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„Kuwitt“: Schüler dem „Totenvogel“ auf der Spur

Brandshagen „Kuwitt“: Schüler dem „Totenvogel“ auf der Spur

Nabu-Expertin stellt Brandshagener Grundschülern den zum Vogel des Jahres 2017 gewählten Waldkauz vor

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Phillipp, Alexander, Kilian und Lukas (v.l.n.r.) betrachten die Federn eines Waldkauzes. Der nachtaktive Vogel fliegt beinahe lautlos und ist deshalb ein erfolgreicher Jäger.

Quelle: Fotos: Claudia Noatnick

Brandshagen. Er ist selten zu sehen und noch seltener zu hören – der zum Vogel des Jahres 2017 gekürte Waldkauz. Er ist ein Nachttier und erst nach Einbruch der Dunkelheit ertönen seine geheimnisvollen Rufe. „Kuwitt“ ruft der Waldkauz, ahmt Umweltbildnerin Christa Budde nach, die Grundschülern aus Brandshagen den „Nachtschwärmer“ im Unterricht vorstellte.

OZ-Bild

Nabu-Expertin stellt Brandshagener Grundschülern den zum Vogel des Jahres 2017 gewählten Waldkauz vor

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Als sie erzählt, dass er genau wegen dieses Rufes früher den Ruf als Todesvogel hatte, können die Mädchen und Jungen es gar nicht glauben. „Kuwitt wurde damals mit ’komm mit’ interpretiert und die Menschen glaubten, der Kauz bringe Tod und Verderben“, erzählt die Zarrendorferin, die im Auftrag des Nabu unterwegs ist, und blickt in ungläubige Gesichter.

Das gehöre natürlich in den Bereich des Aberglaubens, dennoch wurden die Eulenvögel deshalb einst verfolgt und getötet. Und auch heute hat es krähengroße Vogel nicht leicht. „Wisst ihr, welche Kriterien zur Wahl des Vogels des Jahres führen?“, will Christa Budde wissen. „Wenn er vom Aussterben bedroht ist“, sagt Kilian. Das ist so nicht ganz richtig. Vor einiger Zeit, erklärt Budde, sei das tatsächlich das ursprüngliche Auswahlkriterium gewesen. Heute allerdings genügen dafür bereits verschwindende Lebensräume.

Der Waldkauz, erzählt die Umweltbildnerin, liebe dicke alte Laubbäume mit Höhlen, in denen er seine Jungen aufziehen kann. Aber auch alte Häuser mit offenen Dachböden sucht sich der Kauz als Domizil.

Doch beides finde der Nachtvogel mit dem Gesichtsschleier heutzutage immer seltener.

Christa Budde erzählt, dass die Augen des Waldkauzes beinahe unbeweglich sind, er dafür aber seinen Kopf um gut 180 Grad drehen kann, was ihm einen guten Rundumblick beschert. Sie erzählt, dass er lautlos fliegen kann und sich sich seiner Beute – Fröschen, Mäusen und kleineren Vögeln – deshalb unbemerkt nähern und mit seinen scharfen Krallen schlagen kann. Dass er diese im Ganzen verschlingt und die unverdaulichen Teile als Gewölle wieder hochwürgt. Und dass er – neben einem scharfen Blick – ein sehr gutes Gehör besitzt. Ein im Laub raschelndes Opfer kann er noch aus 100 Metern genau orten.

Dass die Schüler gut aufgepasst haben, zeigt sich bei einem anschließenden Spiel. Während eine Hälfte der Klasse der Kauz ist, ist die andere der Marder, ein natürlicher Feind der nachtaktiven Vögel. Es gilt, Fragen rund um den Vogel des Jahres 2017 zu beantworten. Bei der ersten Runde haben die „Waldkäuze“ eindeutig den Schnabel vorn – sie wissen besser, wo der bevorzugte Lebensraum eines Kauzes ist, was er am liebsten frisst und können auch seinen Ruf recht gut nachahmen. Doch der Jubel auf den Rundensieg bekommt einen Dämpfer, als es nun gilt, in der nächsten Partie ihre Brut zu verteidigen. Die „Marder“ wollen sich die Beute nicht entgehen lassen und schaffen es tatsächlich, die Fragen genauer zu beantworten. So haben am Ende zwar die Käuze überlebt, ihre Brut aber verloren. Wie in der Realität haben es die Eulenvögel selbst im Schüler-Spiel nicht leicht.

Vogel des Jahres 2017

Mit dem Waldkauz schaffte es nach dem Steinkauz (1972), der Schleiereule (1977) und dem Uhu (2005) zum vierten Mal ein Eulenvogel den Titel zu erhalten.

Strix aluco, so der wissenschaftliche Name des Waldkauzes, ist der insgesamt 46. Titelträger und soll vor allem für den Erhalt artenreicher Laub- und Mischwälder und genügend alter Bäume mit Hohlräumen werben, die er zum Überleben benötigt.

In Bassin bei Grimmen war im April dieses Jahres ein verwaister Jungvogel in einer Scheune entdeckt worden; in Stralsund wurde eine Waldkauzfamilie auf dem Gelände des ehemaligen Pionierhauses entdeckt, die dort in einer alten Eibe wohnt.

Der von Christiane Uecker in Kirch Baggendorf aufgepäppelte Bassiner Waldkauz wird derzeit vom Cheftierpfleger des Greifswalder Tierparks betreut, der dem Jungvogel gute Prognosen bescheinigt: Er wachse und gedeihe prächtig und könne hoffentlich wieder ausgewildert werden.

Bis zu 40 Zentimeter groß und bis zu 600 Gramm schwer wird ein Waldkauz.

Ihr Bestand wird deutschlandweit auf bis zu 75000 Brutpaare geschätzt.

Claudia Noatnick

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