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Grimmen Lebenshilfe: Am Jahresende ist Schluss
Vorpommern Grimmen Lebenshilfe: Am Jahresende ist Schluss
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07:34 01.12.2017
Dagmar Jolitz, Rüdiger Stromeyer, Rainer Sperling, Rosemarie Kroos, Marita Riesebeck, Doris Topf und Bärbel Hempel (v.l.) vor der Begegnungsstätte. Quelle: Foto: Almut Jaekel
Grimmen

Am Jahresende ist endgültig Schluss: Der Verein Lebenshilfe Grimmen löst sich nach fast 28 Jahren auf. „Es fehlen Mitglieder und solche, die im Verein Verantwortung übernehmen“, begründet der Vorsitzende Rüdiger Stromeyer. Er selbst sei mit 67 Jahren bei weitem nicht der Älteste unter den Aktiven. Zudem habe die Förderung, also die finanzielle Unterstützung des Vereins, stark nachgelassen, nennt er einen weiteren Grund für die Auflösung.

Lebenshilfe

Im Herbst 1989 gründete sich eine Elterninitiative mit dem Ziel, in Grimmen etwas für Behinderte zu tun.

Im März 1990 wurde als einer der ersten Lebenshilfe-Vereine die Grimmener Lebenshilfe gegründet.

Zum 31. Dezember 2017 wird sich die Lebenshilfe Grimmen auflösen.

Am 29. März 1990 wurde die Lebenshilfe Grimmen als Verein offiziell eingetragen. Erster Vorsitzender und Initiator war Kurt Planitz-Wächter. Es gab gleich zu beginn 25 Mitglieder. Damals wollten die Mitglieder eine Schule für geistig und Mehrfach-Behinderte in Grimmen schaffen, ein Behindertenwohnheim etablieren und eine Beratungsstelle für Behinderte als Anlaufpunkt in der Stadt bieten. „All das ist schnell gelungen“, resümiert Rüdiger Stromeyer heute.

Eines der Gründungsmitglieder ist Doris Topf (64), die auch heute jeden Tag in der Begegnungsstätte des Vereins in der Weinertstraße anzutreffen ist. „Ursprünglich waren wir ab Herbst 1989 eine Elterninitiative und wollten für Behinderte da sein“, erinnert sie sich. Maßgeblich habe dann bis zum Juli 2005 Eckard Becker als Vorsitzender die Geschicke des Vereins bestimmt, der noch im gleichen Jahr gestorben sei. Doris Topf: „Eckhard Becker hat die Lebenshilfe in Grimmen geprägt.“ In seine Zeit fällt auch die gemeinsame Weihnachtsaktion der OSTSEE-ZEITUNG mit der Lebenshilfe, bei der OZ-Leser mit ihren Spenden dafür sorgten, dass ein Vereinsauto angeschafft werden konnte.

„Immer war es unser Ziel, Behinderte aus ihrem häuslichen Bereich herauszubekommen, zu betreuen, Arbeitsgemeinschaften für sie anzubieten, Freizeitmöglichkeiten zu schaffen und sie zum Sport anzuregen“, sagt Stromeyer. „Die reine Pflege hat dabei nie eine Rolle gespielt, es ging immer um soziale Kontakte“, betont er.

Ferienlager, in Niederhof und später jährliche Sommerfahrten – 2017 ging es in die Nähe von Parchim – die Zusammenarbeit mit der G-Schule und dem Heim der Peene-Werkstätten für Behinderte, die Sportfeste, die Theatergruppe und die Treffen der Sportgruppe gehörten während all der Vereinsjahre zum Programm. Immer wieder sei der Verein mit seiner Begegnungsstätte und den Büroräumen umgezogen.

Einen Aufschwung erlebte die Lebenshilfe in der Brechtstraße als die Begegnungsstätte zum „Haus der Fröhlichkeit“ wurde.

„Aber schon vorher, nach dem Tod von Eckard Becker, stand der Verein einmal vor dem Aus“, sagt Rosemarie Kross (69), ebenfalls täglich im Verein aktiv. Sie und Doris Topf hätten damals oft nicht gewusst, wie es weiter gehen soll, die Vereinsarbeit dann aber doch „ehrenamtlich auf die Reihe bekommen“. „Wir wollten nicht aufgeben“, erinnert sich Rüdiger Stromeyer. Also startete die Lebenshilfe noch einmal voll durch.

Dagmar Jolitz ist eine von denen, die von Anfang an in der Grimmener Lebenshilfe aktiv waren, und sie spielte regelmäßig in der Theatergruppe mit. „Ich werde das vermissen, das wird eine große Umstellung für mich“, sagt die Grimmenerin, die gemeinsam mit Marita Riesebeck im Behindertenrat des Landes Mecklenburg-Vorpommern arbeitet. Am schönsten sei es, sagt Dagmar Jolitz, dass im Verein immer Behinderte mit nicht Behinderten zusammen waren. „Dabei kann man viel voneinander lernen“, ist sie überzeugt. Marita Riesebeck und Bärbel Hempel sind seit 2009 dabei. „Das war immer so schön“, sind beide wehmütig. Rainer Sperling kam durch den Sport dazu. „Das wird hart ohne unseren Verein “, meint auch er.

Vor gut zehn Jahren waren es noch etwa 30 Mitglieder, mittlerweile sind es nur noch 20. Stromeyer: „Immer lebte der Verein vom Engagement Einzelner und dem guten Miteinander, auch wenn nicht immer alle einer Meinung waren. Deshalb haben Ehrenamtler und Mitarbeiter bis heute weitergemacht – auch bei persönlichen gesundheitlichen Problemen und zunehmenden Schwierigkeiten.“ Nun gebe es aber keine Nachfolger und es sei Zeit loszulassen. Viele der Behinderten in Grimmen seien gut versorgt in den Heimen, würden in verschiedenen Werkstätten arbeiten und hätten dort ihr soziales Umfeld gefunden.

„Wir werden uns aber auch weiterhin treffen“, sind sich die Mitglieder einig. Beispielsweise zum Brunchen, was ihnen in der Lebenshilfe-Begegnungsstätte schon gut gefallen hat.

Almut Jaekel

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