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Grimmen Schüler fiebern ihrer Premiere entgegen
Vorpommern Grimmen Schüler fiebern ihrer Premiere entgegen
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01:21 16.06.2015
Letzte Woche begann die finale Phase der Proben in der Turnhalle der Caspar-David-Friedrich-Schule. Zweimal wurden sie auch schon ins Theater verlegt. Am 20. Juni ist Premiere des Udo-Lindenberg-Musicals „Hinterm Horizont“. Quelle: Fotos: Reinhard Amler
Greifswald

So langsam wird ihm jetzt richtig kribblig, gibt Marvin Liebert zu. Der Schüler spielt nämlich den Udo im Musical „Hinterm Horizont“. Und das hat Sonnabend Premiere im Theater Greifswald. Also in vier Tagen.

Seit einem Jahr dreht sich an der Caspar-David-Friedrich-Schule alles um dieses Projekt. Gemeinsam mit der Erwin-Fischer-Schule sind die Mädchen und Jungen im Ostseeviertel-Ryckseite die einzigen in ganz Deutschland, die „Hinterm Horizont“ einstudieren dürfen. Dazu haben sie die Originalvorlagen vom Hamburger Rockstar bekommen. Sie durften auch nach Berlin kommen, um sich dort eine Vorstellung im Theater am Potsdamer Platz anzuschauen. Anschließend gab es dort ein Gespräch mit den Hauptdarstellern, Josephin Busch und Alex Melcher. Von beiden wurden die Schüler dann auch gecoacht. Jetzt trainieren sie mit Spezialtrainern von der Udo-Lindenberg-Stiftung. Einer davon ist Noah Fischer, der im „Panikorchester“ auch das Saxophon spielt.

„Ich finde das alles grenzt schon fast an ein Wunder“, ist Ilka Keßel restlos begeistert. Als Jessie ist sie Marvins Bühnenpartnerin. Ilka kann den 20. Juni gar nicht mehr erwarten. Sie versucht aber alles ruhig angehen zu lassen. „Ein bisschen Bühnenerfahrung habe ich ja schon von einem anderen Theaterprojekt“, redet sie sich Mut zu.

Die letzten Tage waren und sind sehr intensiv. Täglich wird acht Stunden geprobt. Zwei Tage ging es jetzt auch schon im Theater zur Sache. Dort ist am 19. Juni auch die Generalprobe.

„Wir sind in der finalen Phase“, drückt es Noah Fischer aus. Er und Michael Eisenburger leiten das Projekt. Beide wurden von der Udo-Lindenberg-Stiftung eingesetzt. Sie sind professionelle Trainer.

Ob der große Rockstar, der im Juli noch Stadionkonzerte in Berlin, Hannover und Frankfurt gibt, zur Greifswalder Premiere kommt, ist noch unklar. 2013, als das Musical an einer Leipziger Schule erarbeitet wurde, war Udo, der „ Panikpräsident“, jedenfalls dabei.

Insgesamt 80 Greifswalder Mädchen und Jungen machen beim Projekt mit. Die Arbeit ging in mehreren Phasen vonstatten, erklärt Fischer. Da es inhaltlich um die deutsche Teilung geht, wurde zunächst viel Video-, Text- und Fotomaterial angesehen, sagt er. Einiges davon wird auch bei der Aufführung im Theater eingeblendet. Anschließend wurden Arbeitsgruppen gebildet. Danach begann das Casting. Das Ensemble wurde gebildet. Aber auch Kulissenbauer, Kostüm- und Maskenbildner mussten bestimmt werden. Um möglichst vielen Mädchen und Jungen die Möglichkeit zu geben, auf der Bühne zu stehen, sind alle Rollen mehrfach besetzt.

„Das Musical liegt komplett in Schülerhand“, ergänzt Anke Thurow. Die Lehrerin hat sich ein bisschen vor den Karren spannen lassen. Assistiert wird sie dabei aber von genauso engagierten Kolleginnen.

Eine davon ist Britta Rickmann, die noch erzählt, dass mittlerweile auch sehr viele Eltern richtig Feuer gefangen haben und sich einbringen: So reparieren sie zum Beispiel Kostüme. Eine ältere Dame aus Friedrichshagen strickte ganz viele Stirnbänder und Stulpen. „Aber noch wichtiger ist, dass die Muttis und Vatis ihre Kinder immer wieder puschen“, betont Rickmann. Motivation ist nun mal das A und O. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Denn kaum jemand der Sieben- bis Neuntklässler ist bisher abgesprungen. Allein das bezeichnet Anke Thurow schon als einen Riesenerfolg. „Ich habe jetzt schon Gänsehaut“, gibt sie zu. „Wie soll das erst in einer Woche werden?“

Am Premierenabend werden übrigens fast ausschließlich Familienangehörige der Schüler im Theater sitzen. „Denn auch den Ticketverkauf haben wir nicht dem Zufall überlassen, sondern ihn über die Schule organisiert“, sagt Thurow. Es gibt nur noch Restkarten.

Dass das Projekt überhaupt nach Greifswald gekommen ist, verdanken beide Schulen der Universitätsmedizin. Sie unterhält eine kulturelle Partnerschaft mit der Udo-Lindenberg-Stiftung. Aber das allein hätte nicht gereicht, denn es mussten auch über 30 000 Euro aufgebracht werden. Und da haben sich in der Hansestadt schnell viele Sponsoren gefunden, wie die Sparkasse oder der Präventionsverein.

Dessen Chef, Hans-Jürgen Dabels, findet es toll, wie die Jugendlichen hier professionell angeleitet werden. „Sie lernen dabei vor allem, dass sich Anstrengungen im Leben auszahlen“, sagt er.

Projekt vermittelt deutsch-deutsche Geschichte
„Hinterm Horizont macht Schule“ ist der Name des Projektes. Es vermittelt deutsch-deutsche Geschichte sowie soziale Kompetenz im Umgang mit spielerisch-musikalischen Mitteln.

80Schüler sind in Greifswald in die Aufführung einbezogen: Als Schauspieler, Sänger, Kulissenbauer, Maskenbildner und Statisten. Als Schulen wurden zwei Einrichtungen ausgewählt, die sich in den Greifswalder Neubaugebieten, Ostseeviertel-Ryckseite und Schönwalde I, befinden.
Die Premiere von „Hinterm Horizont“ findet am 20. Juni im Theater Greifswald statt. Eine zweite Vorstellung ist am 24. Juni. Am 19. Juni findet eine schulöffentliche Generalprobe statt.



Reinhard Amler

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