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Grimmen Landkreis beim Breitbandausbau vorn
Vorpommern Grimmen Landkreis beim Breitbandausbau vorn
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00:00 26.07.2016

Während die Urlauber unten am Strand in der Sonne liegen oder in der Ostsee baden, wird oben auf der Dachterrasse des Strandhotels „Fischland“ in Dierhagen ein wichtiger Schritt Richtung schnellem Internet gemacht.

Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) überreichte gestern Vormittag Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) die ersten Zuwendungsbescheide für die Kofinanzierung des Bundesprogramms zum Breitbandausbau. Ziel ist eine flächendeckende Breitbandabdeckung mit einer Datenrate von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Deutschlandweit stellt der Bund über zwei Milliarden bereit, die in mehreren Etappen ausgeschüttet werden. Ganz vorne mit dabei ist der Landkreis Vorpommern-Rügen. So ist das komplette Festland in der ersten Ausschreibungsrunde dabei. Die Insel Rügen – dort engagiert sich der Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (Zwar) für den Ausbau – hatte sich mit einem Projektgebiet beworben.

Der Bund übernimmt 50 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Vom Land kommen dann noch 20 bis 40 Prozent hinzu. Die restlichen zehn Prozent, die zunächst die Kommunen als Eigenmittel übernehmen sollten, werden über einen Aufbaufonds finanziert. „Vor allem kleinere Gemeinden hätten den Eigenanteil von zehn Prozent einfach nicht aufbringen können“, erklärt Nico Dröse, Projektverantwortlicher im Amt Miltzow. Christel Kranz, Vorsteherin des Amtes Ribnitz-Damgarten, hatte hingegen von Anfang an für das Breitband-Projekt plädiert – Eigenanteil hin oder her. „Mir war klar: Wenn man diesen Zug verpasst, ist es zu spät.“

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende des Jahres die Aufträge rausgehen sollen. „Anfang kommenden Jahres werden dann die Bagger rollen“, sagte Christian Pegel. Man gehe von einer Bauzeit von etwa drei Jahren aus. „Das wird noch schwierig. Sicherlich müssen auch Wege aufgebuddelt werden, die auf privatem Grund liegen“, sagte Dierhagens Bürgermeisterin Christiane Müller (Die Linke). „Wir sind aber froh, dass es endlich geklappt hat.“

Hoteldirektorin Isolde Heinz hob noch einmal die Bedeutung des Breitbandausbaus für die Tourismusbranche hervor. „Eine Familie reist nicht mehr nur mit einem Endgerät an. Wenn dann das Internet versagt, macht auch die Sonne das nicht mehr wett. Für viele ist Internet nunmal unverzichtbar“, erklärt Isolde Heinz. Immer wieder gebe es auch Anfragen von Urlaubern, die sich im Hotelzimmer ein Minibüro einrichten möchten. „Bislang müssen wir da immer improvisieren.“ Auch Scanhaus-Geschäftsführer Friedemann Kunz aus Marlow freute sich über die Entwicklung. „Aus Unternehmersicht ist das ein sehr guter Tag. Vor zehn, 15 Jahren konnte man sich noch gar nicht vorstellen, welchen Stellenwert das Internet einmal haben würde.

Ralf Drescher betonte, dass nicht nur der Tourismus, Unternehmer und Landwirte vom Breitband profitieren, „sondern jeder einzelne Bürger.“ Im Landkreis Vorpommern-Rügen wolle man sich bemühen, so viel Glasfaser wie möglich zu verbuddeln.

Pegel fügte hinzu: „Glasfaser kostet viel Zeit, weil man die ganze Straße aufbuddeln muss. An einigen Stellen wird man deshalb auch auf Funktechnologie zurückgreifen müssen.

Anika Wenning

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