Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Lindenallee in Griebenow wird zum Problem
Vorpommern Grimmen Lindenallee in Griebenow wird zum Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 28.02.2018
Vor 12 Jahren die falschen Bäume gepflanzt: die Sommerlinden in der Parkstraße Griebenow. Wenn nichts unternommen wird, könnten sie zum Problem werden. Quelle: Foto: Anja Krüger
Griebenow

Raserei und Alleebäume – die Parkstraße in Griebenow beschäftigte die Mitglieder des Süderholzer Bauausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung gleich doppelt. Zum einen befürchten Anwohner, dass die vor knapp 12 Jahren gepflanzten Linden zum „Leidthema“ werden könnten. Ursprünglich sollten entlang der Fahrbahn kleinkronige Bäume wachsen. Nun stellte der Gehölzsachverständige Gernot Hübner fest, dass dafür offensichtlich die verkehrten Bäume gepflanzt wurden, denn bei jenen, die in der Allee stehen, handelt es sich um Sommerlinden, die bis zu 30 Meter in die Höhe wachsen. Die Gemeinde selbst steht damit vor einem Problem. Denn durch das Wurzelwerk der Linden könnten unter anderem die Straße und auch der Gehweg in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber auch der zunehmende Verkehr durch den Ort und damit verbundene Raserei ärgert Anwohner. Sie bitten um eine Lösung.

Linde ist nicht gleich Linde

Selbst seitens der Süderholzer Gemeindeverwaltung war man erstaunt über die Feststellung des Gehölzsachverständigen aus Weitenhagen. „Laut städtebaulicher Planung sollten an der Straße von der Bundesstraße in den Ort hinein kleinkronige Linden der Sorte Rancho gepflanzt werden“, berichtet der Süderholzer Bürgermeister Alexander Benkert (CDU). Als kleiner Baum, langsam wachsend und anspruchslos, wird die Linden-Sorte beschrieben, die – davon ging man vor knapp 12 Jahren bei der Pflanzung in der Gemeinde aus – an der Parkstraße wächst. Maßnahmeträger war das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, und die Begleitung durch ein Planungsbüro erfolgte ebenfalls. Finanziert wurden die Bäumchen über den Alleenfonds des Landes.

Ganz anders seien die Eigenschaften der Sommerlinde, berichtete jetzt Gernot Hübner. „Mindestens 25 bis 30 Meter werden sie hoch, werden in der Krone bis zu 20 Meter breit.“ Entsprechend üppig sei das Wurzelwerk. Wird nichts unternommen, sieht er folgende Probleme auf Gemeinde und Anwohner zukommen: „Die Häuser westlich der Straße werden beschattet, in die Keller könnten Wurzeln dringen, Versorgungsleitungen wachsen ein, könnten gar beschädigt werden und die Bäume werden irgendwann sowohl Straße als auch Gehweg beschädigen.“

Der Sachverständige hatte Lösungen parat. Eine Verpflanzung der Linden beispielsweise. „Das wäre allerdings die teuerste Option“, stellte er gleich klar. Zwar nicht kostenlos und auch mit etwas Aufwand verbunden sei dagegen, die Bäume einem sogenannten Kopfschnitt zu unterziehen. „Das Problem dabei ist, dass jährlich ein Beschnitt erforderlich ist, der immer von der gleichen Person durchgeführt werden sollte“, informierte er. „Wenn alles eingehalten und ordentlich durchgeführt wird, sollten Gemeinde und Anwohner in den nächsten 60 Jahren auch Freude an den Bäumen haben“, meint Hübner.

Smiley grüßt Langsamfahrer

Ist der Verkehrsteilnehmer geschwindigkeitstechnisch ordnungsgemäß auf der Parkstraße unterwegs, bekommt er ein Lächeln. Die Installation einer elektronischen Anzeigetafel – ein sogenanntes Dialog-Display – ist eine Idee, die man seitens der Verwaltung zumindest prüfen wolle. Auslöser dafür ist die Kritik von Einwohnern Griebenows an zunehmender Raserei durch den Ort. „Seit die Straße in Richtung Dersekow erneuert wurde, nimmt der Pendlerverkehr durch Griebenow zu“, weiß auch Gemeindevertreter Tobias Lembke. In der Parkstraße würden einige Familien mit Kindern wohnen. Nicht selten würden die Knirpse die asphaltierte Straße beispielsweise als Skaterstrecke nutzen, erzählt eine Anwohnerin.

Dass dies nicht allein Grund sein kann, den Haushalt mit den Kosten für die Anschaffung und Folgekosten zu belasten, darin waren sich Verwaltung und Ausschussmitglieder einig. Aber auch darin, dass man sich des Themas „Raserei“ annehmen muss. Und das betrifft gleich mehrere Orte der Gemeinde, gab der Süderholzer Bauamtsleiter und stellvertretende Bürgermeister Siegmund Kunath zu bedenken. „In Griebenow haben wir, was die Straße betrifft, eine Luxusvariante. 5,50 Meter ist die Straße breit, drei Meter der Randstreifen und es gibt einen Gehweg. Das sieht in anderen Orten anders aus“, begründete er.

Deshalb setze man seitens der Gemeinde zum einen auf die Verkehrserziehung von Kindern, die in allen Kitas und der Grundschule in Kandelin stattfindet, und appelliert an die Vernunft der Kraftfahrer. Wohl wissend, dass Letzteres „nicht bei jedem ankommt“, hoffe man auch auf Unterstützung der Polizei. „Wir haben bereits einen Termin vereinbart. Wir wollen gemeinsam besprechen, ob regelmäßige Kontrollen und etwas mehr Polizeipräsenz in der Gemeinde möglich sind“, informierte Bürgermeister Benkert in der Ausschuss-Sitzung.

Zwei Geschwindigkeitskontrollen fanden kürzlich statt. „Wir hoffen, dass dies nachhaltige Wirkung bei den Kraftfahrern hat. Danke an das Polizeirevier, das auf unsere erste Nachfrage so zügig reagiert hat“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Anja Krüger

Mehr zum Thema

Wir leihen uns Werkzeug bei Nachbarn und übernachten bei wildfremden Menschen. Und auch das Auto teilen sich immer mehr Menschen. Neben dem klassischen Carsharing gibt es Vermittler für Privatleute, die ihren Wagen vermieten wollen. Doch dabei ist einiges zu beachten.

26.01.2018

Im vergangenen Jahr nur fünf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften in Wismar umgewandelt

28.02.2018
Bad Doberan Gefährlicher Schulweg in Hinter Bollhagen - Anwohner fordern Tempo 30 zurück

In Hinter Bollhagen (Gemeinde Wittenbeck) bangen Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder, da diese auf dem Weg zum Schulbus die Dorfstraße nutzen müssen. Deshalb fordern die Anwohner ein Tempo-Limit von 30 km/h. Das Verkehrsamt ist dagegen.

02.03.2018

Mieterin soll sich wegen des modernen Anschlusses an den Grundstückseigentümer wenden

01.03.2018

Im vorpommerschen Griebenow wurden vor rund 12 Jahren falsche Bäume gepflanzt. Seitdem wachsen dort nicht, wie geplant, kleinkronige Winterlinden, sondern Sommerlinden, die bis zu 30 Meter hoch werden. Anwohner und Gemeinde befürchten große Schäden.

31.01.2018

Heute Gesprächsrunde mit Manfred Hamer in der Volkshochschule

30.01.2018
Anzeige