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Von der Leninpreisträgerin bis Rex Gildo

Grimmen Von der Leninpreisträgerin bis Rex Gildo

Im 1970 eröffneten Grimmener Kulturhaus sind schon viele Stars und Sternchen aufgetreten

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Morten Kabisch (l.) und Thorsten Erdmann präsentieren die vielen vollgeschriebenen Gästebücher.

Quelle: Reinhard Amler

Grimmen. Sieben Gästebücher stapeln sich im Kulturhaus „Treffpunkt Europas“.

Nachdem die Olsen-Brothers in Grimmen waren, gewannen sie 2000 in Stockholm den Eurovison Song-Contest.“Morten Kabisch, Kulturhausleiter

Wir bemühen uns auch heute noch darum, dass sich jeder, der hier auftritt, dort einträgt“, sagt Kulturhausleiter Morten Kabisch.

Blättert man die Seiten der teils schon vergilbten Gästebücher durch, dann hat man schon das Gefühl, dass die komplette deutsche Schlagerszene wenigstens einmal in Grimmen zu Gast war.

Rex Gildo schrieb zum Beispiel 1995: „Es macht immer wieder Spaß und bringt Freude, in ihrem Haus aufzutreten.“ Hartmut Schulze Gerlach, auch Muck genannt, formulierte am 10. Dezember 2000: „Das Haus, das Publikum und die Betreuung waren vorzüglich“.

Ähnliche äußerten sich auch Jürgen Drews 1991, Andy Borg und Kristina Bach 1992. , Costa Cordalis, 1995, und Bata Illic,1996.

Aber auch bereits vor der Wende, als sich in Grimmen noch keine Weststars en masse trafen oder ganz selten mal, wurden die Gästebücher geführt. Und auch da gab es viel Lob für das im Dezember 1970 eröffnete Haus und seine Mitarbeiter. Zum Beispiel von den legendären Roten Gitarren aus Warschau 1979, die es auch heute noch gibt. Auch Ljubka Dimitrovska und Ivica Serfecie aus Jugoslawien trugen sich 1978 ebenfalls handschriftlich in ein Buch ein, ebenso wie Jonny Hill. Das war 1978.

Ein Highlight damals war der Auftritt der „Soulful Dynamics“ aus Liberia. Ihr größter Hit hieß damals: „Mademoiselle Ninette“. 1976 gaben sie gleich zweimal ein Konzert in Grimmen. Neben den Männern aus Afrika gab es damals natürlich zuhauf Auftritte von Künstlern aus Freundesland. 1976 kam zum Beispiel Ljudmilla Sykina aus der UdSSR hierher. Die kennt keiner mehr. Immerhin war sie aber Lenin-Preisträgerin war.

„Manchmal gelang es uns in der Vergangenheit, Stars für ein normales Geld zu bekommen, bevor sie dann kurze Zeit später groß rauskamen und fürs Grimmener Kulturhaus unbezahlbar wurden“, blickt Morten Kabisch weiter zurück. Als Beispiel nennt er Andrea Berg und Michael Wendler. Auch die Olsen Brothers passen in diese Kategorie. Kurz nach ihrem Gimmen-Konzert gewannen die Dänen im Jahr 2000 nämlich den Eurovision-Song-Contest. . Auch eine lustige Episode hat der Kulturhausleiter parat. In den 1990-er Jahren warteten die Fans vor der Bühne ungeduldig auf Andy Borg. Er kam aber nicht. Es stellte sich heraus, dass er den Türgriff am Klo abgebrochen hatte und dort festsaß.

Schaut man sich die Veranstaltungen an, die heute im Kulturhaus laufen, so sind große Namen eher selten geworden. „Das liegt einfach daran“, so Kabisch, „dass heute mitunter Gagen verlangt werden, die wir absolut nicht bezahlen können. Manches Konzert würde unseren Jahresetat komplett aufbrauchen, sagt er und nennt als Beispiel Roland Kaiser, der ebenfalls schon für kleineres Geld in Grimmen aufgetreten ist..

Hinzu kommt, dass manche Konzertanfrage auch daran scheitert, dass der Saal zu wenig Leute fasst, erläutert Kabisch. Bei Lionel Ritchie war das erst kürzlich so. Dessen Agenten hatten wirklich in Grimmen angefragt, ob der US-Amerikaner am 15. Juli hier auftreten könnte, aber sofort abgewunken, als sie hörten, dass der Saal maximal 1000 Leute fasst. Auch UB 40 haben in Grimmen angefragt. Das wird ähnlich ausgehen, sagt Kabisch. Bei solchen Künstlern rechen sich Konzerte sowieso nur über Tourneen, sagt Thorsten Erdmann, Sprecher der Stadt, der sein Büro ebenfalls im Kulturhaus hat.

Manchmal hat man Glück, aber oftmals eben auch nicht.

Morten Kabisch freut sich zum Beispiel, dass er nach mehrfachen Anläufen endlich ein kubanisches Ensemble nach Grimmen holen konnte, dass ähnlich ist wie der legendäre Buena Vista Social Club.

„Passion de Buena Vista“ tritt am 13. Januar 2017 auf.

Zuvor dürfen sich die Grimmener noch auf Heinz Rudolf Kunze freuen. Der bekannte Deutschrocker kommt am 7. Mai und zeigt hier eine One-Man-Show mit Gitarre und Klavier. Übrigens die einzige weit und breit. „Erdmann spricht in Bezug auf Kunze vom Highlight 2016. Das aber könnte sicher auch die zweite Auflage der letztes Jahr wieder ins Leben gerufenen Bandnacht sein. Diese findet im „Treffpunkt Europas“ in diesem Jahr am 22. April statt. Zum Abschluss gibt es dann ein Konzert mit der Band „Transit“. Die wurde 1973 von Egon Linde gegründet. Der Sänger ist auch heute noch Frontmann. Damals begriff er sich als Gegenstück zu Udo Lindenberg.

Ein Fragezeichen, so Erdmann, steht noch hinter einem Ersatz für Achim Mentzel. Die Stimmungskanone aus Cottbus sollte beim Parkfest im Juni auftreten, ist aber inzwischen plötzlich verstorben.

 



Reinhard Amler

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