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Stralsund oder Putbus: Kreis will das Museum für Archäologie

Stralsund Stralsund oder Putbus: Kreis will das Museum für Archäologie

Landrat soll in Schwerin für beide Standorte werben / Heike Carstensen (SPD) schlägt Kampischen Hof als Domizil vor / Für Rügen spricht Vielzahl achäologischer Funde

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Der Fund war damals eine Sensation. Im März 2002 entdeckten Archäologen bei Bauarbeiten vor dem Hansa-Gymnasium drei Einbäume aus der Jungsteinzeit. Zwei waren rund 7000 Jahre, der dritte etwa 6000 Jahre alt. Sie galten als die ältesten noch erhaltenen Wasserfahrzeuge im Ostseeraum. Sieben Jahre später waren sie wegen falscher Lagerung beim zuständigen Landesamt verrottet.

Quelle: dpa

Stralsund. Der Landkreis Vorpommern-Rügen bewirbt sich um das Landesmuseum für Archäologie. Landrat Ralf Drescher (CDU) soll die Bildungsstätte nach Stralsund oder Putbus holen — das ist zumindest der Auftrag, den der Verwaltungschef am am Montagabend in Stralsund von Kreistag bekommen hat. Das Gremium stimmte dabei einstimmig für einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD.

Seit gut 20 Jahren hat MV kein Landesmuseum für Archäologie. Das soll sich ändern: Im Rennen um den Standort sind Schwerin, Rostock, Groß Raden, Tollensesee, Neustrelitz, Greifswald und auch Stralsund und Putbus. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) sagte auf OZ-Anfrage, dass noch noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung zu rechnen ist, allerdings nicht vor der Landtagswahl. Das Ministerium widerspricht dem Vorwurf, dass mit dem Rostocker Schifffahrtsmuseum bereits eine Vorentscheidung getroffen worden sei.

Brodkorb zufolge geht es bei der Standortsuche nur um einen Ort, der unter dem Aspekt der Infrastruktur, der touristischen Ströme und der wissenschaftlichen Kooperationspartner zu bevorzugen wäre, nicht um die Verwertung von Landesimmobilien.

Parteikollegin Heike Carstensen schlägt deshalb den Kampischen Hof in Stralsund als Heimat des neuen Landesmuseums vor. „Das Gebäude ist frisch saniert, wunderschön und liegt im Welterbe-Ensemble“, sagt die Politikerin, die in Kreistag und Bürgerschaft sitzt. Am Nutzungskonzept für das Haus werde noch gearbeitet, was den nötigen Spielraum lasse.

Heike Carstensen, die für die Stralsunder SPD in den Landtag will, sieht die kulturelle Entwicklung in der Stadt allerdings auch kritisch: „Wir sind in der Vergangenheit nicht sehr pfleglich mit unserer Kultur umgegangen. Das muss sich ändern.“ Nach Ansicht von Ingulf Donig, Bürgermeister von Altefähr und SPD-Abgeordneter in Kreis- und Landtag, sollte Putbus den Zuschlag bekommen. „Da in mir ein Rügener Herz schlägt, bin ich natürlich für Putbus“, sagte er im Kreistag. In dem von ihm vorgestellten Antrag heißt es, dass ein Großteil der archäologischen Funde in Mecklenburg-Vorpommern von der Insel Rügen stamme. Die Insel nehme mit der Slawensiedlung am Kap Arkona, den Feuersteinfeldern in Sassnitz, dem Wikingerschatz von Hiddensee, den archäologischen Gräbern und vielen anderen Fundstätten eine herausragende Stellung in der Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns und im südlichen Ostseeraum ein. Putbus sei durch die zentrale Lage auf der Insel ein idealer Standort.

Landrat Ralf Drescher hat nun die schwierige Aufgabe, in Schwerin für Putbus und Stralsund gleichermaßen zu werben. „Beide Standorte wären sehr gut geeignet“, sagt er. Drescher schiebt allerdings noch nach: „Für die Gemeinde Putbus wäre es ein Segen, wenn das Land dort investieren würde.“

Archäologie-Museum für Vorpommern lange gefordert

Die Forderung , archäologische Funde in Vorpommern auszustellen, ist nicht neu. Im Februar 2009 war im Gespräch, die bis zu 7000 Jahre alten Einbäume, die 2002 in Stralsund gefunden worden waren, in der Stadt zu zeigen.

Nur zwei Wochen später wurde bekannt, dass die Boote aus der Jungsteinzeit zerstört waren. Beim zuständigen Landesamt in Schwerin wusste man das mindestens schon seit 2004.

Eine Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass die Einbäume aufgrund unsachgemäßer Lagerung zerfallen waren. Verantwortlich seien die damalige Leitung des Landesamtes und das Bildungsministerium gewesen.

Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob der Fall eine strafrechtliche Relevanz hat, stellte das verfahren aber noch 2009 wegen Verjährung ein.

Abiturienten des Hansa-Gymnasiums haben 2012 einen Einbaum geschnitzt. Er steht jetzt als Denkmal etwa dort, wo 2002 seine jungsteinzeitlichen Ahnen gefunden wurde.

Von Alexander Müller

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