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Zu teuer? Projekt Fangelturm in Nehringen wackelt

Grammendorf Zu teuer? Projekt Fangelturm in Nehringen wackelt

Amt Recknitz-Trebeltal legt aktualisierte Kostenschätzung zum Sanieren des Denkmals vor / Gemeinde Grammendorf vertagt Entscheidung

Grammendorf. Was wird aus dem historischen Fangelturm in Nehringen? Das marode Bauwerk muss aufwändig saniert werden. Auch, um den Turm zum Tourismus-Magneten werden zu lassen. Doch die Grammendorfer Gemeindevertreter haben eine Entscheidung darüber in ihrer Sitzung am Donnerstagabend vertagt. Grund dafür sind die hohen Kosten, die laut neuester Berechnung des Amtes Recknitz-Trebeltal zu Buche schlagen würden. „50 Prozent runter, und wir sind dabei“, brachte es Bürgermeister Udo Peters (CDU) auf den Punkt.

 

OZ-Bild

Vorsicht vor Steinschlag: Der denkmalgeschützte Fangelturm in Nehringen bedarf dringend der Sanierung. Auch der Eigentümer des Turms will das Vorhaben der Gemeinde finanziell unterstützen. Finden sich weitere Sponsoren?

Quelle: Peter Franke

Noch im September vorigen Jahres hatten sich die Gemeindevertreter zum Erhalt des denkmalgeschützten Turms bekannt. Ein Erbbaurechtsvertrag soll inzwischen laut OZ-Informationen mit dem Grundstücks- und Turmeigentümer Alexander von Pachelbel unterzeichnet worden sein. Vom Amt sollte ein Förderantrag an die Kommunalgemeinschaft Pomerania erarbeitet werden. Nach Einschätzung eines Bauingenieurs war von insgesamt fast 700000 Euro ausgegangen worden, wenn der Fangelturm mit Außentreppe und einem Podest versehen wird. Der Eigenanteil der Grammendorfer hätte etwa 100000 Euro betragen.

Der Plan einer Außentreppe ist aus Gründen des Denkmalschutzes inzwischen vom Tisch. Und die seinerzeit angepeilte Gesamtsumme wird wohl nicht ausreichen. Ein Grund für höhere Kosten ist laut Amt eine in der vorherigen Kostenschätzung zu gering veranschlagte Voruntersuchung seitens des Denkmalschutzes. Es sei notwendig, den Innenbereich des Fangelturms genauestens zu untersuchen. Das gelte auch für den Bodenbereich, in den während der Bauarbeiten innerhalb und außerhalb des Fangelturmes eingegriffen werde. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin sei darüber vom Landkreis Vorpommern-Rügen informiert. Eine Kostenschätzung liege zwar noch nicht vor, es werde aber von 50000 Euro ausgegangen, die allein dafür nötig sind.

Eine weitere Erhöhung der Gesamtkosten erfolgt laut Amt durch den jährlich steigenden Baupreisindex. Zusätzliche Unkosten würden durch erforderliche Baumfällungen rings um den Turm sowie Neupflanzungen ebenso entstehen wir durch den Bau einer Straße, auf der Fahrzeuge zur Baustelle rollen können.

„Wir haben zu zweit eine ganze Woche lang intensiv daran gearbeitet, um alle möglichen Kosten zu erfassen und im Förderantrag zu benennen“, erklärt Renate Kuck, Leiterin im Ordnungs- und Bauamt des Amtes Recknitz Trebeltal. Dabei habe man das Fangeltum-Vorhaben mit ähnlichen, anderen Projekten verglichen. Die geschätzten Gesamtkosten beliefen sich jetzt auf etwa 781000 Euro, die zu 85

Prozent durch Pomerania-Fördermittel beglichen werden könnten. Somit würde ein geschätzter Eigenanteil 15 Prozent, das wären von 117150 Euro, bei der Gemeinde verbleiben. Ein Kofinanzierung dieses Betrages durch das Land, die erhofft wurde, sei aber nicht mehr möglich. Der Förderantrag sei bereits am 11. März bei der Pomerania eingereicht worden. Der Plan einer Turmsanierung „ist eine wunderbare Sache. Aber bei unserer Haushaltssituation...“, sagte Gemeindevertreterin Sigrid Schlutt (Wählergemeinschaft) und gab zu bedenken: „In Rodde haben wir nicht mal eine vernünftige Straße.“

Es sei schon „ein Schocker“, wenn man so eine Summe aufbringen müsste, ergänzte Christian Rohlfing (CDU). Er sei „sehr dafür, das Projekt zu realisieren, aber nicht zu diesen Bedingungen.“ Will die Gemeinde also die Reißleine ziehen?

„Wir vertagen die Geschichte, weil alles nochmal überprüft werden muss. Diese Summe ist nicht finanzierbar“, sagte Bürgermeister Peters. Nun soll im Amt nochmal nachgerechnet werden.

Grenzposten

Der Fangelturm in Nehringen steht auf einem alten Burghügel und diente einst als Grenzfeste zwischen Pommern und Mecklenburg. Erbaut wurde der Turm wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.

Bei einer Sanierung müsste die Turmkrone gesichert werden. Dazu ist es zunächst nötig, vom oberen Mauerteil des 17 Meter hohen Turms lose Steine abzutragen.

Von Peter Franke

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