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Landrat rudert zurück: Verbrennen weiter erlaubt

Landrat rudert zurück: Verbrennen weiter erlaubt

Ralf Drescher (CDU) relativiert das Brennverbot von Gartenabfällen

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Das Verbrennen von Gartenabfällen sollte eine Ausnahme sein.

Quelle: Foto: Raik Mielke

Grimmen. „Ausgezeichnet“, „Super“, „Hammer“ – das sind erste Reaktionen auf die Korrektur von Landrat Ralf Drescher (CDU) zum Brennverbot für pflanzliche Abfälle. Denn für Gärtner und Grundstücksbesitzer bedeutet dies: Alles auf Anfang! Pflanzliche Gartenabfälle dürfen im März und im Oktober verbrannt werden. In Ausnahmefällen und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen! Niemand muss eine Genehmigung dafür beim Landkreis einholen.

„Mein Fachdienst Umwelt hat lediglich auf eine Verordnung des Landes verwiesen, dies aber leider missverständlich“, entschuldigt sich Drescher jetzt. Wobei „unverständlich“ nicht das richtige Wort ist. „Da der Landkreis Vorpommern-Rügen ein Entsorgungssystem zur Verfügung stellt, ist nach der geltenden Rechtslage das Verbrennen pflanzlicher Abfälle unzulässig“, hieß es nämlich in der Mitteilung des Landkreises vom 6. Februar, die Drescher nun revidiert. Das Verbot löste heftige Diskussionen aus. Bei Privatpersonen ebenso wie Kommunen. Während sich einige Bürger darüber freuten, nicht mehr den dicken Qualmwolken im März und Oktober ausgesetzt zu werden, gingen vor allem Kleingärtner und Grundstückseigentümer, aber auch Kommunen, auf die Barrikaden. „Als Gartenbesitzer habe ich keine Biotonne, da ich alles kompostiere. Die Asche vom Verbrennen habe ich im Garten als Dünger verteilt. Aber damit wird ja kein Geld verdient. Also muss es weg“, meinte beispielsweise Beate Stoll aus Grimmen und bezeichnete die Weisung als Schildbürgertum.

Werner Kindler unterstellte den verantwortlichen Mitarbeitern des Landkreises, „dass sie nicht den blassesten Schimmer davon haben, was auf ländlichen Grundstücken an Grünschnitt und Astwerk alles anfällt. Es könne auch nicht alles kompostiert werden, wenn auf dem Grundstück mehr als 100 Bäume stünden. Und der Amtsausschuss Miltzow hat das vom Landkreis ausgesprochene Verbot zum Verbrennen von pflanzlichen Abfällen sofort einstimmig abgelehnt. Zwar sei er der Meinung, dass das Verbrennen von Gartenabfällen in der Vergangenheit ausgeufert war, weil es nicht zu den geregelten Zeiten stattgefunden hat. Vieles wurde verbrannt, was nicht verbrannt werden darf. Dennoch müsse es Ausnahmen geben, sagte Helmut Krüger (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Sundhagen.

Um so erleichterter dürften nun die Kritiker des Brennverbotes sein. Es darf gezündelt werden. Laut entsprechender Landesverordnung aber nur, wenn das Kompostieren beziehungsweise die Nutzung der Entsorgungssysteme, wie Wertstoffhöfe oder Biotonne, nicht möglich oder nicht zumutbar sind. „Beim Entscheiden über die Zumutbarkeit setze ich auf eine hohe Eigenverantwortlichkeit unserer Bürgerinnen und Bürger“, appelliert Landrat Drescher. Denn ihm sei bewusst, dass die Ausnahmeregelungen durchaus Auslegungs- und Ermessensspielraum zulassen. „Und da kann es im ländlichen Raum schon zu anderen Ergebnissen kommen, als in den Städten“, weiß er.

Dessen ist sich auch Udo Peters, Bürgermeister von Grammendorf und Vorsitzender des Kreisausschusses für Landwirtschaft und Umwelt bewusst. Er begrüßte gestern die Klarstellung des Landrates. Sie sei notwendig, richtig und vernünftig. „Die Berichtigung kommt noch zur richtigen Zeit und schafft Klarheit für alle Grundstücksbesitzer im Landkreis“, sagt er. Auch Peters hält ein generelles Verbot nicht für gut. Sicher sei er sich, dass sich nach der Einführung der Biotonne der Qualm auf jeden Fall verringert. Darauf hoffen auch die Verbots-Befürworter. „Ich bin gespannt, ob der Landkreis auch mal durchgreift „Fast alle Kleingärtner haben einen Komposthaufen. Außerdem gibt es in Grimmen einen Wertstoffhof. Also dürfte hier eigentlich kein Feuer sein“, meint Martin Pollex aus Grimmen. Und Hans Hammer kritisiert gar Dreschers Einlenken: „Dann kann man den ganzen März wieder nicht richtig lüften.“

Anja Krüger

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