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Leckermäuler auf Tour: Unterricht am Bienenstock

Horst/Reinkenhagen Leckermäuler auf Tour: Unterricht am Bienenstock

Horster Grundschüler zu Besuch bei Imkerin Elke Sadewasser

Horst/Reinkenhagen. „Hm, ist das lecker.“ Vivien schließt genießerisch die Augen. Soeben hat sie mit ihren Klassenkameraden ein wenig geimkert. Sie hat eine Wabe entdeckelt und anschließend den Honig direkt aus der Schleuder probiert. Am liebsten würde sie weiternaschen. „Ich liebe Honig“, sagt Vivien und schielt sehnsüchtig auf das Honigglas. Doch Elke Sadewasser schüttelt den Kopf. „Mehr Honig müsst ihr euch erst noch verdienen“, sagt die Reinkenhäger Imkerin gespielt streng und zeigt auf die weiteren Stationen in ihrem Garten, die die Erstklässler noch absolvieren müssen, bevor es weiteren Honig zum Naschen gibt.

Das machen die Mädchen und Jungen aus der Grundschule Horst gern, schließlich ist das mal ein echt cooler Schultag. Wann sonst besteht Unterricht schon aus tollen Spielen? Dass sie an den einzelnen Stationen quasi auch spielend etwas über das Imkerhandwerk und die Honigbiene lernen, ist ein toller Nebeneffekt. Da gilt es, das Gewimmel in einem Schaukasten genau zu beobachten und die Königin ausfindig zu machen oder beim Eimerwettlauf möglichst viel Nektar – in ihrem Fall Wasser – zum „Bienenstock“ zu bringen.

Der Höhepunkt aber für die Kinder ist wohl die „echte“ Imkerarbeit. Und so dürfen sie mit Hilfe Elke Sadewassers selbst Waben entdeckeln, das heißt, die mit Wachs versiegelten Waben öffnen. Diese werden anschließend in die Honigschleuder gehängt, in der der goldgelbe dicke süße Saft aus den Waben herausgewirbelt wird.

Imkerin Elke Sadewasser weiß zudem viel Interessantes und Kurioses über die fleißigen und nützlichen Insekten zu berichten. Zum Beispiel, dass Bienen fünf Augen besitzen, aber trotzdem nicht besonders gut sehen können, sondern vielmehr auf Bewegungen reagieren. Dass sie ein Fell wie ein Bär und einen Rüssel wie ein Elefant besitzen. Dass aus befruchteten Eiern Arbeiterinnen und aus unbefruchteten Drohnen entstehen. Dass sie zu den nützlichsten Insekten der Erde zählen. Dass sie eine innere „Blumenuhr“ haben und deshalb ganz genau wissen, wann sie welche Pflanze anfliegen müssen. Dass sie Nektar und Pollen sammeln und den Honig erst produzieren, um im Winter etwas zu fressen zu haben. Und dass wir Menschen eigentlich nichts weiter als gemeine Honigdiebe sind.

„Deshalb müssen wir den Bienen helfen“, sagt Elke Sadewasser ernst. Indem wir einerseits für ausreichend Blühpflanzen sorgen, die die Bienen anfliegen können und Imker ihnen andererseits für den Winter einen Ersatz für den gestohlenen Honig bieten. Die Reinkenhäger Imkerin stellt ihren Immen für die kalte Jahreszeit deshalb eine Zuckerlösung bereit.

Zum Abschluss gibt es noch einmal Honig satt. Die Honigbrote sind in Nullkommanix aufgefuttert und die Horster Erstklässler sind sich am Ende einig: Das war ein toller Unterrichtstag.

Und den Honig werden sie zukünftig noch mehr zu schätzen wissen, jetzt, wo sie wissen, wie hart ein Bienenvolk dafür arbeiten muss, dass Leckermäuler wie sie etwas zum Naschen haben.

Claudia Noatnick

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