grimmer Vier“

Grimmen Schönheitsoperation für „Grimmer Vier“

Pastorengemälde sind nach dem Restaurieren in die Grimmener St. Marien-Kirche zurückgekehrt

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Der Rostocker Restaurator Georg von Knorre verhalf den „Grimmer Vier“ zu neuem Glanz.

Quelle: Fotos: Raik Mielke (3) / Peter Franke (oz-Archiv)

Grimmen. Die „Grimmer Vier“ sind wieder vereint: Die Gemälde von vier Pastoren aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden in den vergangenen beiden Tagen in der Grimmener Marienkirche aufgehängt.

OZ-Bild

Pastorengemälde sind nach dem Restaurieren in die Grimmener St. Marien-Kirche zurückgekehrt

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Noch vor einem Jahr stand es traurig um die mannshohen Gemälde. Jahrelang standen die vier Bilder unbeachtet im Chorraum. Holzwürmer taten sich an den Rahmen gütlich, die durch die Feuchtigkeit sowieso schon angegriffen waren. Moderfäule, verursacht durch Schimmel und Pilzbefall, hatte sich ausgebreitet. Die Leinwände waren zum Teil beschädigt. „Die Gemälde befanden sich in einem außerordentlich schlechtem Zustand“, erinnert sich von Knorre. Der Restaurator habe sogar Bedenken gehabt, wie er die Bilder wieder in Ordnung bringen könne.

Im April 2015 traten die „Grimmer Vier“ ihre Reise in die Werkstatt von Knorres nach Rostock an. Erste Maßnahme war die Schädlingsbekämpfung. „Der Insektenbefall war gewaltig. Die Gemälde wurden zunächst in einem Zelt eingehaust und mit Stickstoff begast“, erzählt der Restaurator. Über einen Monat wurden sie rund um die Uhr mit dem chemischen Element behandelt, um sämtliche Schädlinge und deren Eier und Larven abzutöten. Anschließend widmete sich von Knorre den von Moderfäule befallenen unteren Bereichen der Gemälde. Gut ein halber Zentimeter des Holzrahmens war bereits regelrecht zersetzt und musste abgetragen und das dadurch fehlende Material ersetzt werden.

Auch die Gemälde an sich seien sehr angegriffen gewesen. „Die Oberfläche war kaum mehr zu erahnen“, so Georg von Knorre. Der Restaurator befreite sie von Staub und Schmutz und nahm eine Schicht der vergilbten Firnis, eine Schutzschicht aus einem farblosen Anstrich, ab. Die Leinwände selbst wurden ausgebessert. Ähnlich wie bei einer Transplantation entnahm von Knorre die an Rändern der Gemälde überstehende Leinwand, um damit Löcher und Risse zu flicken.

Kopfzerbrechen bereitete ihm auch die Bildtafel eines Gemäldes, dessen Inschrift praktisch nicht mehr erkennbar war. „Mittels ultravioletten Lichts haben wir sie wieder sichtbar gemacht und eine Pause angefertigt. So konnten wir schließlich auch die Inschrift erneuern“, erzählt der Restaurator.

Am Dienstag brachte er die „Grimmer Vier“ wieder in ihre Heimat, wo sie einen exponierten Platz in St. Marien fanden. Das Aufhängen der bis zu 40 Kilogramm schweren Bilder war noch einmal eine kleine logistische Meisterleistung. „Ohne Unterstützung aus der Kirchengemeinde wäre das nicht zu machen gewesen. Aber es hat alles prima geklappt“, lobt Georg von Knorre. Mit einem Mitarbeiter ist er derzeit noch dabei, Abstandshalter an den Gemälden anzubringen, die ebenso wie die Balsaholzplatten, mit denen von Knorre die Rückseiten abgedichtet hat, die Bilder vor Feuchtigkeit schützen sollen.

Festveranstaltung am Sonntag

Bei den „Grimmer Vier“ handelt es sich um Gemälde von Pastoren, die im 17. und 18. Jahrhundert in Grimmen wirkten.

14 solcher Porträts gab es ursprünglich in Grimmen, nur noch vier davon sind heute noch erhalten.

Bei den Pastoren handelt es sich um Bernhard Alberti (1588-1644), Johann Christian Behrends (1680-1775), Carl Wilhelm Bindemann (1814-1878) und August Christian Brunst (1690-1768).

Alle vier Gemälde waren stark angegriffen: Feuchtigkeit, Schmutz und Insekten hatten ihnen arg zugesetzt.

28000 Euro kostete die Restaurierung der Gemälde, die der Rostocker Georg von Knorre übernahm.

Zur Finanzierung wurden unter anderem Spenden eingeworben. So kamen 3000 Euro von der Sparkassenstiftung, 10000 Euro von der Landeskirche.

Der Verkauf von ausgedienten Orgelpfeifen brachte bislang 920 Euro ein.

4000 Euro fehlen derzeit noch.

Am Sonntag findet ein Festgottesdienst statt, anschließend wird das Gemeindehaus feierlich eingeweiht.

Claudia Noatnick

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