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Lindner kandidiert als Bürger für Stralsund

Stralsund Lindner kandidiert als Bürger für Stralsund

Der frühere CDU-Mann tritt jetzt überraschend für die Stralsunder Wählergemeinschaft für den Landtag an

Stralsund. Paukenschlag vor der Landtagswahl: Die Wählergemeinschaft Bürger für Stralsund (BfS) plant, erstmals mit einem eigenen Kandidaten an der Wahl teilzunehmen. Der Stralsunder Ex-CDU-Politiker Detlef Lindner werde für die BfS antreten, teilte die Wählergemeinschaft mit. „Der Mann soll das Sprachrohr der Stralsunder in Schwerin sein“, sagte der BfS-Vorsitzende Thomas Haack.

Lindner war vor wenigen Tagen aus Enttäuschung über den innerparteilichen Umgang mit ihm aus der Union ausgetreten.

Formal wird er bei der Landtagswahl als Einzelkandidat ins Rennen gehen und hätte nach einem möglichen Einzug ins Schweriner Schloss dort den Status eines fraktionslosen Einzelabgeordneten. In den verschiedenen Ausschüssen des Parlamentes dürfte er dann nicht an Abstimmungen teilnehmen. Davon, in diesem Fall ein Abgeordneter zweiter Klasse zu sein, spricht Lindner trotzdem nicht. „Die Ausschussarbeit ist auch eine zeitliche Belastung. Wenn die nicht mehr so zentral ist, steht die Wahlkreisarbeit in Stralsund für mich noch mehr im Mittelpunkt“, betont er. Haack sekundiert: „Das zählt für uns. Wir stellen Detlef Lindner auf, weil wir etwas für Stralsund erreichen wollen.“ Im Wahlkampf wird auf den Plakaten und Flyern deshalb neben dem Konterfei des Kandidaten auch das BfS abgebildet sein.

So könnte sich nun eine Konstellation ergeben, die den Landtagswahlkampf so spannend wie noch nie macht. Bisher ging das Mandat des Wahlkreises Stralsund II immer an einen CDU-Mann.

Der Wahlkreis umfasst die Stadtgebiete Altstadt, Franken, Grünhufe, Kniepervorstadt, Langendorfer Berg, Lüssower Berg und die Tribseer Vorstadt.

Bei der der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2011 hatte Lindner den Wahlkreis noch für die CDU mit 34,3 Prozent gewonnen – vor Heike Carstensen, die für die SPD angetreten ist (26,7 Prozent.

Beide trennten nur gut 1000 Stimmen. Auch Carstensen ist in diesem Jahr erneut mit von der Partie. Die CDU schickt erstmals die Polizistin Ann Christin von Allwörden an den Start, die seit 2014 Mitglied der Stralsunder Bürgerschaft ist. Ihr könnte der BfS-Kandidat entscheidende Stimmen abnehmen.

Von Allwördens überraschende Nominierung hatte im September dazu geführt, dass Linder sich mit der Stralsunder CDU überworfen hat. Sein Verhältnis zur Landespartei sei aber nach wie vor in Ordnung, sagt er. Dennoch hätte die ihn jetzt rauswerfen müssen. Dies sehen die Statuten der CDU vor, wenn ein Mitglied bei einer Wahl für eine konkurrierende Partei oder Wählervereinigung antritt. Mit seinem Austritt kam Lindner diesem Schritt zuvor. In der Bürgerschaft und im Kreistag gehört er bereits den BfS-geführten Fraktionen an. Benjamin Fischer

OZ

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