Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Landwerthof hat wieder eine Zukunft
Vorpommern Grimmen Landwerthof hat wieder eine Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 25.10.2017
Sebastiaan Huisman ist neuer geschäftsführender Gesellschafter des „Landgutes am Strelasund“. Engagiert erklärt der gebürtige Holländer seine Ziele und seine Lebensphilosophie. Im Frühsommer 2018 soll viel Neues in Stahlbrode bereits sichtbar sein. Quelle: Foto: Reinhard Amler
Stahlbrode

Sebastiaan Huisman sprüht vor Optimismus, wenn er über seine Vorhaben in Stahlbrode redet. Der 44-jährige gebürtige Holländer ist neuer Chef des Landwerthofes in Stahlbrode. Der, so sagt er, habe in den letzten Jahren etwas vor sich hingeschlummert, obwohl er 2008 eigentlich mit einem guten Konzept gestartet war. In das waren nicht nur viele kluge Ideen geflossen, sondern auch viel Hirnschmalz und Liebe.

Nach Jahren des Stillstandes ist auf dem Gelände in Stahlbrode wieder neues Leben eingezogen. Es gibt rund um den Hof viele Pläne.

Acht Jahre lang hat der studierte Landwirt an der deutsch-luxemburgischen Grenze eine Milchviehanlage mit Ackerbaubetrieb geleitet und danach in Neu-Stettin in Polen auf 1950 Hektar ein Dorfprojekt entwickelt. Daran will er in Stahlbrode anknüpfen.

Huisman ist absolut davon überzeugt, dass in dem Hofgelände unmittelbar am Fähranleger nach Rügen viel Potenzial steckt. Seit Mai hat er dafür die Ärmel hochgekrempelt. Er führt Gespräche, entwickelt Ideen, formuliert Konzepte. Er freut sich auch, dass er nicht nur im Schweriner Landwirtschaftsministerium einen Partner gefunden hat, sondern auch vor Ort. „Denn wir sind hier unheimlich gastfreundlich aufgenommen worden“, sagt Sebastiaan Huisman.

Sein Ziel ist ein lebendiger Hof, auf dem Tiere genauso ein Zuhause haben sollen wie Ackerbau und Grünlandwirtschaft. Immer wieder betont er den Kreislauf der Natur.

Am Ende soll jeder sehen, wo etwas herkommt, das auf dem Teller liegt. Huismann ist davon überzeugt, dass der Landwerthof nach wie vor einen guten Ruf hat.

Was die neue Bezeichnung anlangt, sei ihm wichtig gewesen, den Hof zu verorten. Denn der Konsument soll bereits im Namen „Landgut am Strelasund“ erkennen, dass hier küstennahe ökologische Landwirtschaft betrieben wird, sagt er. Außerdem gehe es ihm auch darum, die nahe Ostsee zu schützen, die wie alle Meere gefährdet ist.

Wenn man mit dem Landwirt redet, geht es keinesfalls nur um ökonomische Ziele. Immer wieder kommt er auf etwas zu sprechen, dass man seine Lebensphilosophie nennen könnte. „In unserer Welt“, sagt er, „läuft einiges schief“. Es sei doch mehr als schizophren, in Brasilien Regenwälder abzuholzen, um dort Soja anzubauen, welches dann in Deutschland an Tiere verfüttert wird, damit unser Fleisch möglichst billig ist. Das und vieles mehr müsse sich ändern.

Optimistisch stimmt den Landwirt dabei, dass bei vielen Menschen heute ein Umdenken begonnen hat. Deshalb sieht er den gegenwärtigen Zeitpunkt für die Neubelebung des Landgutes auch als günstig an.

Denn 2008, als der Landwerthof eröffnet wurde, hätte es noch mehr Vorbehalte gegeben,obwohl das Konzept auch damals schon gut war, betont Huisman. Deshalb will er an vielem festhalten. Die Metzgerei gehört dazu, ebenso das Hofcafé und die Feinkostmanufaktur. Auch eine Hofbäckerei ist geplant.

Sebastiaan Huismann wird eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen. Im Frühsommer will er neu eröffnen. Bis dahin sollen unter anderem die früher als Gastronomie betriebenen Räume in Kühlhäuser umgebaut sein. 16 Arbeitsplätze könnten entstehen. Ihm sei wichtig, dass Wertschöpfung im Dorf bleibt und Dörfer nicht sterben, sagt der neue Geschäftsführer.

Alle künftigen Produkte aus Stahlbrode sollen überwiegend lokal vermarktet werden. Huisman schwebt sogar vor, damit auch in Schulen und Betriebskantinen zu gelangen und natürlich in die Regale der Supermärkte. Und damit meint er keinesfalls nur Bio-Supermärkte. Er will auch Berliner und Hamburger Kunden erreichen und tüftelt bereits an einer Werbestrategie. Das Landgut wird auch weiter als Begegnungsstätte dienen, erklärt Huismann. Deshalb ist geplant, dass hier auch eine Bildungsakademie Vorträge anbietet.

Erhalten bleiben wird auch der Schulbauernhof für Kinder und Jugendliche. Denn der ist seit Bestehen immer ausgebucht. Auch jetzt in den Herbstferien. Sebastiaan Huisman wird auch selber mit seiner Patchworkfamilie auf dem Landgut wohnen. Neben seiner Frau, die übrigens auf der benachbarten Insel Riems ihren Doktortitel als Tierärztin erworben hat, gehören auch fünf Kinder dazu. Sie alle werden künftig im alten Gutshaus wohnen.

Das „Landgut am Strelasund“ in Stahlbrode

2008 wurde das 650 Hektar große Areal als „Landwerthof Stahlbrode“ eröffnet.

Geplant war auch, dass aus dem Fleisch hier aufwachsender Rinder gereifte Edelsalami und Seeluftschinken vor allem Delikatessenläden in Berlin und Hamburg, aber auch Spitzenhotels an der Küste erobern sollten.

In den letzten Jahren wurden mehrere Einrichtungen geschlossen oder runtergefahren. Der Hof „schlummerte“ vor sich hin.

Jetzt soll er zu neuem Leben erweckt werden. Das betrifft Tierzucht, ebenso wie Ackerbau Grünlandwirtschaft, Gastronomie und Bildungsangebote.

Bis Frühsommer sind Investitionen in die Produktion aber auch in Kühlhäuser geplant. Rund 16 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Reinhard Amler

Grimmen GUTEN TAG LIEBE LESER - Grusel-Stadtführung mal zwei

Kommenden Dienstag ist wieder die Zeit der Hexen, Gespenster, Skelette und anderer schaurigschöner Gestalten, die traditionell auf Süßes- oder-Saures-Tour gehen.

25.10.2017

Kühles Nass und Eisdruckpolster sollen Kirch Baggendorfs Schwimmbad im Winter schützen

25.10.2017

320000 To-Go-Becher pro Stunde werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit geleert und nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Im Jahr sind das fast drei Milliarden Stück.

25.10.2017