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„Trebel pütt pütt“: Schluss mit lustig

Grimmen „Trebel pütt pütt“: Schluss mit lustig

Grimmener Carnevalclub (Vorpommern-Rügen) löst sich Ende Dezember nach 36 Jahren auf.

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Nach 36 Jahren legt das närrische Boot zum letzten Mal am Hafen an. Verlassen die Karnevalisten endgültig das Spaßmacher-Deck?

Quelle: Raik Mielke

Grimmen. Mehr als drei Jahrzehnte waren sie die Spaßmacher der vorpommerschen Stadt Grimmen. Jetzt das Aus. Der Grimmener Carnevalclub wird sich am Ende des Jahres nach 36 Jahren auflösen. Schluss mit lustig. Kein „Trebel pütt pütt“ mehr?

„Wir sind als Stadt per Schreiben offiziell davon in Kenntnis gesetzt worden, dass der GCC seine Aktivitäten beenden wird“, sagte Stadtsprecher Thorsten Erdmann auf Nachfrage. Am 21. April sei das bei einer Mitgliederversammlung des Vereins beschlossen worden und die Auflösung des Vereins sei für den 31. Dezember 2017 vorgesehen.

Schade für die Stadt Grimmen

Laut Schreiben soll es zum Karnevalsauftakt 2017 am 11.11. noch eine Eröffnungsveranstaltung im Kulturhaus geben und abends den traditionellen Nachtwäscheball, sagte Erdmann. „Für die Stadt Grimmen und ihre Einwohner ist das sehr schade“, bedauert Erdmann diesen Schritt des GCC, den er aber auch nachvollziehen kann. „Es fehlte der Nachwuchs“, weiß er. Die Stadt stellt dem GCC gegenwärtig ein Büro und den Platz für den Fundus kostenfrei im Kulturhaus zur Verfügung. Für den Saal des „Treffpunkt Europas“ brauchten die Karnevalisten bei ihren Veranstaltungen ebenfalls keine Miete zu zahlen. Dafür hätten sie die Stadt bei anderen Veranstaltungen unterstützt, erzählt Erdmann. Allerdings sei diese Hilfe in den letzten Jahren aufgrund des Personalmangels beim GCC kaum noch möglich gewesen.

Nachtwäscheball lief wie immer toll

Erdmann betont: „Die Rahmenbedingungen von Seiten der Stadt stimmten also.“ Und vielleicht, so überlegt er laut, hätte man das Konzept ändern können. Denn fest stehe, die Resonanz beim Fasching in diesem Winter sei eine Katastrophe gewesen. Aber der Nachtwäscheball im Herbst lief in den vergangenen Jahren immer toll. „Vielleicht hätte man sich darauf und auf Veranstaltungen für Kinder gemeinsam mit den Schulen konzentrieren können?“, fragt er.

Schwindendes Interesse am Karneval

„Nichts ist endgültig“, versuchte Vereinspräsident Carsten Komoss auf OZ-Nachfrage zu relativieren. Vielleicht, meint Komoss, sei ja jemand bereit, den Verein zu übernehmen. Er selbst, unterstreicht Grimmens oberster Karnevalist, stehe jedenfalls ab Jahresende nicht mehr als Präsident zur Verfügung. Er sei schon traurig, aber „ich möchte den richtigen Zeitpunkt nicht überschreiten“, erklärt Carsten Komoss, der seit 26 Jahren Mitglied des GCC ist. Beim Publikum in Grimmen gebe es ein schwindendes Interesse am Karneval. Zudem sei die Personaldecke bei den Karnevalisten sehr dünn. „Zum Fasching im Februar hatten wir noch Glück, dass alle gesund waren.“ Aber man habe keine Reserven. „Wäre einer von uns ausgefallen, hätten wir Programmteile streichen müssen.“

„Unser Team hat noch richtig Lust darauf, närrisches Treiben in der Stadt zu verbreiten. Wir sind aber zu wenige Leute, um die Programme, die wir uns vorstellen, zu realisieren“, erklärt Thorsten Böttcher. „Nun könnten wir sagen, dann machen wir eben weniger, aber dies ist nicht unser Anspruch“, sagt er. „Wenn man sich dann doch intensiv auf die Veranstaltungen vorbereitet und es kommen nur 30 Leute, ist das ein Schlag ins Gesicht. Wenn wir einen Seniorenfasching anbieten und diverse Einrichtungen der Stadt führen so etwas mit externen Künstlern durch, ist das auch schwer zu verstehen“, sagt Böttcher.

„Würden die Tradition sehr gern weiterführen“

„Es ist für uns ein Zeichen, dass die Grimmener dann auch nicht zu 100 Prozent hinter uns stehen“, erklärt er. „Die Tür ist noch nicht komplett zu“, meint Böttcher. „Der aktuelle Stand sieht so aus, dass wir keinen neuen Vorstand gewählt haben und uns zum 31.12. 2017 auflösen“, betont er. „Wir würden die Tradition sehr gern weiterführen“, sagt Thorsten Böttcher. „Wenn wir gehen, gibt es eine gigantische letzte Show. Wir werden mit Pauken und Trompeten gehen“, verspricht er und hofft, das die Grimmener vielleicht doch noch ein Zeichen setzen. „Der 11.11. 2017 ist ein Sonnabend. Wir wollen an dem Tag eine finale Sause im ,Treffpunkt Europas‘ steigen lassen. Vielleicht raffen sich die Grimmener auf und stürmen ins Kulturhaus."

Almut Jaekel, Peter Franke und Raik Mielke

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