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Grimmen Leuchtturm mit Tradition wird gebraucht
Vorpommern Grimmen Leuchtturm mit Tradition wird gebraucht
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12:00 27.10.2018
Wenn die Nächte kurz sind, wird der Leuchtturm gewartet. Quelle: Stefan Brümmer
Greifswalder Oie

Er führt das markanteste Leuchtfeuer im Seegebiet zwischen Usedom und Südost-Rügen und ist linksdrehend: der Leuchtturm auf der Greifswalder Oie. Und er ist in die Jahre gekommen. In diesem Sommer wurde er bereits 163 Jahre alt.

1855 fertiggestellt

Eine Tatsache, die die Bedeutung des Leuchtturms schon zu damaliger Zeit deutlich macht, zeigt sich darin, dass der Grundstein zum Bau dieses Seezeichens, wie es im Wesentlichen heute noch erhalten ist, am 24. August 1853 durch Friedrich Wilhelm IV von Preußen persönlich gelegt wurde. Anschließend, so ist in einem Manuskript von Dirk Berger und Hans-Joachim Luttermann zu lesen, waren für immerhin zwei Jahre die Handwerker auf der Insel mit dem Bau des Leuchtfeuers und seiner Nebenanlagen beschäftigt, denn 1855 war das Vorhaben fertig.

Licht leuchtet alle 3,8 Sekunden – 0,2 Sekunden lang

Heute blitzt das Feuer des Seezeichens im Rhythmus von 3,8 Sekunden 0,2 Sekunden lang und das 48 Meter über der Ostsee. Der gut 38 Meter hohe achteckige Turm, der auf einem viereckigen Unterbau errichtet wurde, um ihm stabil zu halten, führt auch aktuell das lichtstärkste Feuer von Mecklenburg-Vorpommern und ist 26 Seemeilen, also knapp 50 Kilometer weit zu sehen.

Heinz Mei hat den Leuchtturm 1980 verlassen

Schon seit 1978 wird der Betrieb des Leuchtfeuers ferngesteuert. Damals, in der DDR, hatte der Seehydrografische Dienst (SHD) die Verantwortung für den Betrieb des festen Seezeichens. Heinz Mei aus Karlshagen war übrigens der letzte Leuchtturmwärter auf der Greifswalder Oie. 1980 verließ der Leuchtfeuermaschinist, wie er offiziell genannt wurde, zusammen mit seiner Frau die Insel, weil sich seine Aufgaben im Prinzip erledigt hatten. Damit endete eine über 130-jährige Geschichte der Leuchtturmwärter auf dem „Helgoland der Ostsee“.

Instandsetzung kostete Millionen

Seit 1990 ist das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund für das Seezeichen verantwortlich. 1994 machte sich eine umfangreiche Sanierung des Turmes und des Maschinenhauses erforderlich. Das ehemalige zweite Wohnhaus und das Maschinenhaus wurden zurückgebaut. Wirklich erneuert wurden der Leuchtturm und das angrenzende Wohnhaus. Die Ausgaben für die Instandsetzung der Anlagen, die von 1994 bis 1996 andauerten, beliefen sich damals auf eine Summe von 2,6 Millionen DM.

Erstmals öffnete das WSA Stralsund am Freitag, dem 19. August 2005, das Gebäude samt Leuchtturmplattform für die Öffentlichkeit. Anlass war eine Festveranstaltung zum 150-jährigen Leuchtturmjubiläum.

Nehmen Sie Platz!

Besucher bekommen seitdem auch eine klare Vorstellung über das beeindruckende, knapp drei Meter hohe Linsensystem mit 900 mm Brennweite und einem Durchmesser von 1800 mm, in dem man bequem sitzen kann. Dieses bereits 1914 durch die Firma Weule aus Goslar gelieferte System ist eines der größten jemals in Deutschland hergestellten Linsensysteme – und funktioniert immer noch!

Keine Alternative zum Leuchtturm

Im Zuge von Sparmaßnahmen sind im GPS-Zeitalter an der Ost- und Nordseeküste schon einige Leuchttürme abgeschaltet worden. Neben ihrem historischen Wert sind sie im Wesentlichen dann nur noch Aussichtstürme mit einer interessanten Geschichte. Beim Leuchtfeuer auf der Greifswalder Oie, ist eine Löschung kurzfristig allerdings nicht zu erwarten. Darauf hatte der Leiter des WSA Stralsund, Holger Brydda, in der Vergangenheit immer wieder hingewiesen. Der rege Wassersportverkehr an der Schnittstelle zwischen Peenestrom, Greifswalder Bodden und offener See sowie unmittelbar an der Peripherie der Urlauberhochburgen Usedom und Rügen, dazu ein nicht einfaches Fahrwasser und die viel befahrene Route des internationalen Frachtverkehrs von und nach Stettin machen den Leuchtturm wohl auch in den nächsten Jahren unabkömmlich.

Zu nennen ist darüber hinaus das immer größer werdende Flüssiggas-Terminal in Swinemünde als weiteren Grund dafür, den Seeverkehr vor den touristisch geprägten Inseln Usedom und Wollin so sicher wie nur möglich zu gestalten. Der Leuchtturm auf der Greifswalder Oie ist dabei ein wichtiges Standbein.

Stefan Brümmer

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