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Landmuseum braucht Hilfe vom Amt

Lüssow Landmuseum braucht Hilfe vom Amt

Im einmaligen Landgut Lüssow fehlt das Personal – Deshalb ist hier kaum noch etwas los

Lüssow. Das größte Landwirtschaftsmuseum der Region – das Landgut Lüssow bei Gützkow – steht auf der Kippe. Seine Zukunft hänge nun maßgeblich von der Agentur für Arbeit ab, gibt Frank Schröter, stellvertretender Vorsitzender des Arbeits- und Strukturfördervereins (Asf) Gribow, zu verstehen, der das Landgut aufbaute und betreibt. Es fehlten Leute, um die eindrucksvolle Ausstellung wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Die Agentur allein sei in der Lage für das Personal zu sorgen, indem sie arbeitslose Menschen hier beschäftigen lasse.

Im Oktober haben die Gribower einen Gesprächstermin im Greifswalder Jobcenter. Sie hoffen sehr, dass ihr Ansinnen dort auf Verständnis stößt. Andernfalls ist es um das einmalige Landgut-Museum schlecht bestellt.

In den vergangenen zwei Jahren hatte der Asf immer weniger Arbeitslose vom Jobcenter zugewiesen bekommen. Es heißt, der damalige Vereins-Geschäftsführer habe sich nicht sonderlich darum bemüht. In der Folge sei der Asf kaum noch mit ein-Euro-Jobs und anderen Beschäftigungsmodellen bedacht worden. Im Frühjahr 2015 riss der Verein deshalb die Reißleine und strich die Öffnung des Musseums an Wochenenden. Seitdem kann das Landgut in Lüssow nur noch an Werktagen von 9 bis 14 Uhr besucht werden, was zu dieser Zeit kaum jemand tue, wie Frank Schröter einräumt. Gerne würde er die Werbetrommel für die sehenswerte Landwirtschafts-Schau rühren. Doch das traut er sich nicht, da das Museum personell kaum bespielt werden könne. „Wir brauchen geförderte Mitarbeiter“, appelliert Schröter deshalb an das Arbeitsamt.

Die ausgedünnte Personaldecke ist auch der Grund, warum sich das Landgut von sämtlichen Tieren verabschieden musste. Die Taubenvoliere ist verwaist. Leer sind auch die Schafställe und Kaninchenbuchten. Unabhängig davon gibt es in Lüssow noch genug zu sehen. An keinem anderen Ort im Kreis ist früheres Landleben anschaulicher dokumentiert als hier. Wo zu DDR-Zeiten eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Rinder und Schweine aufzog, informieren heute mehrere Einzelausstellungen über die Milchwirtschaft, den Kartoffelanbau, die Getreidewirtschaft und die Tierzucht früherer Jahre. Lange hatten die Ställe in Lüssow nach der Wende ungenutzt dagestanden. Sie wären vollends verfallen, hätte der Züssower Agrarhändler Hans-Jürgen Mausolf, ein leidenschaftlicher Sammler alter landwirtschaftlicher Maschinen und Gerätschaften, nicht nach einem Objekt für seine vielen Exponate gesucht. Von Bund und Land unterstützt, baute man 2003 erste Stallgebäude zu Ausstellungshallen um.

Eindrucksvoll ergänzt werden sie durch die landesweit größte Sammlung alter Traktoren. Und einen Dachboden, der für sich genommen ein Museum ist. Eine ländliche Küche ist hier aufgebaut, auch eine bäuerliche Schlafkammer. Unter dem Gebälk stehen Gerätschaften aus bäuerlichem Hausstand und Wirtschaft. Der Clou aber ist ein Klassenraum: mit Sitzbänken aus der Nachkriegszeit und Gestühl aus der späteren DDR.

Sven Jeske

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