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Von Historienbildern mit Heimat-Motiven nach Afrika

Stralsund Von Historienbildern mit Heimat-Motiven nach Afrika

Der Stralsunder Maler Eckhard Buchholz will zum Nachdenken anregen

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„Entwicklungshilfe in Namibia“. Der Stralsunder Maler Eckhard Buchholz in seinem Atelier vor dem Afrika-Bild.

Quelle: Foto: Ines Engelbrecht

Stralsund. In warmen Erdtönen leuchten auf dem Bild die alten und neuen Behausungen der Dorfbevölkerung irgendwo in Namibia. Der Stralsunder Maler Eckhard Buchholz hat damit Neuland betreten. Die Arbeit an den Historienbildern mit Motiven aus Mecklenburg und Vorpommern hatte er im vergangenen Jahr abgeschlossen. Aber seine Hände kennen keine Ruhepause. Und so war er, neben der Betreuung des Malkreises in der Statdtteilkoordination Knieper West, auf der Suche nach neuen Ideen. Die fand er, als er über den Greifswalder Diplomhistoriker Lutz Mohr den Entwicklungshelfer Friedhelm Hein kennenlernte und sich mit der Flüchtlingspolitik beschäftigte. „Seit vier Jahren kenne ich Friedhelm Hein. Ich war fasziniert von dem was er erzählte. Ich hinterfragte die Lebensweise der Dorfbewohner in dem südwestafrikanischen Land, ihre Sitten, die Landschaft und natürlich das Licht, die Farben und die Sonnenuntergänge“, berichtet Eckhard Buchholz. Immer mehr reifte damit der Plan, sich einem völlig neuen Feld hinzugeben. „In meinem Kopf hatten sich diesbezüglich so viele Ideen angesammelt, dass ich zu Stift und Zeichenblock greifen musste. Ich fertigte Arbeitsskizzen von Menschen, brachte ihre Körperhaltung bei der Arbeit und Im Alltag zu Papier. Für mich war es wichtig, diese Menschen mit ihren Körperbewegungen darzustellen. Von Fotos wusste ich, wie die Strohhütten und die neueren Lehmbauten aussehen“, erzählt der 75-Jährige.

In seiner typischen Malweise, stellte er Ureinwohner und Aufbauhelfer in den Vordergrund seines 98-mal 122 Zentimeter großen Ölgemäldes. Eine Frau ist zu sehen, die eine Last auf dem Kopf transportiert, ein Kind an ihrer Hand, Helfer in ihrer vollkommen anderen Kleidung sind erkennbar. Selber war der Künstler nie in Afrika. Er hat seine Phantasien mit eingebracht.

Das Bild wird von Erd- und Blautönen dominiert. Die Ockerskala wird ausgereizt mit Rottönen. Warme Terrakotta-Farbtöne finden sich in der gesamten Umgebung des allmählich nahenden Sonnenuntergangs:

an Hütten, auf der Haut der Menschen, auf ihrer Kleidung. Die Restwärme des Tages ist vor diesem Großformat zu spüren.

Kühlere Blautöne hat der Maler in die Schatten und ebenso in der Kleidung verwendet, ebenso Weißtöne. Auf der Grundierung folgte die Grobskizze. Wie das Detail auf Malgrund farblich aussehen soll, wusste der Künstler zwar schon, der endgültige Farbauftrag entstand aber auf der Mischpalatte. Selbstgefertigte Holzspachtel, Flach-und Rundpinsel kamen zum Einsatz. Dabei baute Eckhard Buchholz das Bild von oben nach unten auf. „Über die Arbeit der Aufbauhelfer und der Flüchtlingspolitik möchte ich mit diesem Bild ein Zeichen setzen und zur Diskussion anregen. Es ist notwendig, den Menschen vor Ort zu helfen. Infrastruktur aufzubauen, ihnen eine Perspektive zu geben, damit sie in ihrem Land bleiben und nicht zu Flüchtlingen werden“, sagt der Stralsunder Maler.

Ines Engelbrecht

OZ

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