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„Lobbster“ wird kein Flüchtlingsheim

Lobbe „Lobbster“ wird kein Flüchtlingsheim

Kreis konnte sich mit dem Eigentümer nicht einigen / Hiddenseer gegen Aufnahme von Asylbewerbern

Lobbe. Es ist wieder Ruhe im beschaulichen 120-Seelen-Dorf Lobbe auf Mönchgut auf Rügen eingekehrt. Eine Nachricht ist dafür verantwortlich. Die bringt Olaf Manske, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen, so auf den Punkt: „In dem Ort wird es keine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geben. Entsprechende Pläne haben sich zerschlagen.“ Die hatten zum Inhalt, bis an die 60 Flüchtlinge im Hotel „Zum Lobbster“ unterzubringen. Das Quartier war dem Landkreis vom Eigentümer des seit Oktober 2014 leer stehenden Hauses angeboten worden. Daraus wird nun nichts. der „Lobbster“ soll nach OZ-Informationen zunächst für ein Jahr anderweitig verpachtet worden sein. „Dabei waren die beiderseitigen Vertragsverhandlungen relativ weit gediehen. Beide Seiten konnten sich aber schließlich doch nicht einigen“, sagt Kreissprecher Manzke und legt nach: „Es ist schlicht und einfach am Geld gescheitert. Schließlich müssen wir die aufgerufenen Preise und Kosten auch gegenüber dem Land vertreten, das die letztendlich zu tragen hat.“

Während einer Versammlung Mitte Januar hatten sich Einwohner gegen eine Unterbringung von Flüchtlingen ausgesprochen. Der Tenor: Es fehle an der Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Arzt, Kita und Schule. Zudem sei der touristisch geprägte Ort mit Campingplatz und FFK-Strand abhängig von Gästen, die ausbleiben könnten. Nach Lobbe werden keine Asylbewerber kommen, nach Hiddensee sollen keine kommen. Letzteres ist die Grundaussage einer Beschlussvorlage, über die die Gemeindevertreter gestern Abend beraten haben (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor).

Die Insulaner reagieren damit auf ein Schreiben aus der Kreisverwaltung. In dem hatte ihnen der Landrat angekündigt, dass sie durchaus um die 14 Flüchtlinge auf ihrer Insel aufzunehmen hätten, bei mehr als 3200 die in diesem Jahr im Landkreis unterzubringen sind. „Bei der Verteilung auf jede Gemeinde sind wir nach einem Schlüssel vorgegangen. Nicht anders macht es das Land. Das interessiert auch nicht, ob Unterkünfte zur Verfügung stehen oder nicht und weist uns die Flüchtlinge einfach zu. Das könnten wir bei jeder Gemeinde auch machen“, so Manzke.

Für Thomas Gens ein Unding. Zum einen könnten Asylbewerber nicht betreut werden, und zum anderen stehe keine Unterkunft zur Verfügung.

Von Chris-Marco Herold

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